Wo Hunde lernen, im Helikopter zu fliegen

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Kehren Naturfreunde nicht von Ausflügen ins Gebirge zurück, rücken die Mitglieder der Lawinenhundestaffel Hochland aus. Besonders schnell bringen Helikopter sie an den Einsatzort. Aber Fliegen will gelernt sein.

Wir waren beim Üben dabei. Unsere Reportage liest du in Ausgabe 11/2017. Einen Ausschnitt und viele weitere Bilder findest du hier.

Kira schwebt in fünf Metern Höhe durch die Luft. Um sie herum dröhnt es. Wind wirbelt durch ihr Fell, wo es nicht vom Fluggeschirr verdeckt wird. Doch die schwarze Hündin mit den großen braunen Augen bleibt ruhig auf dem Schoß von Bergwachtfrau Martina. Die beiden sind über Karabiner und Gurte mit einem Stahlseil verbunden. Das wiederum hängt von einem Hubschrauber herab, der einige Meter über Kira und Martina schwebt.

Langsam werden die beiden mit einer Winde nach oben gezogen, bis sie die Kabine des Helikopters erreichen. Darin ist genug Platz für einige Hunde und Menschen. Momentan ist der Heli leer bis auf zwei Sitze und die Sicherungsvorrichtungen.

Martina bugsiert sich und ihre Hündin vorsichtig hinein. Winch-Operator Lutz, der Seil und Winde bedient, hilft ein bisschen. Martina sichert sich und Kira an Bord, löst die Verbindung zum Stahlseil, lobt ihre Hündin. Der Heli bringt sie zum Landeplatz. Geschafft!

Einzigartige Trainingsmöglichkeit

Das Hochziehen – oder „Aufwinchen“ – verlangt ebenso wie das „Abwinchen“ volle Konzentration. Erst recht, wenn Mensch und Hund gemeinsam am Seil hängen. Fehler werden schnell gefährlich. Heute ist das Risiko jedoch überschaubar. Denn Kira und Martina üben unter kontrollierten Bedingungen in einer Trainingshalle. Die steht im bayerischen Bad Tölz, ist 1.500 Quadratmeter groß und nennt sich Bergwacht-Zentrum für Sicherheit & Ausbildung, kurz ZSA. Eine Trainingslandschaft wie diese gibt es deutschlandweit keine zweite.

Originalgetreue Helikopter

Der Helikopter? Ist ein originalgetreuer Simulator. Im Cockpit sitzt Techniker Laurentius und bewegt die Maschine mithilfe einer Krananlage an der Decke der circa 20 Meter hohen Halle. Vor, zurück, drehen, rauf, runter – alles möglich. Das kommt dem Fliegen ziemlich nahe. Der Lärm? Lässt die Übung echt wirken, dringt aber aus einem Lautsprecher. Auch der Wind lässt sich per Knopfdruck einschalten. Das Simulationszentrum verfügt außerdem über einen zweiten, kleineren Hubschrauber-Simulator, eine Seilschwebebahn mit unterschiedlichen Kabinen, ein Holzhaus und einen Bergwetterraum. An Kletterwänden können die Retter üben, festsitzende oder verletzte Kletterer zu bergen.

Jährliches Training für Lawinenhunde

Alles hier ist so wirklichkeitsnah wie möglich, aber so berechenbar wie nötig, um die Berg- und Luftrettung effektiv trainieren zu können. Das bedeutet nicht, dass die Frauen und Männer der Bergwacht und ihre Hunde sich nicht anstrengen müssen, wenn sie zum jährlichen Simulator-Training in die Halle kommen. „Es ist jedes Mal anders“, sagt Martina. Sie begann die Ausbildung ihrer mittlerweile fünfjährigen Border-Collie-Mix-Hündin, als diese ein Welpe war.

Die vollständige Reportage liest du in Ausgabe 11/2017 von DER HUND.

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Fotos: Lena Schwarz

Lena Schwarz

... ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.

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