Hunderassen: Mops

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Beim Mops scheiden sich bekanntlich die Geister. Bei seiner Herkunft ist das nicht anders. Für einige Experten scheint klar zu sein, dass seine Vorfahren aus China stammten. Er soll ein Verwandter des dort ansässigen Pai sein, der erst im 16. Jahrhundert mit Kaufleuten auf dem Seeweg nach Europa gelangte. Andere sehen in dieser Rasse einfach die etwas spezielle Ausuferung einer Bulldoggenlinie.

Darüber mag man sich streiten, sicher ist aber, dass der Kurzbeiner besonders in den höheren Schichten stets enormen Erfolg hatte. Bereits die fernöstliche Variante galt als Königshund, und in Europa trat der Mops einen wahren Siegeszug durch die Salons und Fürstenhäuser an. Blaublütige Schöße sind ihm also bis heute nicht fremd, auch wenn Ende des 19. Jahrhunderts beinahe das Aus gekommen wäre. Bei den edlen Damen abgelöst durch den etwas feineren Pekingesen, durch schlechte Haltung von Ausrottung bedroht, fristete der Bodenhund mit dem speziellen Charakter sein Dasein am Rande des Abgrunds. Erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts erholten sich die Zahlen und die Rasse ist trotz oder gerade wegen ihrer Eigenheit heute äußerst beliebt.

Das Metier des Mops

Nun ja, ein Gebrauchshund wird man mit so einem Körperbau natürlich nicht. Das Einsatzgebiet des Mopses liegt da wohl eher im Bereich der Familien- oder Seniorenbetreuung. Wer sich unter den Privilegierten des Kontinents zu benehmen wusste, der schafft das auch bei Frau Müller aus dem ersten Stock. Hilfreich ist ihm dabei sein nettes Wesen. Gegen alle Vorurteile ist der Mops nämlich sehr schlau, äußerst anhänglich und konkurrenzlos treu. Er liebt sein Frau- oder Herrchen und versucht dies möglichst ganztägig zu beweisen, was eine stete Nähe zur ersten Bezugsperson voraussetzt. Verbietet man ihm diese, fängt er für gewöhnlich zunächst an zu schmollen. Bei längerem Liebesentzug kommt es zu Schwermut und weiteren Auffälligkeiten.

Wer dies für Unsinn hält, liegt nicht nur richtig, sondern hat auch einen Auftrag: Dem Mops alles zu geben, was er braucht. Und das wäre: Nicht zu viel Futter – er neigt zu Fettleibigkeit – , gelegentliche Fellpflege und die besondere Pflege der empfindlichen, weil leicht bis schwer hervorstehenden, Augen.

Kletterer und Klette

Der Mops hat eine angenehme Wohnungs- und Schoßgröße. Damit passt er zunächst einmal gut ins meist enge Stadtleben. Trotzdem sollte man seine Energie nicht unterschätzen: Er braucht mehrere längere Spaziergänge am Tag, am besten sogar einen stets belaufbaren Garten. Ansonsten sucht er sich seine Bewegung, indem er erhöhte Positionen – Treppenabsätze, Möbel, Knie – erklimmt. Eine weitere charmante Macke des Mopses, der dadurch, trotz geringer Eigenhöhe, den Überblick behält.

Die Gesundheit

Als eine der brachyzephalen, also kurzköpfigen Rassen, kann der Mops einige gesundheitliche Probleme haben. Betroffen ist anatomisch bedingt zum Beispiel die Atmung. Alles, was geräuschtechnisch in Richtung Grunzen, Röcheln, Pfeifen etc. geht, sollte uns aufhorchen lassen. Hinter den Problemen, mit denen kurzköpfige Hunde leben, steckt das „Brachyzephale obstruktive Atemwegsyndrom“ (kurz BOAS).

Eingeschränkte Atmung

„Im Grunde beinhaltet BOAS fünf Engstellen, aufgrund derer betroffene Hunde zu wenig Luft bekommen“, erläutert die Expertin Dr. Marie-Cécile von Doernberg. Sie ist Spezialistin für Kleintierchirurgie und seit 2015 ausschließlich in der HNO-Chirurgie tätig. Die erste Stelle, an der bei kurzköpfigen Hunden weniger Luft passieren kann, sind die Nasenlöcher. „Darauf folgen zu dicke Nasenmuscheln, welche die Nasengänge einengen, ein zu langes und verdicktes Gaumensegel, verschiedene Grade von Kehlkopfkollaps sowie der zu kleine Durchmesser der Luftröhre“, zählt Dr. von Doernberg auf.

Dabei – so sind sich Tiermediziner:innen mittlerweile einig – führen die ersten 3 Engstellen erst dazu, dass der Kehlkopf auf Dauer kollabiert und somit eine weitere
Stelle entsteht, an der die Atemluft stark behindert vorbeikommt. Gemeinsam führen diese Verengungen dazu, dass in den oberen Atemwegen ein erhöhter Atemwiderstand herrscht. Das führt insbesondere beim Einatmen zu Problemen. Wie unangenehm das ist, kannst du selbst nachfühlen: Halte dir einfach mal zwei Drittel beider Nasenlöcher zu. So kannst du ziemlich gut erahnen, wie groß dieser Widerstand werden kann und wie viel Unterdruck entsteht – und das ist nur eine der Engstellen.

An  mehreren deutschen Universitäten mit tiermedizinischen Fakultäten können Möpse übrigens einen Fitness-Test ablegen. Mehr dazu erfährst du hier bei uns. 

Mops im Hunderassen-Steckbrief:

  • Name: Mops, engl.: Pug
  • Herkunft: Vermutlich China
  • Patronat: Großbritannien
  • Widerristhöhe: 25 bis 28 cm bei Rüden und Hündinnen
  • Gewicht: Zwischen 6,3 und 8,1 kg
  • Fellfarben: Hellfarben mit schwarzer Maske, Schwarz, Silber, Apricot mit schwarzer Maske
  • FCI-Klassifikation: Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 11 Kleine doggenartige Hunde