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Nierenerkrankungen sind ernst zu nehmen und kommen vor allem bei älteren Tieren häufiger vor. Besonders die chronische Nierenerkrankung entwickelt sich oft schleichend und fällt erst auf, wenn bereits ein Teil der Nierenfunktion verloren gegangen ist.
Die Nieren funktionieren wie eine hochspezialisierte Filter- und Steuerzentrale. In winzigen Filtereinheiten, den Nephronen, wird Blut gereinigt: Stoffwechselabfälle werden mit dem Urin ausgeschieden, wichtige Stoffe bleiben im Körper. Gleichzeitig entscheiden die Nieren, wie viel Wasser und Elektrolyte wie Natrium, Kalium oder Phosphat ausgeschieden oder zurückgehalten werden. So helfen sie, Blutdruck, Flüssigkeitshaushalt und das innere Gleichgewicht des Körpers stabil zu halten.
Trinkt dein Hund plötzlich deutlich mehr oder muss häufiger Urin absetzen, kann das ein frühes Warnzeichen sein. Auch Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall, Müdigkeit, stumpfes Fell oder unangenehmer Maulgeruch können zu einer Nierenerkrankung passen. Diese Symptome sind jedoch nicht eindeutig: Auch Diabetes, Lebererkrankungen, hormonelle Störungen oder Infektionen können ähnliche Anzeichen verursachen. Deshalb sollte ein Hund mit solchen Veränderungen tierärztlich untersucht werden.
Wie wird eine Nierenerkrankung festgestellt?
Zur Abklärung gehören meist Blut- und Urinuntersuchungen. Wichtige Werte sind unter anderem Kreatinin, Harnstoff, SDMA, Elektrolyte und die Urinkonzentration. Auch Blutdruckmessung und Ultraschall können sinnvoll sein. Bei chronischen Nierenerkrankungen hilft die Einteilung nach IRIS-Stadien, Schweregrad und Therapie besser einzuschätzen.
Akut oder chronisch: Was bedeutet Nierenversagen beim Hund?
Nierenprobleme können plötzlich oder schleichend entstehen. Eine akute Nierenschädigung, umgangssprachlich oft akutes Nierenversagen genannt, entwickelt sich innerhalb kurzer Zeit und ist ein Notfall. Mögliche Auslöser sind z. B. Vergiftungen, schwere Infektionen, Kreislaufprobleme, Hitzschlag, bestimmte Medikamente oder ein blockierter Harnabfluss. Betroffene Hunde wirken oft plötzlich sehr krank, erbrechen, fressen nicht, sind matt oder setzen auffällig wenig beziehungsweise gar keinen Urin ab.
Eine chronische Nierenerkrankung entwickelt sich dagegen meist über Monate bis Jahre. Sie ist nicht heilbar, lässt sich aber bei vielen Hunden mit angepasster Ernährung, regelmäßigen Kontrollen und gezielter Behandlung lange stabilisieren. Wichtig ist: Je früher Nierenprobleme erkannt werden, desto besser lassen sich Folgeschäden begrenzen.
Nierensteine beim Hund
Beim Hund werden Harnsteine häufiger in der Blase gefunden als direkt in der Niere, Nierensteine können aber ebenfalls vorkommen. Sie entstehen, wenn sich Mineralien im Harn zu festen Ablagerungen verbinden. Manche bleiben lange unbemerkt und werden zufällig bei Ultraschall oder Röntgen entdeckt. Andere verursachen Schmerzen, Blut im Urin, wiederkehrende Harnwegsinfekte oder Probleme beim Harnabsatz. Ob ein Stein beobachtet, medikamentös beziehungsweise über Ernährung beeinflusst oder operativ entfernt werden muss, hängt von Lage, Größe, Zusammensetzung und Beschwerden ab. Deshalb sollte die Behandlung immer tierärztlich geplant werden.
Nierenerkrankungen behandeln
Die Behandlung hängt stark von der Ursache ab. Bakterielle Infektionen werden gezielt mit Antibiotika behandelt. Harnsteine oder Tumoren können je nach Lage und Befund eine Operation nötig machen – das ist aber nicht bei jeder Nierenerkrankung der Fall. Bei chronischer Nierenerkrankung stehen meist konsequente Kontrolle, ausreichend Flüssigkeit, Blutdruckmanagement, Behandlung von Übelkeit oder Eiweißverlust über den Urin und eine passende Nierendiät im Vordergrund. Eine frühzeitige und regelmäßige Therapie kann Lebensqualität und Lebenserwartung deutlich verbessern.
Ernährung bei Nierenproblemen
Bei chronischen Nierenerkrankungen kann eine angepasste Nierendiät für Entlastung sorgen und den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Solche Futtermittel enthalten meist weniger Phosphor, angepasstes hochwertiges Eiweiß, geeignete Fettsäuren und einen kontrollierten Mineralstoffgehalt.
Wichtig ist aber: Eine Nierendiät sollte nicht auf Verdacht gefüttert werden, sondern nach tierärztlicher Diagnose und passend zum Stadium der Erkrankung. Frisst der Hund schlecht, ist das ebenfalls ein Warnsignal – denn ausreichend Energie und Körpergewicht zu erhalten, ist bei nierenkranken Hunden besonders wichtig. Futterumstellungen sollten deshalb langsam und gut begleitet erfolgen.
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