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Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen werden kann. Beim Hund führt ein Kontakt mit Borrelien längst nicht immer zu einer Erkrankung. Wenn Symptome auftreten, sind sie oft unspezifisch. Genau das macht die Diagnose schwierig.
Borreliose wird durch Bakterien aus dem Borrelia-burgdorferi-sensu-lato-Komplex ausgelöst. In Europa spielt vor allem der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) als Überträger eine Rolle. Borrelien befinden sich in der Zecke und können beim Saugakt in den Hund gelangen. Das passiert in der Regel nicht sofort: Meist steigt das Risiko erst deutlich, wenn die Zecke länger festgesaugt bleibt; häufig wird ein Zeitraum von etwa 24 bis 48 Stunden genannt.
Symptome einer Borreliose beim Hund
Viele infizierte Hunde zeigen keine Krankheitszeichen. Wenn Borreliose beim Hund klinisch auffällt, können Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, geschwollene Lymphknoten und Lahmheiten auftreten. Typisch beschrieben sind wechselnde Lahmheiten durch schmerzhafte Gelenkentzündungen. Seltener kann es zu schweren Komplikationen kommen, etwa einer Nierenerkrankung im Zusammenhang mit Borreliose. Die Symptome können Wochen bis Monate nach einem Zeckenstich auftreten und passen auch zu vielen anderen Erkrankungen.
Warum ein positiver Test nicht alles beweist
Wenn du eine Zecke findest, entferne sie möglichst schnell und vollständig mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte. Ein Labortest der Zecke kann zwar zeigen, ob diese Zecke Borrelien getragen hat, beweist aber nicht, dass dein Hund infiziert wurde oder krank wird. Für die Diagnose sind deshalb vor allem das Gesamtbild aus Symptomen, Zeckenexposition, tierärztlicher Untersuchung und passenden Blut- oder Urintests wichtig. Antikörpertests zeigen in erster Linie, ob das Immunsystem Kontakt mit Borrelien hatte, nicht automatisch eine aktive Erkrankung.
Treten nach einem Zeckenstich Fieber, Lahmheit, Mattigkeit, Appetitlosigkeit oder andere Auffälligkeiten auf, solltest du deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt davon berichten. Bitte tue das auch, wenn der Zeckenstich schon Wochen zurückliegt. Bei Verdacht auf Borreliose müssen oft auch andere Ursachen für Lahmheit, Fieber oder Nierenprobleme ausgeschlossen werden. Wird eine behandlungsbedürftige Borreliose diagnostiziert, kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz, häufig über mehrere Wochen. Welche Therapie sinnvoll ist, entscheidet die Tierarztpraxis nach Befund.
Borreliose vorbeugen: Zeckenschutz ist entscheidend
Den besten Schutz bietet das konsequente Vorbeugen eines Zeckenbefalls. Dazu gehören z. B. Spot-ons, Halsbänder oder Tabletten. Besprich mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin, was am besten zu deinem Hund und euren Lebensumständen passt. Kontrolliere deinen Hund nach Spaziergängen, besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Leisten und zwischen den Zehen. Entferne Zecken möglichst früh, ohne Öl, Klebstoff oder Quetschen. In manchen Regionen und für Hunde mit hohem Zeckenrisiko kann auch eine Borreliose-Impfung infrage kommen. Ob sie für deinen Hund sinnvoll ist, solltest du tierärztlich besprechen.
