
Foto: Lena Schwarz
Immer wieder werden Hunde im Sommer schwer krank oder sterben, nachdem sie Wasser aufgenommen haben, das mit giftbildenden Blaualgen belastet war. Besonders bei längeren Hitzeperioden, viel Sonne und wenig Wasserbewegung können sich Cyanobakterien — umgangssprachlich Blaualgen — in flachen, ruhigen und nährstoffreichen Gewässern stark vermehren.
Giftbildende Cyanobakterien sind nicht immer sicher mit bloßem Auge zu erkennen. Ob und welche Toxine im Wasser vorkommen, lässt sich zuverlässig nur durch eine Untersuchung feststellen. Für Hunde kann es aber zu spät sein, auf ein Laborergebnis zu warten. Deshalb gilt: Wenn ein Gewässer auffällig aussieht, riecht oder bereits Warnhinweise bestehen, sollte dein Hund nicht hinein und auch nicht daraus trinken.
So erkennst du mögliche Blaualgen
Auf eine Blaualgenblüte im Wasser können diese Hinweise hindeuten:
- Das Wasser ist grünlich, bläulich-grün oder türkis getrübt.
- Du kannst den Grund im flachen Wasser kaum noch erkennen.
- An der Oberfläche treiben Schlieren, Flocken, Teppiche oder eine Art „Erbsensuppe“.
- Am Ufer sammeln sich Schaum, Beläge oder grüne Ablagerungen.
- Das Wasser riecht muffig, modrig oder faulig.
- Es liegen grünliche oder dunkel verfärbte Algenmatten am Ufer.
Wichtig: Auch klares Wasser ist nicht automatisch sicher. Manche Toxine können noch vorhanden sein, obwohl eine Algenblüte nicht mehr deutlich sichtbar ist. Verlasse dich deshalb nicht nur auf den ersten Eindruck, sondern beachte Warnschilder und aktuelle Informationen der Behörden.
Hier musst du besonders mit Blaualgen rechnen
Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem in stehenden oder langsam fließenden Süßgewässern: also in warmen, flachen und ruhigen Bereichen von Seen, Teichen, Tümpeln, Stauseen, langsam fließenden Flussabschnitten und großen Pfützen. Besonders kritisch sind Uferbereiche, in die Wind die Beläge zusammentreibt.
Auch in Brackwasser und Küstenbereichen kann es zu Algen- oder Cyanobakterienblüten kommen. Ob eine konkrete Badestelle betroffen ist, lässt sich aber nur vor Ort beziehungsweise über die zuständigen Behörden verlässlich beurteilen.
Warum Blaualgen für Hunde so gefährlich sind
Die Vergiftung wird durch Gifte bestimmter Cyanobakterien verursacht. Je nach Toxin können vor allem Leber, Nervensystem, Magen-Darm-Trakt und Kreislauf betroffen sein. Besonders gefährdet sind Hunde, die gern schwimmen, Wasser schlucken, Apportierspielzeug aus dem Wasser holen oder sich nach dem Baden das Fell und die Pfoten ablecken.
Schon relativ kleine Mengen können problematisch sein. Deshalb solltest du deinen Hund von verdächtigem Wasser fernhalten und auch kein Ballspiel in solchen Gewässern erlauben.
Symptome einer Blaualgenvergiftung beim Hund
- Erbrechen
- Durchfall
- starkes Speicheln
- Schwäche, Taumeln oder Kollaps
- Zittern, Krämpfe oder Bewusstseinsstörungen
- Atemnot
- blasse, sehr rote oder gelbliche Schleimhäute
- auffällige Mattigkeit
- im schweren Fall plötzlicher Tod
Die Symptome können sehr schnell auftreten — teils innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden nach dem Kontakt. Eine Blaualgenvergiftung ist immer ein tierärztlicher Notfall.
Was tun, wenn dein Hund Kontakt hatte?
War dein Hund in verdächtigem Wasser, spüle bitte Fell und Pfoten möglichst sofort mit sauberem Wasser ab und verhindere, dass er sich ableckt. Hat er Wasser getrunken, Algen aufgenommen oder zeigt er Symptome, fahre umgehend in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik. Rufe nach Möglichkeit vorher an und sage, dass der Verdacht auf eine Blaualgenvergiftung besteht.
Versuche nicht, Erbrechen auszulösen oder Medikamente auf eigene Faust zu geben. Die Behandlung gehört in tierärztliche Hände.
So beugst du vor
Lasse deinen Hund im Sommer unterwegs nur Wasser trinken, das du selbst mitgebracht hast. Meide Gewässer, die auffällig verfärbt sind, Schaum oder Schlieren zeigen, muffig riechen oder für Menschen gesperrt sind. Auch wenn nur ein Teil des Ufers betroffen wirkt, solltest du den gesamten Bereich meiden, denn Wind und Wasserbewegung können Beläge verschieben.
Achte auch nach dem Baden darauf, dass dein Hund sich nicht sofort trockenleckt, wenn du unsicher bist, ob das Wasser sauber war. Im Zweifel gilt: lieber abduschen, anleinen und eine andere Stelle für die Abkühlung suchen.
Auch du selbst solltest verdächtiges Wasser meiden. Cyanobakterien-Toxine können Haut, Augen und Schleimhäute reizen. Je nach Belastung verursachen sie auch Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder weitere gesundheitliche Probleme. Kinder sollten besonders ferngehalten werden, weil sie beim Spielen leichter Wasser verschlucken.
Das könnte dich auch interessieren:
Hitzschlag: Symptome und Erste Hilfe
Baderegeln für Hunde
Interview: Hautschutz im Sommer/Ist Sonnencreme nötig?
