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Der eigene Garten ist für viele Hunde das größte Geschenk: ein Ort der Freiheit, des Schnüffelns und des entspannten Sonnenbads. Doch diese Freiheit bringt für dich als Halter auch Verantwortung mit sich. Denn du stellst sicher, dass dein Vierbeiner im Garten nicht nur Spaß hat, sondern auch umfassend geschützt ist.
Ein hundegerechter Garten ist das Ergebnis durchdachter Planung, bei der Ausbruchssicherheit, der Einsatz unbedenklicher Pflanzen und die Vermeidung von Gefahrenquellen im Mittelpunkt stehen. Folge diesen Tipps, um ein sicheres Paradies für deinen Hund anzulegen.
Der eigene Garten: Mehr als nur Auslauf
Ein Garten ist für erwachsene Hunde weit mehr als nur eine „Gassi-Erweiterung“. Er dient der mentalen Auslastung (Schnüffelspiele, Beobachtung), der Bewegung und als Rückzugsort. Eine sichere Umgebung reduziert Stress und erhöht gleichzeitig auch deine Gelassenheit.
Das Ziel: ein harmonisches Gleichgewicht, das den natürlichen Bewegungsdrang des Hundes berücksichtigt, ohne dass gesundheitliche oder sicherheitstechnische Risiken entstehen.
Die Basis der Sicherheit: Zäune und Barrieren
Die erste Maßnahme zum Schutz deines Hundes ist ein ausbruchssicherer Zaun. Hier sind die wichtigsten Punkte für einen sicheren Hundezaun für deinen Garten:
Höhe und Stabilität: Die unüberwindbare Grenze
Die ideale Zaunhöhe ist direkt abhängig von Rasse, Größe und vor allem dem Sprungvermögen deines Hundes. Als Faustregel gilt eine Höhe, die mindestens das Dreifache der Schulterhöhe (Widerristhöhe) des Hundes beträgt.
Fluchtsichere Bodensicherung
Viele Hunde versuchen, sich den Weg in die Freiheit unter dem Zaun hindurchzugraben:
- Untergrabschutz: Lass den Zaun möglichst mindestens 20 bis 30 cm tief in den Boden ein. Alternativ kannst du flache Betonplatten, Rasenkantensteine oder engmaschige Gitter (z. B. Kaninchendraht) entlang des Zaunverlaufs eingraben, um das Durchgraben zu verhindern.
- Lücken schließen: Unebenheiten im Boden müssen mit Steinen oder engem Drahtgeflecht zuverlässig abgedichtet werden, damit kein Hund hindurchschlüpfen kann.
- Sollte es möglich sein, berücksichtige bei Planung und Bau des Zauns auch, dass Wildtiere wie z. B. Igel ebenfalls in unserem Umfeld leben und sich bewegen. Der Zaun soll nur für deinen Hund unüberwindbar sein. Schon etwa faustgroße Durchgänge erlauben den Igeln ihre weitläufigen nächtlichen Streifzüge.
Tore und Pforten
Tore sind oft die Schwachstelle im Zaunsystem. Sorge für stabile, selbstschließende Tore und verwende immer doppelte Verschlüsse (wie etwa einen stabilen Riegel in Kombination mit einem Karabinerhaken), die der Hund nicht selbst öffnen kann. Das Tor sollte zudem nach innen zum Grundstück hin öffnen, um ein schnelles Entwischen zu verhindern.
Pflanzenkunde: Giftig vs. Hundefreundlich
Ein unbedenklicher Garten bedeutet, dass dein Hund gefahrlos Gras oder Erde fressen kann, was bei Magenproblemen oft ein natürlicher Reflex ist. Entferne oder sichere folgende Pflanzen, die in vielen Gärten vorkommen und für Hunde hochgiftig sind:
| Pflanze | Giftige Teile | Gefahr |
|---|---|---|
| Eibe | Nadeln, Samen (besonders rote Beeren) | sehr hoch, kann Herzversagen verursachen |
| Kirschlorbeer | Blätter und Samen (enthalten Blausäure) | hoch, führt zu Magen-Darm-Problemen |
| Oleander | alle Pflanzenteile | hoch, wirkt stark auf das Herz |
| Rhododendron | Blätter, Blüten | hoch, verursacht Erbrechen und Herzprobleme |
| Maiglöckchen/Fingerhut | alle Teile, besonders Zwiebeln | hoch, enthält herzwirksame Glykoside |
Auch Zwiebelblumen (Tulpen, Narzissen, Krokusse) sind giftig. Sichere die Bereiche, in denen Blumenzwiebeln platziert sind oder verzichte in Buddelbereichen auf sie.
