22/05/2024 

Das Wobbler-Syndrom, in der Tiermedizin eher als zervikale Spondylomyelopathie bezeichnet, betrifft die Halswirbelsäule und kann das Rückenmark einengen. Hunde, die darunter leiden, zeigen häufig einen unsicheren, schwankenden Gang, vor allem an den Hinterbeinen. Besonders große und sehr große Rassen sind gefährdet.

Verschiedene Symptome können auf ein Wobbler-Syndrom hinweisen. Typisch sind:

  • unsicherer, schwankender Gang
  • Stolpern oder Schleifen der Pfoten
  • Koordinationsstörungen, oft zuerst an den Hinterbeinen
  • steifer Hals oder Schmerzen im Halsbereich
  • Schwäche in Hinter- und später auch Vorderbeinen
  • in schweren Fällen Lähmungen oder Muskelabbau

Die Anzeichen entwickeln sich oft langsam, können sich aber auch plötzlich verschlechtern.

Wobbler-Syndrom feststellen

Zur Diagnose gehören eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren. Besonders hilfreich sind MRT oder CT, je nach Fragestellung auch eine CT-Myelografie. Dabei lässt sich erkennen, wo Rückenmark oder Nervenbahnen eingeengt werden. Normales Röntgen kann Hinweise auf Wirbelveränderungen geben, reicht allein aber meist nicht aus.

Beim Wobbler-Syndrom wird das Rückenmark im Bereich der Halswirbelsäule zusammengedrückt. Ursache können veränderte Wirbel, instabile Wirbelverbindungen, verdickte Bänder, Bandscheibenvorwölbungen oder Bandscheibenvorfälle sein. Die genaue Form unterscheidet sich je nach Hundetyp: Bei sehr großen Rassen spielen häufiger knöcherne und entwicklungsbedingte Veränderungen eine Rolle, bei Dobermännern eher bandscheibenassoziierte Formen.

Große Hunde besonders betroffen

Das Wobbler-Syndrom tritt vor allem bei großen und sehr großen Rassen auf, besonders bei Dobermann und Deutscher Dogge. Auch andere Rassen wie Mastiff, Rottweiler, Weimaraner oder Irischer Wolfshund können betroffen sein. Genetik, Körperbau, Wachstum und Belastung spielen vermutlich zusammen. Eine zu energiereiche oder unausgewogene Fütterung im Wachstum kann Skelettprobleme begünstigen; als alleinige Ursache gilt sie aber nicht.

Behandlung und Vorbeugung

Die Behandlung hängt von Ursache, Schweregrad und Allgemeinzustand ab. Bei milden Fällen können Ruhe, kontrollierte Bewegung, Physiotherapie, Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente helfen. Bei deutlicher Rückenmarkskompression oder Fortschreiten der Symptome kann eine Operation nötig sein.

Ergänzende Maßnahmen können die Beweglichkeit unterstützen, ersetzen aber keine neurologische Diagnose und keine notwendige Therapie. Ein gut sitzendes Brustgeschirr ist für betroffene Hunde sinnvoller als ein Halsband. Wir sollten zudem darauf achten, dass große Welpen langsam und gleichmäßig wachsen, nicht übergewichtig werden und ein geeignetes Futter für große Rassen bekommen.