Rasseportrait: der Australian Cattle Dog

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Cattle Dogs sind in Australien ein vierbeiniges Nationalsymbol. Ihre Leistungen haben sich tief in das dortige kulturelle Gedächtnis eingebrannt. Auch bei uns haben die schlauen und robusten Hunde ihre Fans. Wir stellen ihn in Ausgabe 12/2018 von DER HUND vor. Hier liest du einen Ausschnitt und bekommst noch dazu einige Extra-Infos.

Der „Blue Heeler“, wie man ihn einst nannte, ist ein Symbol für Mut, Tatkraft, Aufrichtigkeit und Treue. Deshalb sieht man ihn noch heute in australischen Western, in den Logos und Markennamen von Bars, Bier oder Jeans – und sogar Rugby-Mannschaften benennen sich stolz nach dem legendären Arbeitshund. Der Australier ist anders als andere Hunde – und anders, als so manches Gerücht über ihn behauptet.

Die Ursprünge des Australian Cattle Dogs

Um das außergewöhnliche Wesen dieser Rasse zu verstehen, muss man einen Blick auf ihre Ursprünge werfen. Bei der Kolonisation Australiens standen die Menschen vor ungeahnten Herausforderungen: extremes Klima, gefährliches Gelände – und viel zu viele giftige Wildtiere. Zugleich war die Viehzucht existenziell wichtig für die Nahrungsversorgung. Das Treiben der halbwilden Rinderherden war im weiten Outback ohne Arbeitshunde nahezu unmöglich. Doch die aus England mitgebrachten Hunde erwiesen sich unter den verschärften Bedingungen als ungeeignet.

Treibhunde und Dingos

Ein Farmer namens Thomas Hall wagte daher ein kühnes Experiment. Er kreuzte Treibhunde aus Nordengland mit gezähmten Dingos. Schließlich waren die Wildhunde perfekt an die extremen Bedingungen Australiens angepasst. Mit konsequenter Selektion erschuf er den in Australien heute legendären Hall’s Heeler. Als heelen („heel“: englisch für Ferse) bezeichnet man das gezielte, maßvolle Kneifen in die Fersen der Rinder beim Treiben. Dabei arbeiteten die Heelers eng mit den Stockmen zusammen. Diese Arbeit war sowohl körperlich als auch mental ausgesprochen hart: Der Hund musste Situationen blitzschnell beurteilen und eigenständig Entscheidungen treffen. Heute sind die Anforderungen meist andere – ihre Fähigkeiten aber haben Cattle Dogs bewahrt.

Cattle Dog arbeitet an Rinderherde
Foto: Oliver Giel

Hintergrundwissen: der Dingo

Als im 18. Jahrhundert die Kolonisation Australiens begann, lebte der Dingo (Canis lupus dingo) bereits seit Jahrtausenden auf dem Kontinent. Schon auf Höhlenmalereien wurden Dingos dargestellt. Die genaue Herkunft der Wildhunde liegt im Dunkeln. Genetische Untersuchungen gehen aber davon aus, dass Dingos von einer kleinen Gruppe domestizierter Hunde abstammen, die vor rund 5.000 Jahren mit Seefahrern auf den Kontinent kamen und dort verwilderten.

ein Dingo
Foto: FiledIMAGE/stock.adobe

Dingos haben viele erstaunliche Fähigkeiten: Sie können ihre Pfotengelenke um die eigene Achse und ihren Kopf komplett nach hinten drehen. Mit ihren Pfoten können sie Gegenstände greifen, drehen und festhalten. Die Wildhunde gelten als extrem intelligent und können komplexere Aufgaben lösen. Auf der Jagd erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h. In Australien haben sich zwei Dingo-Typen ausgebildet: der kleinere Bergdingo und der hochbeinige Steppendingo.

Kurzsteckbrief: Australian Cattle Dog

Ursprungsland: Australien; seit dem 19. Jahrhundert gezielt aus Dingos und Northumberland Drover’s Dogs gezüchtet

Verwendung: Hüte- und Treibhund, Sporthund, Rettungshund, Familienhund

Wesen: sehr robust, intelligent, aufmerksam, nervenstark, selbstbewusst, durchsetzungsfähig, eigenständig, arbeitswillig, lernfreudig, extrovertiert, stark auf seinen Menschen bezogen

Besonderheiten: Der Australian Cattle Dog ist ein Hund mit ausgeprägter Hüte- und Treibveranlagung und starker Persönlichkeit.

Das ausführliche Portrait über das Arbeitstier aus dem Outback liest du in Ausgabe 12/2018. Viel Spaß beim Schmökern!

Lena Schwarz

... ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.

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