Du fragst, Experten antworten: Hund bellt im Auto – Was tun?

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Seit Kurzem bin ich Halter eines zweijährigen Retriever-Mix-Rüden, der sich recht gut in unseren Alltag eingefügt hat. Ein Problem gibt es aber: Im Auto verbellt er alles und jeden, der sich dem Fahrzeug nähert. Solange sich das Auto bewegt, ist er ruhig und schaut dabei aus dem Fenster. Aber sobald der Wagen steht, wird er laut, wenn sich draußen etwas regt. Das können Personen, Hunde, andere Tiere, aber auch Motorradfahrer oder andere Autos sein. Sein Bellen ist dabei sehr hochtönig und schrill. Leider lässt er sich überhaupt nicht beruhigen, bis er nach ein paar – höchst anstrengenden ‒ Minuten von selbst damit aufhört. Wie können wir das Bellen verhindern?

Die Antwort von Hunde-Experte José Arce:

Leider fehlt mir die Information, wie der Hund sich zu Hause im Allgemeinen verhält oder auch beim Spaziergang. Ihr Hund hat nicht verstanden, dass für ihn Autofahren heißt, sich zu entspannen und sich einfach hinzulegen. Er zeigt das dadurch, dass er die ganze Zeit beobachtet und dann, wenn das Auto steht, die Kontrolle übernehmen möchte. Sie müssen Ihrem Hund zeigen, dass er im Auto nicht auf alles aufpassen muss und sich entspannen kann. Er muss spüren, dass Sie die Verantwortung tragen.

Wie können Sie das erreichen? Falls Sie sich bisher bei den Spaziergängen noch nicht so viele Gedanken über Führung und Struktur gemacht haben, sollten Sie das jetzt spätestens tun. So wird es für Ihren Hund dann auch einfacher zu verstehen, was Sie im Auto von ihm möchten. Ab jetzt wird Ihr Auto ein Ort, an dem Ihr Hund sich ausruhen darf.

Übung im Auto

Die Übung sollte so aussehen, dass Sie nach einem strukturierten Spaziergang kurze Fahrten unternehmen und immer wieder anhalten und den Kofferraum öffnen. Dann müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Hund sich hinlegt und entspannt. Bitte halten Sie nur dort, wo möglichst viel los ist. Es ist wichtig, dass Ihr Hund hinten im Auto gesichert ist. Damit meine ich: mit Geschirr und Leine, sodass er nicht aus dem Auto springen kann. Dann machen Sie die Klappe auf und setzen sich zu Ihrem Hund. Nun sorgen Sie dafür, dass der Hund sich hinlegt.

Jedes Mal, wenn Ihr Hund sich dann wieder aufregt, müssen Sie dafür sorgen, dass er sich hinlegt und zur Ruhe kommt. Wenn Sie dann nach ein paar Annäherungen Erfolg haben und der Hund ruhig bleibt, setzen Sie sich nach vorne ins Auto. Warten Sie ein paar Minuten, bevor Sie weiterfahren. Genauso, wie Sie jeden Tag mit Ihrem Hund spazieren gehen, sollten Sie ab jetzt jeden Tag diese Übung in einen Spaziergang einbauen. Da Ihr Hund dieses Verhalten nur zeigt, wenn das Auto steht, glaube ich, dass Sie sehr schnell zum Erfolg kommen werden, wenn Sie diese Übung täglich mit einem strukturierten Spaziergang verknüpfen.

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Lena Schwarz

... ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.

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