17/05/2017 

Entzündetes Zahnfleisch und kranke Zähne können einem Hund das Leben sehr schwer machen. Ohne regelmäßige Pflegemaßnahmen setzen sich Bakterien und Keime am Zahnfleischsaum fest und das Gebiss wird zunehmend geschädigt. Helfen kann nur konsequente Hygiene – und Zahnpasta mit Lieblingsgeschmack.

Die Ursache für Parodontalerkrankungen ist fast immer Zahnbelag (Plaque). Dieser verwandelt sich in Zahnstein, der wiederum zu Zahnfleischentzündungen und zum Abbau des Kieferknochens führt. Die Zähne werden locker und fallen schließlich aus. Um dem vorzubeugen, muss an der Ursache des Problems gearbeitet werden: Die Plaque muss weg! „Eine Zahnreinigung in der Tierarztpraxis in größeren Abständen bildet die Grundlage der Behandlung von Parodontalerkrankungen“, weiß Dr. Jan Schreyer von der Deutschen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT).

Person hebt bei einem Hund vorsichtig die Lefze an, um die Zähne im Maul zu kontrollieren.

Eine Neubildung von Plaque und Zahnstein könne man jedoch damit nicht verhindern: „Entscheidend hierfür ist vielmehr die tägliche häusliche Zahnpflege.“ Wer seinen Hund bereits im Welpenalter ans Zähneputzen gewöhnt, wird auch später keine Probleme haben, die Beißerchen mit einer speziellen Hundezahnbürste zu reinigen.

Im Fachhandel gibt es sogar Zahnpasta mit Geflügelgeschmack, die der Prozedur etwas mehr Reiz verschafft. Auch Dentalspielzeug und zahnpflegende Kauartikel helfen, das Gebiss mechanisch und chemisch von Plaque zu befreien, sind aber nicht ganz so effektiv wie die Zahnbürste – Dr. Schreyer empfiehlt sie als sinnvolle Ergänzung. Die Zähne des Hundes sollten möglichst bei jedem Tierarztbesuch, mindestens aber einmal im Jahr, kontrolliert werden. Viele Schäden, die in den Tiefen des Zahnfleischs liegen, kann der Halter mit bloßem Auge nämlich gar nicht erkennen.

Tipps zum Zähneputzen

• Benutze grundsätzlich spezielle Hundezahnbürsten mit mittelstarken Borsten und eigene Hundezahnpasta.
• Arbeite geduldig in einer ruhigen Atmosphäre.
• Putze nicht länger als zwei oder drei Minuten am Stück.
• Öffne das Maul des Hundes, indem du sanft mit der einen Hand den Oberkiefer und mit der anderen den Unterkiefer umfasst. Schiebe dort, wo im Hundegebiss keine Zähne sind, vorsichtig Daumen und Mittelfinger zwischen die Lefzen und ziehe mit den Zeigefingern die Kiefer auseinander.
• Achte bei aggressiven Hunden auf deine eigene Sicherheit – grundsätzlich ist natürlich immer Vorsicht geboten, wenn man seine Finger in ein Hundemaul steckt!
• Falls dein Hund das Zähneputzen noch gar nicht kennt, arbeite nach dem unten beschriebenen Schema und wiederhole jeden Schritt an 5 Tagen hintereinander, bis du zur nächsten Phase weitergehst.
• Lobe deinen Hund ausgiebig, wenn er bei der Zahnpflege brav bleibt.

(Quelle: Initiative Zahngesundheit)

So gewöhnst du deinen Hund an die Zahnbürste

1. Lasse den Hund die Zahnpasta von deinen frisch gewaschenen Fingern ablecken.
2. Streiche mit der Zahnpasta auf dem Finger vorsichtig über die äußeren Flächen von Zahnfleisch und Zähnen.
3. Lasse den Hund die Zahnpasta von der Bürste lecken, während du den Fang umfasst und die Lefzen anhebst. Bürste vorsichtig die großen Fangzähne „von rot nach weiß“ (Schneidezähne noch aussparen).
4. Reinige zusätzlich zu den Fangzähnen auch die weiter hinten gelegenen Zähne mit kreisenden Bewegungen, soweit der Hund es duldet.
5. Putze alle Zähne: Erst zum Schluss kommen auch die empfindlichen Schneidezähne ins Spiel. Sie werden mit einer Auf-und-Ab-Bewegung gereinigt.

(Quelle: Initiative Zahngesundheit)