Hunde-Anhänger fürs Fahrrad im Test

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Der Croozer Dog Jokke im Test

Text & Fotos: Veronika Rothe

Wochenende! Sonne! Perfekt für eine schöne Fahrradtour. Aber den Vierbeiner daheim lassen? Der kommt unter der Woche ja eh schon immer zu kurz …  andrerseits … mit Hund auf Radtour gestaltet sich auch nicht einfach: Wo geht die Strecke lang? Ist es von den Temperaturen draußen noch ok? Hat mein Hund überhaupt genügend Kondition? Vor allem meine Hunde stellen mich da vor ein Problem. Die beiden Cocker Spaniel Jungs Barney und Hamlet sind zu klein, um wirklich lange Strecken am Fahrrad mitlaufen zu können, aber zu groß, um noch in einen praktischen Fahrradkorb zu passen. Die Lösung: ein Hundeanhänger! DER HUND Redakteurin Veronika Rothe hat den Dog Jokke von Croozer getestet. 

Auf dem Markt finden sich viele Modelle in unterschiedlichen Größen und Preisklassen.  Von 70 bis 900 € ist alles dabei. Ausschlaggebend für den Fahrkomfort ist vor allem die Größe der Reifen, weshalb wir uns mit knapp 800 € für ein recht teures Modell entschieden haben – den Croozer Dog Jokke. Aber ist teuer auch gut? Achtung Spoiler: Was den Croozer angeht kommt hier von mir ein klares JA!

Croozer sind Experten in Sachen Fahrradanhänger. Vor allem stellen Sie Kinderanhänger her, aber auch Lasten- und seit wenigen Jahren auch Hundeanhänger. Insgesamt hat Croozer drei Anhänger für Vierbeiner im Angebot. Das kleinste Modell, der Peppa, ist für Hunde bis 35 Kilo geeignet. Die größte Größe, der Bruuno,  schafft sehr große Hunde bis 45 Kilo, und das mittlere Model, den Jokke, duften wir testen. Er packt ebenfalls Hunde bis 45 Kilo – in unserem Fall waren es zwei Hunde mit 13 Kilo. Meine Spaniels fanden zusammen großzügig Platz im Jokke. Beide konnten stehen, sich drehen und gemütlich hinlegen.

Geliefert wird der Croozer im „Rohzustand“, das heißt einige Teile müssen vor der Nutzung noch montiert und zusammengesteckt werden. An sich ist alles sehr gut intuitiv machbar, nur die Anleitung verwirrt etwas und klingt komplizierter als der Aufbau eigentlich ist. Der Croozer war noch nicht ganz aufgebaut, da sind Barney und Hamlet schon reingehüpft. Sie fanden den Anhänger von Anfang an sehr spannend. Nach dem Aufbau kam der Croozer erst einmal ins Wohnzimmer, damit die Hunde sich in Ruhe daran gewöhnen konnten.

Gewöhnung an den Fahrrad-Anhänger

Schritt 1: Croozer an einen vertrauten Platz im Wohnzimmer stellen, gemütlich mit einer Decke einrichten, alle Verdecke öffnen, Bremse anziehen oder Reifen abmontieren.

Schritt 2: Hund mit Leckerlis in den Croozer locken. Bleibt er im Anhänger, gibt es mehrere Leckerlis hintereinander. Frühstück und Abendessen im Croozer füttern.

Schritt 3: Geht er gerne und freiwillig in den Anhänger, können wir beginnen einzelne Verdecke abwechselnd zu schließen.

Schritt 4: Wir bewegen den Anhänger im Wohnzimmer, oder fahren den Hund wenige Meter durch die Wohnung.

Schritt 5: Klappt das ohne Probleme, kann der Anhänger das erste Mal ans Fahrrad montiert werden und wir schieben das Fahrrad einige Meter.

Schritt 6: Der Hund zeigt dabei keine Stresszeichen wie Hecheln, über die Nase Lecken, Zittern, Erstarren, Bellen oder eine Spontanschuppung? Dann kann‘s losgeh‘n!

Zugegeben, 26 Kilo ziehen ist – trotz großer Reifen am Anhänger – mit einem konventionellen Fahrrad doch ziemlich anstrengend. Ein E-Antrieb ist bei längeren Strecken also definitiv von Vorteil. Ansonsten merkt man nicht viel vom Croozer. Er schleicht sanft dahin, erweist sich als sehr wendig und angenehm zu handeln. Auch wenn die Hunde sich im Anhänger bewegen, um eine neue Liegeposition einzunehmen, stört das beim Fahren nicht weiter.

