FSME bei Hunden: Das solltest du wissen

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Die FSME (Frühsommer Meningoenzephalitis) ist eine Viruserkrankung, die schwere Hirnhautentzündungen verursachen kann. Die Viren werden durch einen Zeckenstich übertragen. Besonders oft, aber lange nicht ausschließlich, erkranken Menschen in Süddeutschland. Bei Hunden und anderen Tieren kommt die FSME selten vor, kann aber lebensbedrohlich sein.   

Was verursacht eine FSME?

Zecken können verschiedenste Erreger in sich tragen und über Stiche auf Mensch und Tier übertragen. In Kontakt kommen wir mit infizierten Zecken insbesondere bei Wanderungen und Spaziergängen. Es hat aber auch schon Fälle gegeben, bei denen sich Erkrankte nachweislich nur im eigenen Garten aufgehalten hatten. Dorthin gelangen die Zecken, und somit das Virus, zum Beispiel über Wildtiere wie Igel und Füchse.

Anders als andere Erreger, die erst mehrere Stunden nach dem Stich von der Zecke in die Gestochenen gelangen, kann das FSME-Virus direkt nach dem Stich übertragen werden. Noch dazu lassen sich bei einer Erkrankung nur die Symptome behandeln – wie sie verläuft, lässt sich nicht wirklich vorhersagen. Mit Hinblick auf diese beiden Punkte empfiehlt sich für Menschen, insbesondere in Risikogebieten, eine Impfung durchaus. Für Hunde gibt es diese Option nicht.

FSME-Infektion: Risikogebiete

Ob du in einem Risikogebiet lebst – Experten sehen ganz Süddeutschland als Risikogebiet – kannst du bei deinem örtlichen Gesundheitsamt in Erfahrung bringen. Auch beim Robert Koch Institut online gibt es Karten. In einem Interview im Frühjahr 2021 sagte uns Prof. Dr. Gerhard Dobler, Mikrobiologe bei der Bundeswehr und FSME-Experte:

„Man muss überall, wo es Waldwiesen und Waldstrukturen gibt, damit rechnen, dass das Virus dort zirkuliert und auch übertragen werden kann – unabhängig davon, ob es dort bereits FSME-Fälle bei Menschen gegeben hat.“

In Deutschland hat es schon 2020 sehr viele FSME-Fälle gegeben: mehr als 700. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch sehr viel höher sein könnte. Die leichteren Symptome bei uns Menschen können denen eines grippalen Infekts ähneln. Sie werden daher oft nicht mit der FSME in Zusammenhang gebracht. Außerdem wandten sich wahrscheinlich viele Betroffene aus Angst davor, sich mit dem Coronavirus anzustecken, nicht an Arztpraxen.

Leider gibt es auch immer mehr Auwaldzecken, die das FSME-Virus in sich tragen. Das bedeutet, dass das Erkrankungsrisiko auch in kühleren Monaten gegeben sein kann. Denn diese Zecken sind anders als der Gemeine Holzbock auch unterwegs, wenn die Temperaturen gerade mal über 0 Grad Celsius liegen.

Symptome einer FSME

Hat eine infizierte Zecke deinen Hund gebissen, bedeutet das nicht, dass der Hund auch an FSME erkrankt. Wenn das Immunsystem der Vierbeiner nicht geschwächt ist, bricht die Erkrankung häufig gar nicht aus. In seltenen Fällen kommt es aber zu Infektionen, die sehr schwer verlaufen und manchmal auch tödlich enden.

Wenn du dich mit deinem Hund in Risikogebieten aufgehalten hast und er nach circa einer Woche sehr hohes Fieber bekommt, kann das auf eine FSME-Infektion hindeuten. Der Hund kann plötzlich aggressiv oder teilnahmslos werden.  Manchmal kommt es zu Schwindel, Lähmungen und Krampfanfällen. In einigen schweren Fällen kann der Hund nicht mehr selbstständig Kot und Urin absetzen. Die genannten Symptome können natürlich auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auftreten. Sie sollten in jedem Fall von einem Tierarzt/einer Tierärztin abgeklärt werden.

FSME: behandeln und vorbeugen

Wenn du bei deinem Hund oben beschriebene Symptome beobachtet, hole bitte möglichst schnelltierärztliche Hilfe. Wenn im Blut deines Hundes Antikörper feststellt werden,  besteht schneller Handlungsbedarf. Bei Tieren, die unter Krampfanfällen leiden, sollte eine stationäre Behandlung erfolgen.

Bei einem leichteren Verlauf der Krankheit ist eine Genesung des Hundes möglich. In einigen Fällen kann es zu einem chronischen Verlauf der Krankheit kommen. Es gibt Hunde, die eine Erkrankung überstehen, aber danach zum Beispiel tierphysiotherapeutische Maßnahmen brauchen, um den Körper wieder aufzubauen. Bei schweren Verläufen müssen die Hunde oft leider eingeschläfert werden, um ihnen Leid zu ersparen. Auch wenn das Einschläfern meist schwer fällt, ist es bei einer Krankheit, die die Lebensqualität so stark beeinträchtigt, in Betracht zu ziehen.

Ist der Hund erst einmal erkrankt, lässt sich nur eingeschränkt helfen. Du kannst aber einiges tun, um die Infektion zu vermeiden. Eine Impfung gegen die FMSE gibt es für Hunde leider nicht. Aber ein Parasiten-Schutz deiner Wahl kann einen Zeckenbefall verhindern. Somit wird das Risiko einer FMSE-Infektion minimiert.

Lena Schwarz

… schnüffelt als Redakteurin für DER HUND durch die faszinierende Welt der Caniden, löchert Fachleute mit Fragen, trifft außergewöhnliche Vierbeiner und deren Menschen und teilt die Geschichten und Bilder online sowie im Printheft. Besonders gern ist sie mit Hund wandernd unterwegs.