
Foto: Jana Schönknecht / fotolia.com
Zecken gehören inzwischen fast das ganze Jahr über zum Alltag vieler Hunde. Sie können verschiedene Erreger übertragen, die zu Krankheiten wie etwa Borreliose, Anaplasmose, Babesiose oder Ehrlichiose führen. Je früher du eine Zecke entdeckst und entfernst, desto besser! Ideal ist, sie zu erwischen, bevor sie zustechen.
Die in Deutschland häufigste Zeckenart, der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), überträgt u.a. Borrelien (Borreliose) und Anaplasmen (Anaplasmose). Die Wiesenzecke (auch als Bunt- oder Auwaldzecke bezeichnet, Dermacentor reticulatus) ist heute vielerorts verbreitet und Hauptüberträger von Babesia canis (Babesiose). Auch FSME-Viren können die Zecken an Bord haben. Last, but not least, ist noch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) zu erwähnen. Sie kann Ehrlichia canis und andere Erreger übertragen. Dieser Blutsauger findet sich v.a. in beheizten Zwingern und Wohnungen, v.a. bei Reiserückkehrern.
Zecken entfernen
Die meisten Erreger (außer FSME-Viren) gelangen nicht in den ersten Minuten von der Zecke in den Hund. Vielmehr steigt das Risiko mit der Saugdauer. Nimm dir also etwas Zeit, um die Zecke sauber zu entfernen – aber handle dennoch zügig nach dem Entdecken. Gut geeignet sind: Zeckenzange oder Zeckenpinzette mit schmaler Spitze, Zeckenkarte oder Zeckenheber mit schmaler Kerbe, sehr spitze Finger mit längeren Fingernägeln. Ungeeignet sind: Öl, Alkohol, Nagellack oder Klebstoff auf die Zecke geben, Zecke mit den Fingern zerdrücken, während sie noch steckt, Zecke anzünden oder mit Hitze „abflämmen“. Solche Methoden können die Zecke stressen. Sie speichelt dann möglicherweise mehr und gibt so eher Erreger ab. Auch für den Hund sind sie nicht gerade angenehm.
Zecke herausziehen oder herausdrehen?
Scheitle das Fell, damit du den Zeckenkörper gut siehst. Setze das Werkzeug deiner Wahl möglichst nah an der Haut an und fasse die Zecke an den Mundwerkzeugen – nicht am vollgesogenen Hinterleib. Ziehe dann die Zecke langsam und gerade aus der Haut heraus bzw. „heble“ sie mit einem Zeckenheber sanft ab. Ob du dabei leicht drehst oder nicht, spielt keine große Rolle – wichtig ist, dass du nicht ruckartig ziehst und den Körper nicht quetschst. Rundherum zu drehen hat keinen Vorteil, denn die Zecke hat ja kein Schraubgewinde. Entsorge sie in einem verschließbaren Behälter, in Klebeband oder Küchenpapier sicher oder töte sie in hochprozentigem Alkohol. Wasche dir anschließend gründlich die Hände.
Auch wenn du sorgfältig vorgehst, kann es passieren, dass kleine Reste der Mundwerkzeuge in der Haut bleiben. Das ist in der Regel nicht gefährlich. Der Körper stößt dieses Fremdmaterial ab. Stochere nicht mit Nadeln, Pinzetten oder anderen Hilfsmitteln in der Haut herum. Beobachte die Einstichstelle über die folgenden Tage. Eine leichte Rötung ist zunächst normal. Sollte die Stelle anschwellen, eitern oder für Schmerzen sorgen, solltest du in die Tierarztpraxis. Auch wenn andere Symptome auftreten, solltest du beim Tierarzt/bei der Tierärztin erwähnen, dass dein Hund eine Zecke/Zecken hatte und sagen können, wann das war.
Vorbeugung: So schützt du deinen Hund vor Zecken
Der beste Schutz vor einer Infektion ist es natürlich, wenn erst gar keine Zecke sticht oder zumindest schnell wieder vom Hund ablässt. Egal, ob dein Hund ein Zeckenschutzmittel bekommt oder nicht: Suche täglich das Fell ab, besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Leisten und zwischen den Zehen. Zecken, die nur krabbeln und noch nicht saugen, lassen sich meist leicht abstreifen oder frühzeitig entfernen. Manche Hunde scheinen besonders viele Zecken zu haben, während andere größtenteils „verschmäht“ werden. Genaue Untersuchungen zur Ursache sind uns nicht bekannt. Aber das könnte damit zu tun haben, dass sich die Körperausdünstungen von Hund zu Hund etwas unterscheiden.