Daneben solltest du vollständig auf chemische Pestizide und Schneckenkorn verzichten. Greife stattdessen auf biologische, tierfreundliche Alternativen oder Hausmittel zurück (z. B. Komposterde, Brennnesseljauche). Bisweilen wird Kakaoschalenmulch als Unkrauthemmer verwendet. Der Mulch ist aufgrund des enthaltenen Theobromins allerdings giftig und sollte in einem Garten mit Hunden vermieden werden.
Gestaltungszonen: Spaß und Schutz im Detail
Ein sicherer Garten für Hunde ist kein steriler Raum. Vielmehr bietet er den Vierbeinern gezielte Bereiche für ihre Bedürfnisse:
Ruhe- und Schattenplätze
Sorge für ausreichend Schatten (durch Bäume, Sträucher, Sonnensegel oder eine Hundehütte), damit sich dein Hund an heißen Tagen vor Überhitzung schützen kann. Du kannst an mehreren Orten frisches Wasser in kippsicheren Näpfen bereitstellen.
Die „Buddelzone“
Um den Rest des Gartens zu schonen, ist es sinnvoll, eine Zone bereitzustellen, in der Buddeln erlaubt ist. Das kann ein mit Sand gefüllter Bereich oder ein kleiner Hochbeet-Rahmen sein. Leite das natürliche Grabbedürfnis deines Hundes aktiv in diese Zone um und belohnen ihn, wenn er dort gräbt.
Vorsicht bei Wasser: Teiche und Pools
Wasserstellen sind eine Gefahrenquelle. Ein einfacher Gartenteich lässt sich mit einem stabilen, fest verankerten Metallgitter knapp unterhalb der Wasseroberfläche oder an der Uferkante sichern. Alternativ bietet ein Zaun mit einer Höhe von 100 bis 120 cm um den Teich herum Schutz, besonders für Hunde, die beim Spiel abgelenkt sind.
Auch andere Wasserstellen solltest du ausreichend sichern: Decke Regentonnen ab, um ein Hineinfallen zu verhindern. Bei Pools oder Schwimmbecken ist eine Ausstiegshilfe (Hunderampe) obligatorisch. Bei Nichtnutzung solltest du das Becken mit einer stabilen Abdeckung sichern.
Die Gefahren-Checkliste: Unfälle vermeiden
Auch die alltäglichsten Dinge können zur Gefahr werden, wenn dein Hund unbeaufsichtigt im Garten ist:
- Gartengeräte und Kleinteile: Lasse kein Werkzeug (Harken, Scheren), Kleinteile (Dekosteine, kaputte Blumentopfstücke) oder Schnüre/Bindedrähte herumliegen, die dein Hund verschlucken kann oder die zu Schnittverletzungen führen.
- Kompost und Müll: Ein schlecht gesicherter Komposthaufen ist gefährlich. Verrottendes Material oder Essensreste können für Hunde giftig sein und zu schweren Magen-Darm-Problemen führen. Verschließe den Bereich und mache ihn damit hundesicher.
- Grillen und Feuerstellen: Heiße Asche, Kohlenreste oder scharfkantige Metallspieße stellen akute Verbrennungs- und Verletzungsgefahren dar. Reinige und sichere den Bereich sofort nach der Nutzung. Lass dein Tier rund um offenes Feuer niemals unbeaufsichtigt.
- Erreichbare Chemie: Lagere Frostschutzmittel, Farben, Beizen, Putzmittel und andere giftige Substanzen stets unerreichbar in verschlossenen Schuppen oder Garagen.
Ein Paradies mit Verantwortung
Ein sicherer Garten ist der beste Kompromiss zwischen der natürlichen Lauffreude deines Hundes und deiner Verantwortung als Halter. Er ist nie ganz „fertig“: Du erhältst ihn durch regelmäßige Kontrollen (Zaun auf Buddellöcher prüfen, Pflanzenbestand sichten) in seinem sicheren Zustand.
Die wichtigste Regel bleibt: Ein gut gesicherter Garten ersetzt niemals die Aufsichtspflicht. Genieße die gemeinsame Zeit, aber behalte deinen Hund im Blick, um seine Freiheit in Balance mit dem größtmöglichen Schutz zu gewährleisten.
