14/01/2021 

Mit Ultraschall – fachlich Sonografie – lassen sich viele Organe schmerzfrei und ohne Röntgenstrahlung untersuchen. Die Methode liefert bewegte Bilder in Echtzeit. Sie hilft etwa bei Bauchschmerzen, auffälligen Blutwerten oder zur Kontrolle einer bekannten Erkrankung.

Besonders gut beurteilbar sind weiche Gewebe und flüssigkeitsgefüllte Strukturen. Im Bauch können die Tierärztin oder der Tierarzt z. B. Leber, Milz, Nieren, Harnblase, Magen-Darm-Bereich, Lymphknoten und – je nach Situation – die Bauchspeicheldrüse ansehen. Ultraschallaufnahmen können Hinweise auf Entzündungen, Steine, Flüssigkeitsansammlungen, Veränderungen der Organe oder Raumforderungen geben. Auch eine Trächtigkeit lässt sich damit feststellen und überwachen.

Bei einer Herzuntersuchung (Herzultraschall oder Echokardiografie) werden Herzgröße, -klappen, -muskulatur und der Blutfluss beurteilt. Ein Farbdoppler macht Strömungen sichtbar. Veränderungen im Ultraschall sind jedoch nicht automatisch eine eindeutige Diagnose: Ob eine Raumforderung gut- oder bösartig ist, lässt sich oft erst durch die Untersuchung von Zellen oder Gewebe klären. Ultraschall kann die Probenentnahme gezielt unterstützen.

Ultraschall: So läuft die Untersuchung ab

Je nach Körperregion liegt, sitzt oder steht dein Hund. Für einen Bauchultraschall liegt er meist auf der Seite oder auf dem Rücken; für eine Herzuntersuchung gewöhnlich auf der Seite. Eine Narkose ist normalerweise nicht nötig. Bei starken Schmerzen, großer Angst oder wenn eine Probe entnommen werden soll, kann die Praxis eine Beruhigung oder Sedierung empfehlen.

Damit die Schallwellen gut in den Körper gelangen, wird das Fell an der Untersuchungsstelle meist geschoren. Anschließend kommt Ultraschallgel auf die Haut. Das ist kühl und kann manche Hunde irritieren, verursacht aber keine Schmerzen. Luft und Knochen bilden für Ultraschall Barrieren. Deshalb sind Lunge, Darm mit viel Gas sowie Bereiche hinter Knochen nur eingeschränkt beurteilbar.

Vorbereitung und Grenzen

Ob dein Hund nüchtern kommen soll, hängt von der Fragestellung ab. Vor einem Bauchultraschall wird häufig eine mehrstündige Futterpause empfohlen, damit Mageninhalt und Darmgas die Sicht weniger stören; Wasser zu trinken ist meist erlaubt. Bei der Harnblase kann eine gefüllte Blase erwünscht sein.

Die Bilder sind schwarz, weiß und grau: Flüssigkeit erscheint meist schwarz, Weichteile in Graustufen. Knochen und Luft reflektieren Schall stark und erscheinen hell, verdecken aber die dahinterliegenden Bereiche. Wie aussagekräftig der Befund ist, hängt auch von der Frage, dem Hund und der Erfahrung der untersuchenden Person ab.

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