Tierarzt-Sprechstunde mit Dr. Seeburg

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Beagle-Hündin mit Hefepilz im Ohr

"Das Ganze fing vor etwa 6 Wochen an. Meine Beagle-Hündin fing beim Einschlafen an verstärkt zu zucken. Nicht so wie beim Träumen, sondern stärker, als wenn sie "in ein Loch fällt" und dann aufschrickt.

Das verstärkte sich dann noch. Zusätzlich kam dann noch hinzu, dass, wenn man sie am Kopf, speziell über die Augen, streicheln wollte, sie total zurückschreckt. Das wurde immer stärker, sodass sie beim zurückschrecken auch schwankt, als wäre sie schwindelig. Mir kommt es so vor, als würde die Übertragung vom Auge zum Gehirn irgendwie verzögert funktionieren. Ansonsten ist sie total fit und hat auch sonst keine Gleichgewichtsstörungen. Nur beim Streicheln, in Zusammenhang mit dem Erschrecken oder beim Kopfschütteln.

Ich war dann bei meinem Haustierarzt. Es wurden verschiedene Antibiotika und Durchblutungsmittel verordnet. Allerdings ohne relevante Besserung. Bei der Blutuntersuchung einschließlich Schilddrüse war alles normal. Ich ließ dann ein MRT vom Kopf machen in der Tierklinik in Alzey. Dort wurden die Augen komplett untersucht und auch neurologisch alles kontrolliert. Im MRT fand man einen "Tumor" in der Ohrpauke. Dieser wurde punktiert und ergab einen massiven Hefepilzbefall, woher auch der Tumor kommen soll.

Mir wurde jetzt geraten die Ohrpauke ausräumen zu lassen, da es sonst keine Besserung gäbe. Es wurde auch der Verdacht auf eine ideopathische Epilepsie geäußert, wegen der Zuckungen. Meine Frage ist jetzt: Soll ich die OP durchführen lassen und können diese Zuckungen und Schwankungen auch von dem Tumor im Ohr kommen oder sind das zwei verschiedene Erkrankungen? Die Schwankungen würde ich ja verstehen, wenn sie von dem Tumor kommen, da dieser in der Nähe des Gleichgewichtsorgans im Ohr liegt. Aber die Zuckungen passen irgendwie nicht dazu. Können Sie mir noch einen Rat geben?"

Sabine K. mit Beagle-Hündin Anka (9 Jahre alt)

Unser Experte: OP angezeigt

Ihren Beschreibungen zufolge können die Zuckungen von "Anka" durch Berührungsschmerzen - bedingt durch den Tumor beim Hund im Ohr - ausgelöst worden sein,  ebenso, wie bspw. durch das Ablegen des Kopfes zum Schlafen. Das würde auch das Aufschrecken erklären.

Außerdem sind Hefepilze sehr hartnäckig und sehr schwer unter Kontrolle zu bekommen. Um dem Hund zu helfen, erscheint mir das operative Ausräumen ebenfalls angezeigt.

Gute Besserung für "Anka"!

Dr. Wolf-Rainer Seeburg

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