14/01/2021 

Die anpassungsfähige Wüstenpflanze kann ein beschädigtes Blatt ruck, zuck selbst „reparieren“ und wird schon seit Tausenden Jahren von Menschen als Heilpflanze genutzt. Helfen soll sie z. B. in Gelform bei Sonnenbrand, trockener Haut und kleinen Wunden. Aber ist sie auch für Hunde geeignet?

In Pflegeprodukten kommt das durchsichtige Gel aus dem Inneren des Aloe-vera-Blatts zum Einsatz. Direkt unter der grünen Blattrinde liegt jedoch ein gelblicher, bitterer Pflanzensaft. Er enthält unter anderem Aloin und weitere Stoffe mit abführender Wirkung. Diese können bei Hunden Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Auch ganze Blätter, selbst gemachte Mischungen, Aloe-Saft und Produkte mit unklarer Zusammensetzung sind keine gute Idee. Die Zimmerpflanze selbst sollte für Hunde außer Reichweite stehen. Es gibt mehrere Hundert verschiedene Aloe-Arten, von denen aber nur wenige verarbeitet werden.

Auf der Haut vorsichtig anwenden

Ein schlicht zusammengesetztes, speziell für Tiere geeignetes Produkt mit gereinigtem Aloe-vera-Gel kann trockene, unverletzte Haut vorübergehend pflegen und kühlen. Ob Aloe vera die Wundheilung bei Hunden zuverlässig verbessert oder Hautkrankheiten behandelt, ist wissenschaftlich bisher nicht ausreichend belegt. Auch im Humanbereich sind laut Verbraucherzentrale nur hautpflegende Eigenschaften belegt, eine Zulassung als Arzneimittel für Gels oder Säfte gibt es in Deutschland nicht.

Aloe vera ist kein Ersatz für eine tierärztliche Behandlung. Trage ein Produkt nicht auf tiefe, nässende, blutende, stark gerötete oder schmerzhafte Hautstellen auf. Verhindere außerdem, dass dein Hund es ableckt. Alkohol, Duftstoffe oder ätherische Öle können die Haut zusätzlich reizen.

Juckreiz, Schuppen, Krusten, unangenehmer Geruch oder kahle Stellen können viele Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise Flöhe, Milben, Allergien, Hefepilze oder bakterielle Entzündungen. Diese Probleme erfordern eine gezielte Diagnose und Behandlung.

Aloe vera im Futter oder Wasser?

Aloe-vera-Saft und Nahrungsergänzungsmittel werden teils mit Themen wie „Darmsanierung“, „Immunsystem stärken“ oder „mehr Vitalität“ in Verbindung gebracht. Für solche Wirkungen gibt es bei Hunden (und Menschen) aber ebenfalls keine überzeugenden klinischen Nachweise.

Gib Aloe vera nicht ins Futter, Trinkwasser oder Maul. Produkte zum Einnehmen können zu Speicheln, Erbrechen, Durchfall oder Mattigkeit führen – insbesondere, wenn sie Bestandteile der Blattrinde oder des bereits erwähnten Pflanzensafts enthalten. Sprich bei Verdauungsproblemen, chronischen Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamentengabe mit der Tierarztpraxis.

Wenn dein Hund Aloe vera gefressen hat

Hat dein Hund Teile einer Aloe-Pflanze oder ein unbekanntes Aloe-Produkt aufgenommen, rufe vorsorglich deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an. Das gilt natürlich erst recht, wenn du Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Zittern oder veränderte Urinfarbe beobachtest.

Löse kein Erbrechen aus und gib keine Hausmittel, sofern die Tierarztpraxis es nicht ausdrücklich empfiehlt. Halte ein Foto der Pflanze bzw. noch besser Infos zu ihr bereit.

Zusammengefasst

Aloe vera kann bei trockener, intakter Haut als Pflegebestandteil infrage kommen. Eine Wirkung bei Wunden, Hautkrankheiten, Parasiten oder Darmprobleme ist nicht verlässlich belegt. Die Pflanze selbst sowie ungeeignete Aloe-Produkte gehören außer Reichweite von Hunden.

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