Der Dog Jokke wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Das Verdeck des Anhängers lässt sich vorne, oben und hinten öffnen – nicht nur ein Vorteil bei der Eingewöhnung. Für die Fahrt kann man dem Hund kleine Gucklöcher bauen. Meine beiden fanden es besonders toll, als der Blick nach vorne (auf Frauchens Rücken) frei war und haben ihre Näslein in den Wind gestreckt. Auch Cabrio fahren ist problemlos möglich – cool, oder? Zudem findet sich am Rand eine großzügige Tasche für Leine, Napf, Leckerlis & Co. Man merkt: Da hat einer mitgedacht! Die Bremse ist mit einem Handgriff angezogen, die Verbindung zum Fahrrad abschließbar und alles ist mit einem Klick an- und wieder abmontiert. Er ist also sehr benutzerfreundlich und mal unter uns: Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzmodellen sieht der Croozer auch einfach verdammt schick aus. Kein Wunder, dass er mit dem Design & Innovation Award ausgezeichnet wurde.

Auch im Urlaub müssen wir nicht auf den Croozer verzichten, er lässt sich zusammenklappen und platzsparend verstauen. Ich finde es toll, dass die Hunde mit dem Anhänger überall ihre eigene Box dabei haben können. Im Biergarten, am See, im Park, überall haben die Hunde einen Rückzugsort, in dem sie entspannen können. Hamlet, der Cocker mit Blauschimmel-Fell, hat in fremder Umgebung oft Schwierigkeiten, sich zu entspannen. Sicher und kuschelig im Croozer verstaut war das gar kein Problem mehr. Mir gefällt die Möglichkeit, den Dog Jokke mithilfe des Buggy-Sets in einen Hundewagen umbauen zu können. Barney (der rote Cocker) ist nicht mehr der Jüngste und hatte vor kurzem einen Bandscheibenvorfall. Dank des Buggy Sets könnte ich ihn auch noch im hohen Alter auf lange Gassirunden mitnehmen.

Mein Fazit:

Mit E-Bike lässt sich der Croozer optimal nutzen, dann lohnt sich auch der hohe Preis. Der Dog Jokke überzeugt durch eine einfache und leichte Handhabung, ein durchdachtes Design und das extra Cabriofeeling.

Seht hier das Video zum Test:

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Zughundesport, bei dem der Hund vor dem Fahrrad läuft, ist eher deine Kragenweite? Auch dazu haben wir Infos  hier und hier. Auch im DER HUND Club gibt's zusätzlichen Content zu Zughundesport und natürlich vielem mehr!

Hund und Fahrrad - darauf ist zu achten

Soll sich dein Hund selbst an oder vor deinem Fahrrad bewegen, muss er komplett ausgewachsen sein. Vergewissere dich bitte zudem, dass sein Bewegungsapparat gesund ist. Im Sommer eignen sich maximal die Morgen- und Abendstunden zum gemeinsamen Sporteln mit dem Rad. Steigen die Temperaturen über 20 Grad, sollten Hunde nicht am Fahrrad mitlaufen.

Wenn du deinen Hund auspowern möchtest, gibt es Varianten, die sich besser eignen als das Fahrradfahren. Denn Hunde verbrauchen kaum Energie, wenn sie locker neben dem Fahrrad hertraben. Und natürlich bauen auch sie Fitness auf, wenn sie immer wieder trainieren. Besonders wichtig, gerade für die Gelenke, ist abwechslungsreiche Bewegung. Wenn dein Hund frei laufen darf, sich in Kurven legt, das Tempo wechselt usw., wirkt sich das positiv auf seinen Körper aus. Denn nur unter Belastung werden die Gelenke von der Gelenkschmiere mit allem versorgt, was sie brauchen.

Lena Schwarz

… schnüffelt als Redakteurin für DER HUND durch die faszinierende Welt der Caniden, löchert Fachleute mit Fragen, trifft außergewöhnliche Vierbeiner und deren Menschen und teilt die Geschichten und Bilder online sowie im Printheft. Besonders gern ist sie mit Hund wandernd unterwegs.