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Frühling ohne Zecken: Natürlicher Zeckenschutz für deinen Hund
Frühling bedeutet Sonne im Gesicht, frische Luft und lange Spaziergänge mit deinem Hund. Doch diese Jahreszeit ist auch ideal für Zecken: Temperaturen über 10 Grad und ausreichend Feuchtigkeit bieten den kleinen Parasiten perfekte Bedingungen. Zecken sitzen oft an Grashalmen oder im Gebüsch und warten dort auf vorbeigehende Tiere. Ihren Wirt finden sie vor allem über Gerüche. Genau hier setzt unser Bundle aus AkaFree und Para-Z-Pellets an. AkaFree mit Geraniol wird äußerlich angewendet und kann Zecken, Milben und andere Lästlinge fernhalten. Du kannst es auch für Körbchen und Decken gegen Milben nutzen. Die Para-Z-Pellets nach Dr. Jutta Ziegler mit Zistrose und Bierhefe unterstützen deinen Hund von innen, indem sie seine Ausdünstung verändern, so wird er für Zecken weniger interessant. Die natürliche Kombination für entspannte Spaziergänge und unbeschwerte Frühlingsabenteuer. Das Beste für dein Tier!
Für die Zeckenabwehr stehen sehr viele wirksame Produkte zur Verfügung. Neben Spot-on-Präparaten und Halsbändern sind inzwischen auch Kautabletten auf dem Markt. Vorsicht mit Hausmittelchen! Bernsteinketten oder Magnetanhänger etwa sehen zwar hübsch aus, haben aber keine fundiert wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung gegen Zecken. Das Gleiche gilt für exotische Öle und Essenzen. Mancher Hundehalter:innen schwören auf Knoblauch, um Zecken abzuhalten. Darauf solltest du verzichten: Knoblauch ist für Hunde giftig und führt zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen.
Medikamentöse Zeckenprophylaxe
Es gibt verschiedene Darreichungsformen, die über Tierarztpraxen erhältlich sind:
- Spot-on-Präparate (auf die Haut im Nacken aufgetragen)
– häufige Wirkstoffe: z.B. Permethrin, Fipronil, weitere Kombinationen - Halsbänder mit langanhaltender Wirkung
– häufige Wirkstoffe: z.B. Deltamethrin, Flumethrin - Kautabletten mit systemisch wirkenden Substanzen
– enthalten meist Wirkstoffe aus der Gruppe der Isoxazoline (z.B. Fluralaner, Afoxolaner, Sarolaner, Lotilaner)
Die Präparate unterscheiden sich in Aspekten wie Wirkungsdauer, Wirkart (abweisend / abtötend) und Verträglichkeit je nach Hund (Alter, Gewicht, Vorerkrankungen). Produkte mit Permethrin sind für Hunde zugelassen, aber für Katzen giftig – sie dürfen niemals bei Katzen angewendet werden.
In manchen Regionen mit hohem Risiko kann zusätzlich eine Impfung gegen Borreliose sinnvoll sein. Ob sie für deinen Hund empfohlen wird, hängt von eurem Aufenthaltsort (Endemiegebiet ja/nein) und eurer Lebensweise (viel im Wald, Jagdhund, Auslandseinsätze) ab. Deine Tierärztin/dein Tierarzt berät dich dazu.
Kurz zusammengefasst:
- Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen – eine frühzeitige Entfernung senkt das Risiko deutlich.
- Nutze passende Hilfsmittel und zieh die Zecke ruhig, nah an der Haut und ohne Quetschen heraus.
- Reste der Mundwerkzeuge sind meist unkritisch, solange die Stelle sauber gehalten und beobachtet wird.
- Eine Kombination aus regelmäßiger Zeckenkontrolle, tierärztlich empfohlenen Schutzmitteln und – je nach Region – einer Borreliose-Impfung bietet deinem Hund den bestmöglichen Schutz.

