Zeckenschutz trotz Unverträglichkeiten

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Meine Jack-Russell-Hündin verträgt einige Zeckenschutz-Halsbänder, Spot-on-Präparate oder alternative Duftstoffe nicht. Wir wohnen aber in der Natur und haben ein großes Zecken-Problem. Trotz Schwarzkümmelöl im Futter und gründlicher Absuche beißt sich mindestens jeden zweiten Tag eine Zecke fest. Die Hündin leidet sehr darunter. Welches Mittel könnte verträglich sein?

Konsequenter Zeckenschutz schützt den Hund vor Infektionskrankheiten. Fell und Haut sollten täglich abgesucht und Zecken umgehend – am besten vor dem Biss oder während der ersten 8 bis 12 Stunden danach – entfernt werden. Das senkt das Risiko einer Infektion. Suchen Sie den Hund morgens und abends ab. Tierärzte führen eine Reihe an Zeckenschutz-Produkten. Sowohl bei Halsbändern als auch bei Spot-on-Präparaten haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Wirkstoffen. Informieren Sie Ihren Tierarzt über unverträgliche Produkte, sodass er solche mit anderen Wirkstoffen empfehlen kann. Was der Hund am besten verträgt, kann nur der Kontakt mit dem Wirkstoff zeigen. Einen Allergietest gibt es nicht.

Spot-on-Präparate wirken vier bis fünf Wochen lang, Halsbänder vier bis acht Monate. Die meisten Flohhalsbänder schützen nicht vor dem Befall mit Zecken, sondern töten sie erst nach längerem Kontakt ab. Die braune Hundezecke vermehrt sich massenhaft in Wohnungen. Bei einem Befall ist unbedingt eine gründliche Reinigung aller Räume anzuraten. Natürlich gibt es auch homöopathische Präparate oder Naturheilmittel wie Sulfur D4 oder D6, Schwefelblüte, Bäckerhefe sowie Mittel auf Teebaumöl- oder Citronella-Basis. Die Wirkung ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt. Wenn Sie diese Präparate bevorzugen, fragen Sie einen auf Homöopathie und Naturheilkunde spezialisierten Tierarzt. Auch täglich verabreichtes kaltgepresstes Leinsamenöl kann Zeckenbefall vorbeugen.

Es ist ungewöhnlich, dass Ihre Hündin unter den Zecken leidet. Deren Speichel wirkt betäubend, sodass Hunde den Biss nicht bemerken. Eine Zecke löst selbst keine Beschwerden aus. Möglicherweise leidet Ihre Hündin unter einer seltenen Zeckenallergie. Um dies abzuklären, kann eine Hautprobe untersucht werden. Im Falle einer Allergie müssten die Zecken unbedingt regelmäßig abgesammelt und Zeckenschutzmittel zwingend verabreicht werden. Gegebenenfalls wäre eine Behandlung der Hautläsionen mit einem Kortisonpräparat empfehlenswert.

Diese Leserfrage beantwortete Dr. Jennifer Nehls.

Dr. Jennifer Nehls

Dr. Jennifer Nehls studierte an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und promovierte in Kooperation mit dem Anatomischen Institut der Hochschule im Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift über den chronischen Leistenschmerz. Sie führt nahe Hamburg eine mobile Tierarztpraxis mit Schwerpunkt Physiotherapie für Kleintiere und betreibt als Medizinjournalistin ein Pressebüro. » www.drjennifernehls.de

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