Leserfrage: Barfen im Urlaub?

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Die Frage:

Seit einigen Monaten barfen wir unsere dreijährige Mischlingshündin. Jetzt möchten wir zum ersten Mal seitdem in den Urlaub reisen. Einen Teil der Zeit werden wir in einer Pension verbringen. Können wir unsere Hündin weiterbarfen? Wenn ja, was müssen wir dabei beachten?

Die Antwort von Dr. Gregor Berg:

Barfen im Urlaub ist möglich. Zuerst sollten Sie jedoch abklären, ob in der Pension eine Gefriertruhe vorhanden ist und ob Sie diese mitbenutzen dürfen. Wenn das der Fall ist, können Sie die Rohzutaten von zu Hause mitnehmen und in einer Kühlbox zum Urlaubsort transportieren. Ihr Metzger kann Ihnen hierzu das Fleisch vakuumieren, so bleibt es gekühlt längere Zeit frisch.

Portionen vorbereiten

Am einfachsten ist es, die Tagesrationen schon zu Hause vorzubereiten, zu portionieren und gleich einzufrieren. Alternativ können Sie fertige Barf-Menüs kaufen. Wenn es Supermärkte und Metzger am Urlaubsort gibt, dann können Sie rohes Fleisch auch dort frisch kaufen und zubereiten.

Alternative Trockenprodukte

Eine sehr elegante Möglichkeit, seinen Hund im Urlaub barfähnlich zu versorgen, bieten getrocknete oder gefriergetrocknete Produkte (Fleisch und Gemüse). Trockenprodukte sind naturbelassen, sehr leicht und brauchen wenig Platz beim Transport. Zum Verfüttern weicht man sie eine Stunde lang ein. So ergibt ein Kilogramm Trockenfleisch ungefähr vier Kilogramm Futter.

Gemüse kann man vor Ort frisch oder gefroren kaufen, auch Babygläschen sind eine gute Option. Mittlerweile gibt es auch fertige Trockenmenüs.

Alleinfutter erfordern weniger Aufwand

Viele Hundehalter, die zu Hause barfen, greifen im Urlaub gerne auf hochwertige Alleinfutter zurück, weil diese praktisch sind und der Aufwand im Urlaub gering bleibt – schließlich müssen sie dann nicht jeden Tag frische Rohzutaten für den Hund bereithalten. Sie können zum Beispiel für die Dauer des Urlaubs auf Reinfleischdosenfutter umsteigen und dieses mit Gemüse vermischen.

Nassfutter oder Trockenfutter

Auch die Umstellung auf ein hochwertiges Alleinfutter – als Nass- oder Trockenfutter – ist möglich. Nassfutter ist dem Barfen ähnlicher, weil es aus frischem Fleisch zubereitet ist und in der Regel mehr Eiweiß und Fett enthält. Allerdings gibt es auch immer mehr Trockenfutter, in dem Frischfleisch verarbeitet wurde und das von hoher Qualität mit einem hohen Fleischanteil ist.

Hunde rechtzeitig umstellen

Wenn Sie im Urlaub Alternativen zum Barfen nutzen, dann sollten Sie die Fütterung etwa eine Woche vor Reiseantritt umstellen. Dabei schleicht man eine täglich größer werdende Menge des neuen Futters ein. So kann sich der Verdauungstrakt langsam an die neue Zusammensetzung gewöhnen. Nach dem Urlaub stellt man genauso behutsam wieder auf Barf um.

So viel Futter braucht der Hund

Bei Umstellung auf Trockenfleisch oder Reinfleischdosen können Sie in etwa die gleiche Futtermenge geben wie bisher. Bitte achten Sie darauf, ob die Futter als Einzel- oder Ergänzungsfutter deklariert sind. In letzterem Fall sollten Sie Ihre Barf-Nahrungsergänzung weiter geben. Ansonsten reicht das Alleinfutter ohne Zusätze. Wenn Sie sich für ein Trockenfutter entscheiden, braucht Ihr Hund nur rund ein Viertel bis ein Drittel an Futtermenge.

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Lena Schwarz

… ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.

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