Zecken richtig entfernen

Borreliose und Anaplasmose, Ehrlichiose und Babesiose sind nur einige der schweren Krankheiten, die von Zecken auf unsere Hunde übertragen werden können. Tierarzt Dr. Oliver Dietrich informiert, wie Sie die Plagegeister im Ernstfall richtig entfernen.

Gefährliche Blutsauger

Zecken zu entfernen ist wichtig. Und zwar je früher, desto besser: Je eher Sie Ihren Hund von den lästigen Tieren befreien, desto geringer ist die Gefahr, dass eine Zecke gefährliche Krankheitserreger übertragen kann. Zu diesen Erregern gehören hierzulande insbesondere Borrelien und Anaplasmen, die von Ixodes ricinus, dem gemeinen Holzbock, bei seiner Blutmahlzeit weitergegeben werden. Aber auch seltenere Zeckenarten sind auf dem Vormarsch und können so zu schweren Krankheiten wie Ehrlichiosen und Babesiosen führen. Eine weitere Gefahr sind bakterielle Entzündungen durch in der Haut verbliebene Zeckenreste.

Herausziehen oder Herausdrehen

Zecken zu entfernen ist nicht schwer. Wer sich traut, kann Zecken durchaus auch mit „spitzen Fingern“ herausziehen. Dabei müssen Sie jedoch unbedingt darauf achten, dass Sie die Zecke nicht quetschen. Durch zu starken Druck auf den Zeckenkörper können eventuell darin vorhandene Erreger in großer Menge in die Stichstelle gelangen. Beim Herausdrehen ist es übrigens völlig egal, ob Sie das links oder rechtsherum machen. Nur behutsam sollte es sein. Ideal ist es, die Zecke ohne zu drehen von der Haut abzuhebeln. Am besten eignen sich hierfür sogenannte Zeckenheber, die mit ihrer Kerbe vorsichtig unter die Zecke geschoben werden. Die so fixierte Zecke lässt sich dann ganz einfach und ohne jede Drehung herausziehen. Trotz aller Vorsicht bleibt manchmal ein Teil der Mundwerkzeuge in der Stichstelle stecken. Nehmen Sie dann ein handelsübliches, alkoholisches Händedesinfektionsmittel, reiben sie die Stichstelle vorsichtig damit ab und beobachten Sie einige Tage lang, ob sich die Stelle entzündet. Falls ja, sollten Sie Ihren Tierarzt um Rat fragen.

Schutz durch Vorbeugung

Der beste Schutz vor einer Infektion ist es natürlich, wenn erst gar keine Zecke sticht. Heutzutage stehen sehr viele hochwirksame Produkte für die Zeckenabwehr zur Verfügung. Neben Spot-on-Präparaten und Halsbändern sind inzwischen auch Kautabletten auf dem Markt. Vorsicht mit Hausmittelchen! Bernsteinketten etwa sehen zwar hübsch aus, beeindrucken aber keine einzige Zecke. Das Gleiche gilt für exotische Öle und Essenzen, die eher Ihren Hund, als die Zecken vergiften. Mancher Hundehalter schwört auf Knoblauch, um Zecken abzuhalten. Da sich bestenfalls Vampire, aber ganz sicher keine Zecken durch Knoblauch abhalten lassen, sollten Sie darauf unbedingt verzichten. Denn Knoblauch ist für Hunde hochgiftig und führt zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen. Ihr Tierarzt berät sie gern, welches Präparat für Ihren Hund und Ihre Lebensumstände das passende ist.

Zecken entfernen

+ Gut geeignet
• Zeckenzange
• Zeckenheber
• „Spitze“ Finger mit längeren Fingernägeln

Völlig ungeeignet
• Öl auf die Zecke träufeln
• Klebstoff auf die Zecke auftragen
• Zerdrücken der Zecke

Anti-Zeckenmittel

+ Das hilft
• Spot-on-Präparate (Wirkstoffe: Permethrin, Fipronil)
• Halsbänder (Wirkstoffe: Deltamethrin, Flumethrin)
• Kautabletten (Wirkstoffe: Fluralaner, Afoxolaner)

Das hilft nicht
• Knoblauch oder Kräutermischungen ins Futter geben
• Fell mit exotischen Essenzen und Ölen einreiben
• „Physikalisch wirkende“ Antizeckenmittel (Bernsteinketten etc.)

Lena Schwarz

... ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.

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