14/01/2021 

Eine Verstopfung kann sehr unangenehm und schmerzhaft sein. Betroffene Hunde setzen nur schwer, selten oder in kleinen Mengen Kot ab. Hält das Problem länger als 24 bis 48 Stunden an, kommen Schmerzen, Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch oder ein schlechter Allgemeinzustand dazu, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Von Verstopfung spricht man, wenn Kot zu lange im Dickdarm bleibt, dort immer mehr Wasser verliert und dadurch hart, trocken und schwer ausscheidbar wird. Man unterscheidet zwischen akuter Verstopfung, die plötzlich auftritt, und chronischer Verstopfung, die immer wiederkehrt oder länger anhält. Chronische Probleme können unter anderem durch Bewegungsmangel, Schmerzen beim Kotabsatz, orthopädische Erkrankungen wie Hüft- oder Rückenprobleme, aber auch durch eine gestörte Darmbewegung entstehen.

Mögliche Ursachen sind zu wenig Flüssigkeitsaufnahme, zu wenig Bewegung, ungeeignetes Futter, sehr viele Knochen in der Ration, verschluckte Fremdkörper, Haare, Schmerzen im Afterbereich, vergrößerte Analbeutel, Prostatavergrößerung beim Rüden, Beckenverletzungen, Tumoren oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente. Auch Entzündungen im Darm- oder Afterbereich können dazu führen, dass ein Hund den Kotabsatz vermeidet. Je länger Kot zurückgehalten wird, desto härter wird er – ein Teufelskreis.

Anzeichen für Verstopfung beim Hund

Typisch ist, dass der Hund wiederholt in Kotabsatzhaltung geht, stark presst und trotzdem nur wenig oder gar keinen Kot absetzt. Der Kot ist oft hart, trocken, krümelig oder sehr klein. Manche Hunde zeigen Unruhe, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder Müdigkeit. Auch schleimiger oder blutiger Absatz kann vorkommen. Wichtig: Manchmal wirkt es wie Durchfall, obwohl eigentlich harter Kot festsitzt und nur Schleim oder kleine Mengen Flüssigkeit vorbeilaufen. Das nennt man Pseudodurchfall.

Wann ist Verstopfung ein Notfall?

Sofort in die Tierarztpraxis oder Tierklinik solltest du, wenn dein Hund gar keinen Kot mehr absetzt, stark würgt oder erbricht, einen aufgeblähten oder schmerzhaften Bauch hat, sehr matt ist, Blut verliert, Fieber hat oder der Verdacht besteht, dass er einen Fremdkörper gefressen hat. Auch Welpen, alte Hunde und Hunde mit Vorerkrankungen sollten früher untersucht werden.

Was hilft bei Verstopfung?

Die Behandlung hängt von der Ursache und vom Schweregrad ab. Bei leichten Fällen können mehr Flüssigkeit, angepasste Bewegung und eine passende Fütterung helfen. Bitte verabreiche keine Abführmittel, Einläufe oder Hausmittel ohne tierärztliche Rücksprache. Viele Mittel für Menschen sind für Hunde ungeeignet oder können gefährlich werden.

In der Tierarztpraxis kann der Kot vorsichtig aufgeweicht oder entfernt werden; je nach Fall kommen Infusionen, Schmerzmittel, spezielle Abführmittel, Einläufe oder weitere Diagnostik zum Einsatz. Liegen Fremdkörper, Tumoren oder ein Darmverschluss vor, kann eine Operation nötig sein.

Verstopfung vorbeugen

Vorbeugend helfen ausreichend Wasser, regelmäßige Bewegung, ein gut verträgliches Futter und eine zum Hund passende Menge an Ballaststoffen. Wenn dein Hund Knochen bekommt, sollten Menge und Verträglichkeit sehr genau beobachtet werden, denn zu viel Knochen kann zu hartem „Knochenkot“ führen. Bei älteren Hunden, Rüden mit Prostataproblemen oder Hunden mit Gelenk- und Rückenschmerzen lohnt es sich, wiederkehrende Kotabsatzprobleme früh abklären zu lassen.

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