30/09/2026 

Wenn der Herbst beginnt, rückt für uns Menschen die Erkältungssaison näher – und für so manchen das Immunsystem in den Mittelpunkt. Auch unsere Hunde verfügen über einen Schutz vor Krankheitserregern wie Viren, Bakterien, Pilzen und Parasiten. Welche Mechanismen dazugehören und wie sie zusammenarbeiten, klären wir hier.

Im Körper des Hundes arbeiten 2 Abwehrsysteme zusammen: die angeborene, unspezifische Abwehr und die erworbene, spezifische Abwehr. Die unspezifische Abwehr ist von Geburt an einsatzbereit. Haut und Schleimhäute bilden die erste Barriere. Schleim, Tränenflüssigkeit, Magensäure sowie Abwehrzellen und Eiweiße helfen, Eindringlinge abzufangen. Diese Abwehr reagiert schnell, ist aber nicht auf einen bestimmten Erreger spezialisiert.

Die erworbene, spezifische Abwehr entwickelt sich durch den Kontakt mit Krankheitserregern und durch Impfungen weiter. Sie arbeitet gezielter: Bestimmte Abwehrzellen erkennen typische Merkmale eines Erregers und bilden unter anderem Antikörper. Einige Zellen erinnern sich an den Kontakt. Das ist das Prinzip einer Impfung: Sie bereitet die Abwehr auf ausgewählte Infektionen vor, ohne dass der Hund die Erkrankung durchmachen muss. Bei jungen Welpen können Antikörper aus der Muttermilch die Wirkung von Impfungen in den ersten Lebenswochen beeinträchtigen. Deshalb sind mehrere Impfungen im Welpenalter wichtig.

Impfungen lassen sich in Core-Komponenten und Non-Core-Komponenten aufteilen. Gegen manche Erreger muss jeder Hund zu jeder Zeit geschützt sein (Core-Komponenten). Gegen andere Erreger wiederum benötigen Hunde nur unter spezifischen Umständen einen Schutz (Non-Core-Komponenten). Hier kannst du die aktuellen Impfempfehlungen der StIKO Vet am Friedrich-Loeffler-Institut abrufen.


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Fit durch den Herbst 🐶 🍂 🍁

Wunderschöne Herbsttage laden noch einmal zu langen Spaziergängen ein. Doch auch bei feuchtkaltem Wetter und Regen geht es täglich nach draußen. Und während wir uns passend anziehen können, gilt für die meisten Hunde: „One Fell fits all“. Umso wichtiger ist es, den Organismus in der wechselhaften Jahreszeit von innen zu unterstützen. Die Natur hält dafür wertvolle Pflanzen bereit.

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Natürlich durch den Herbst. Das Beste für dein Tier.


Haut und Darm: wichtige Schutzbarrieren

Die Haut dient als eine Art flexible Rüstung: Ihre Hornschicht, Hautfette und Mikroorganismen, die auf ihr leben, erschweren es Keimen, einzudringen. Es ist wichtig, dass dieser Bestandteil der Abwehr intakt bleibt. Orientiere dich daher bei der Pflege eines gesunden Hundes am besten am Leitsatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ und nutze immer nur auf Hunde abgestimmte Produkte. Bei Juckreiz, Schuppen, unangenehmem Geruch oder entzündeter Haut sollte ein Tierarzt oder eine Tierärztin die Ursache abklären.

Im Verdauungstrakt leben ebenfalls zahlreiche verschiedene Mikroorganismen – wir bezeichnen diese Gemeinschaft auch als das Darmmikrobiom. Es steht in engem Zusammenhang mit der Verdauung, Schleimhautbarriere und Immunabwehr. Antibiotika, Durchfall, abrupte Futterwechsel oder Stress können seine Zusammensetzung verändern und die Balance stören.

Unterstützung für das Mikrobiom versprechen Präbiotika und Probiotika. Bei den Präbiotika handelt es sich um Nahrungsbestandteile wie bestimmte Fasern, die einigen Bakterien im Darm als Nahrung dienen. Bei deren Verarbeitung entstehen unter anderem kurzkettige Fettsäuren, die für die Darmschleimhaut wichtig sind. Probiotika wiederum führen dem Körper Mikroorganismen zu und sollen ihn so unterstützen. Ob und wie gut ein Produkt wirkt, hängt vom jeweiligen Präparat, der Dosierung und dem einzelnen Hund ab.

Das unterstützt die Immunabwehr

Wir können einen Teil des Immunsystems zwar durch Impfungen auf künftige Einsätze vorbereiten, aber einen universellen „Immunbooster“, der die gesamte Abwehr immer und bei jedem Tier deutlich verbessert, gibt es nicht. Eine gute Grundlage schaffen wir aber, indem wir auf die folgenden Punkte achten:

  • ein vollständiges, bedarfsgerechtes Hundefutter und frisches Wasser
  • Übergewicht vermeiden
  • ausreichend Schlaf, Bewegung und Beschäftigung – abgestimmt auf Alter und Gesundheit
  • verlässliche Abläufe, Ruhe und Erholung
  • Impfungen nach individueller Risikoabwägung. Fachleitlinien unterscheiden Kernimpfungen für alle Hunde von weiteren Impfungen, die etwa von Region, Reisen und Haltung abhängen
  • Parasitenkontrolle und -prophylaxe nach Risiko: Reiseziel, Jagdverhalten, Kontakt zu anderen Tieren und regionales Vorkommen spielen eine Rolle.

Wenn das Immunsystem zu eifrig wird

Die Abwehr des Körpers muss je nach Bedrohung passend reagieren. Das gelingt ihr bei manchen Hunden nicht vollständig: Eine fehlgeleitete oder übermäßig aktive Abwehr kann krank machen, wie z. B. bei Allergien oder Autoimmunerkrankungen.

Bei Allergien reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Umweltstoffe, Futterbestandteile oder Parasiten. Häufige Anzeichen sind Juckreiz, gerötete Haut, wiederkehrende Hautentzündungen oder Ohrenprobleme. Bei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem körpereigene Zellen oder Gewebe an. Die Beschwerden können je nach Erkrankung sehr unterschiedlich sein. In beiden Fällen ist eine tierärztliche Diagnose wichtig. Je nach Auslöser stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und/oder Management-Maßnahmen zur Verfügung.