Leserfrage: Ist Katzenfutter für Hunde schädlich?

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Die Frage:
Vor ein paar Wochen haben wir einen fünf Jahre alten Malteser-Rüden gekauft, der mit anderen Maltesern und Katzen zusammenlebte. Dort soll er Dosenfutter aus dem Supermarkt bekommen haben. Hier – bei uns ist er „Einzelhund“ – rührt er aber kein Hundefutter an, weder Dosen- noch Trockenfutter. Wir haben auch schon einige Marken durchprobiert. Ohne Erfolg. Über das Dosenfutter der Katze macht er sich aber her. Auf Dauer ist das bestimmt nicht gesund. Was raten Sie uns?

Die Antwort von Dr. Gregor Berg:

Es gibt Unterschiede in der Ernährung von Hund und Katze, daher sind auch die Futtermittel für die jeweilige Tierart unterschiedlich. Hunde sind von der Ernährungsphysiologie her Allesfresser, das heißt: Sie sind auf ein breites und wechselndes Nahrungsangebot auslegt. Katzen dagegen sind reine Fleischfresser mit sehr viel spezielleren Anforderungen an die Futterzusammensetzung. Ein Hauptunterschied ist der bei Katzen sehr viel höhere Proteinbedarf.

Proteine als Bausteine des Körpers

Proteine sind die Bausteine des Körpers. Aus ihnen bestehen die Organe, die Muskeln und Knochen sowie viele Stoffwechselprodukte. Da im Körper ständig etwas repariert werden muss, zum Beispiel weil es alt oder kaputt ist, müssen regelmäßig Proteine aufgenommen werden, um diese Bausteine zu ersetzen. Das ist bei Hund und Katze relativ gleich. Die Besonderheit bei Katzen ist aber, dass sie darüber hinaus aus Proteinen effizient und schadstoffarm Energie gewinnen. Der Hund verwendet hierfür vor allem Kohlenhydrate, weshalb im Hundefutter weniger Proteine enthalten sein müssen – und sollten.

Mögliche Probleme bei zu vielen Proteinen

Zwar kann der Hund, wie auch der Mensch, Proteine „verbrennen“, er greift darauf aber hauptsächlich in Notsituationen zurück, da bei dieser Form der Energiegewinnung im Organismus des Allesfressers gesundheitsbelastende Abfallprodukte entstehen. Die Katze dagegen ist als reiner Fleischfresser genau dafür gemacht. Frisst ein Hund dauerhaft Katzenfutter und nimmt somit sehr viel mehr Proteine auf, als er braucht, dann kann es zu Verdauungsproblemen mit Blähungen und anderen Symptomen kommen.

Die Energiegewinnung aus den überschüssigen Proteinen kann wie bereits erläutert Abfallprodukte entstehen lassen, die den Organismus belasten. Fachleute diskutieren zudem eine mögliche Schädigung innerer Organe, vor allem der Nieren, durch weit über den Bedarf hinausgehende Proteingehalte im Futter. Auch der Geldbeutel des Hundehalters wird über Gebühr strapaziert: Katzenfutter ist aufgrund der speziellen Anforderungen meist deutlich teurer.

Das richtige Futter finden

Was kann man Ihnen raten? Allein die Tatsache, dass es sich um Katzenfutter handelt, wird für den durchschnittlichen Hund ohne Lesekenntnisse nicht ausschlaggebend sein. Vielmehr sollten Sie sich fragen, was genau dem Hund an dem Katzenfutter schmeckt. Ist es eine spezielle Fleischsorte, die das Futter für den Hund so attraktiv macht? Ist es ein bestimmter Fettgehalt? Wurden im Katzenfutter hochwertige Rohstoffe verarbeitet, während das Hundefutter hauptsächlich aus pflanzlichen Rohstoffen besteht?

Die Antworten auf diese Fragen werden helfen, ein Hundefutter zu finden, das der Hund gerne frisst und das zudem optimal auf seinen Bedarf abgestimmt ist, sodass er nicht dauerhaft einem Überschuss oder Mangel an bestimmten Nährstoffen ausgesetzt ist.

Die Frage und ihre Antwort sind auch in Ausgabe 1/2018 von DER HUND erschienen.

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Lena Schwarz

... ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.

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