Hartnäckiger Durchfall durch Barfen

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Seit drei Monaten barfe ich meinen Schäferhund-Mischling. Da man mir von einer langsamen Umstellung abriet, habe ich von einem Tag auf den anderen Barf-Futter gegeben. Man hatte mich auch vorgewarnt, dass es zu Durchfall kommen könnte, und so kam es auch. Leider ist der Durchfall aber sehr hartnäckig: Der Kot ist immer noch sehr breiig. Ist das noch normal? Und was kann ich dagegen tun?

Ein Futterwechsel sollte immer langsam erfolgen, weil der Körper die Verdauungsenzyme und die Darmflora an die geänderte Futter zusammensetzung anpassen muss. Und das dauert einige Zeit. Eine Futterumstellung sollte daher über mindestens fünf Tage geschehen, in denen man das neue Futter mit dem alten Futter mischt. Dabei gibt man jeden Tag eine größere Menge neues Futter und eine weniger werdende Menge altes Futter zusammen in den Napf. Wenn der Durchfall Ihres Mischlings ursächlich durch den abrupten Futterwechsel hervorgerufen worden sein sollte, dann können Sie, um das Magen-Darm-System Ihres Hundes wieder ins Lot zu bringen, für die Dauer von ein bis zwei Wochen eine Schonkost-Diät füttern. Diese muss leicht verdaulich, d. h. fettarm sein und auch nicht zu viele Proteine enthalten. Als Barf-Ration eignet sich hierfür mageres Fleisch, z. B. Hähnchen oder Pute (mit gekochtem Reis und Hüttenkäse).

Das Futter sollte in kleinen Portionen mehrmals täglich gegeben werden, damit der Darm nicht zu viel auf einmal zu verarbeiten hat. Sobald der Kot fest ist, können Sie die eigentliche Barf-Ration langsam mit einmischen und einen langsamen Futterwechsel durchführen. Sollte der Kot weiterhin breiig sein, sollten andere Ursachen abgeklärt werden. Fütterungsbedingt kann es dann sein, dass das Futter z. B. zu kalt gefüttert wird, dass das Futter mit Keimen kontaminiert ist oder sogar verdorben ist. Es ist auch möglich, dass die Ration zu viel Bindegewebe oder nicht aufgeschlossene Kohlenhydrate enthält. Auch die einzelnen Zutaten einer Barf-Ration können Durchfall auslösen. Besonders rohes Fleisch kann Bakterien (Lebensmittelkeime wie z. B. Salmonellen, Campylobacter), Viren, Einzeller oder andere Parasiten enthalten.

Ich empfehle Ihnen generell, Ihre Barf-Rationen von einem Tierarzt, der sich auf Ernährungsberatung spezialisiert hat oder einem anderen Fachmann überprüfen zu lassen. Diese Experten können Ihnen Tipps geben in Hinblick auf das richtige Fütterungsmanagement und Ihnen auch sagen, ob die Rationen den Bedarf Ihres Hundes abdecken. Wenn der Durchfall letztendlich nicht auf die Futterumstellung zurückgeführt werden kann, sollten Sie Ihren Hund einem Tierarzt vorstellen, um eine Infektion mit Parasiten (z. B. Würmer, Giardien) oder eine organische Erkrankung abzuklären.

Diese Leserfrage beantwortete Dr. Gregor Berg.

Dr. Gregor Berg

Dr. Gregor Berg ist Tierarzt mit einer Praxis für Ernährungsberatung. Um Hunde und Katzen mit hochwertigem und bedarfsgerechtem Futter – auch im Krankheitsfall – versorgen zu können, hat er die Dr. Berg Tiernahrung GmbH gegründet. Studiert hat er in München und dort an der Klinik für Innere Medizin promoviert.
» www.gregorberg.com

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