Sprechstunde mit Hunde-Erziehungsexpertin Christine Holst

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Australian Terrier bellt beim Haustürklingeln und beim Gassi gehen

‘‘Liebe Frau Holst,

unser „Ivanhoe“ (Australian Terrier) wurde mit 3 Jahren kastriert, wir haben ihn von einem Züchter. Eigentlich ist er von klein auf eher ängstlich und sehr schreckhaft. Beim Gassi-gehen bellt er jeden Hund an, und in der Wohnung bellt er beim Klingeln an der Haustür. Wir haben einen zweiten Australian Terrier, der zuerst da war und der ist die Ruhe selbst! Ivanhoe ist jetzt 6 Jahre alt. Er hat auch ständig Hunger und weiß eigentlich auch nicht wann er satt ist, schlingt seine Mahlzeit extrem hastig runter, nimmt aber dennoch nicht zu, weil er auch sehr hektisch ist.‘‘

Doris A. mit Australian Terrier Ivanhoe (6 Jahre alt)

Unsere Expertin: Kastration könnte Ängstlichkeit verstärkt haben

Die Kastration war für Ihren Ivanhoe in Puncto seiner Ängstlichkeit sicher nicht sehr zuträglich. Da das Testosteron angstlösend ist, werden beim Rüden durch die Kastration Verhaltensweisen die durch die Unsicherheit ausgelöst werden meist verstärkt. (Lesen Sie hierzu gerne auch das Interview mit PD Dr. Udo Gansloßer zur Kastration bei Stadthunde.com) Nun gut – dies ist Vergangenheit und nicht mehr zu ändern. Umso wichtiger ist es, ihm jetzt zu zeigen, dass er sich auf Sie verlassen kann. Übernehmen Sie draußen bei den Hundebegegnungen die Führung. So kann sich Ivanhoe entspannen und muss nicht den „Großen“ geben. Durch eine gute Leinenführigkeit im Sinne von Führen wird es sich sicherer fühlen. Holen Sie sich hier gegebenenfalls Hilfe durch einen Hundetrainer, der Ihnen dies zeigen kann.

Hund auf seinen Platz schicken

Wenn es bei Ihnen zu Hause klingelt schicken Sie Ivanhoe auf seinen Platz. Dies können Sie vielleicht mit Hilfe von Nachbarn und Freunden trainieren. Geben Sie ihm zu verstehen, dass Sie auch im häuslichen Umfeld das Sagen haben. Und erst wenn er im Körbchen entspannt darf er die Besucher begrüßen.

Hund und Mensch als Team

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund körperlich und geistig ausgelastet wird. Je besser Sie hier als Team zusammenarbeiten und Erfolgserlebnisse produzieren, umso größer wird sein Selbstvertrauen; und natürlich ihre Mensch-Hund-Beziehung intensiver.

Zu guter Letzt möchte ich Sie bitten, einen Tierarzt auf zu suchen, um seinen Gesundheitszustand abzuklären. Hier gibt es hoffentlich den gewünschten Aufschluss zur schlechten Futterverwertung.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Ihre Christine Holst

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