Hundebestattungen – Teil 2

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Tierfriedhof als letzte Ruhestätte

Hier bietet sich die Bestattung auf einem öffentlichen Tierfriedhof an, wo das Grab jederzeit aufgesucht werden kann, wenn der Mensch das Bedürfnis verspürt. Mittlerweile gibt es in Deutschland über einhundert solcher Tierfriedhöfe, die meist an Waldrändern oder in abgeschiedener Natur an sorgsam gewählten Orten liegen.

Die Anmietung eines Grabes ist zwar kostenpflichtig, oft kommt ein Teil des Beitrags allerdings dem Tierschutz zugute. Und für diesen Beitrag erhält man eine würdige Ruhestätte, die man jederzeit besuchen und nach eigenen Vorstellungen gestalten kann. Meist besteht die Möglichkeit, die Hilfe eines professionellen Tierbestatters in Anspruch zu nehmen.

Einen professionellen Tierbestatter zu engagieren, mag für viele Menschen erst einmal etwas befremdlich erscheinen. Immerhin ist die Trauer um ein Tier etwas sehr Intimes und vielleicht sogar noch persönlicher als die Trauer um einen Menschen – quält viele Trauernde doch gleichzeitig das schlechte Gewissen, ob es überhaupt legitim ist, so sehr um ein Tier zu trauern.

Trauer um Hund wird ernst genommen

In ihrem Buch „Es ist doch nur ein Hund“ schreibt die Psychologin Claudia Pilatus: „Das Haustier erlaubt eine problemlose, unkomplizierte, innige Beziehung und ist damit von hohen psychischem Wert.“ Und das weiß ganz sicher niemand besser als die Menschen, die sich beruflich mit der Tierbestattung beschäftigen. Wer sich also zuvor einen guten Tierbestatter aussucht, kann sicher sein, dass seine Trauer hier ernst genommen und sein Tier pietätvoll behandelt wird.

Auf Tierfriedhöfen gibt es meist eine Vielzahl an Möglichkeiten für die letzte Ruhe des Vierbeiners.  Klassisch ist die Erdbestattungen in einem Holz- oder Pappsarg, der den eigenen Wünschen entsprechend ausgewählt werden kann. Wer möchte, kann seinem Hund eine Grabbeigabe in den Sarg legen – ein Leckerchen, das er besonders gerne mochte, oder sein Lieblingsspielzeug.

Dabei muss sich niemand albern fühlen, derartige Rituale sind eine uralte menschliche Tradition. Grabbeigaben in vorchristlichen Hundegräbern waren durchaus nicht unüblich und beruhten auf der Vorstellung, dass der Hund auf dem Weg ins Jenseits eine Stärkung gut gebrauchen kann oder sein Lieblingsspielzeug nicht missen möchte. In unserem modernen naturwissenschaftlichen Denken haben derlei Ideen vielleicht keinen rationalen Platz mehr. Doch selbst wenn es dem Hund nicht mehr helfen sollte – den Menschen, die er zurücklässt, hilft es oft dennoch, dem Hund noch etwas mit zu geben.

Erdbestattungen oder Urnen für Hunde

Auch Grabsteine sind bei Erdbestattungen möglich und können mit individuell gravierten Gedenkplatten versehen werden. Grabkreuze werden allerdings nicht angeboten. Blumenschmuck oder eine angemessene Bepflanzung kann nach eigenen Wünschen gestaltet werden. Wer so viele Rituale lieber meidet, kann seinen Hund auch in einem schlichteren Anonymgrab beisetzen lassen. So weiß er, dass er eine würdige letzte Ruhestätte hat, muss sich aber nicht mit dem oft schmerzlichen Anblick des Grabes auseinandersetzen.

Der Service eines Tierbestatters geht aber meistens weit über die Organisation eines Begräbnisses hinaus. Auf Wunsch wird der verstorbene Hund zuhause abgeholt und zum Tierfriedhof oder auch zum Tierkrematorium gefahren. Es besteht sowohl die Möglichkeit, den Hund einzuäschern und die Urne auf dem Tierfriedhof beisetzen zu lassen, als auch, sie wieder zurück nach Hause gebracht zu bekommen, so dass sie immer in der eigenen Obhut ist.

In dem Buch „Es ist doch nur ein Hund“, zitiert Claudia Pilatus ein Editorial einer britischen Zeitung Ende des 19. Jahrhunderts:

„Es gibt jedoch einen Platz, einen Hund zu begraben – den einzigen vielleicht, den besten bestimmt. Wenn wir ihn hier begraben, wird er zu uns kommen, wann immer wir ihn rufen – wird über die finsteren, unbekannten Grenzen des Todes hinweg den wohlbekannten Weg  hinunterlaufen und an unsere Seite kommen. Der beste Platz einen guten Hund zu begraben, ist im Herzen seines Herrn.“

Und dieser Platz ist unserem Hund gewiss. (je)

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