22/05/2017 

Die Milz bleibt beim Hund oft unbemerkt – bis sie krank wird. Erfahre, welche Aufgaben sie hat, woran du Milzriss oder Milztumor erkennen kannst und warum plötzliche Schwäche oder blasse Schleimhäute ein Notfall sind.

Die Milz ist ein längliches, gut durchblutetes Organ im linken vorderen Bauchraum, nahe am Magen. Ihre Größe variiert je nach Hund, Rasse, Füllungszustand und Durchblutung. Sie gehört zum lymphatischen System und besteht vereinfacht aus 2 Funktionsbereichen: Die rote Pulpa filtert Blut, baut alte Blutzellen ab und kann Blut speichern; die weiße Pulpa ist Teil der Immunabwehr. Hunde können ohne Milz leben, trotzdem ist das Organ für Blutkreislauf und Abwehrsystem wichtig.

Probleme mit der Milz erkennen

Erkrankungen der Milz bleiben oft lange unbemerkt. Bei einem Milzriss oder einem blutenden Milztumor können plötzlich Schwäche, Unruhe, blasse Schleimhäute, schneller Puls, Hecheln, ein aufgeblähter oder schmerzhafter Bauch, Erbrechen, Zusammenbrechen oder Schocksymptome auftreten. Chronische Milzveränderungen können sich unspezifisch zeigen, etwa durch Müdigkeit, Fressunlust, Gewichtsverlust oder weniger Bewegungsfreude. Solche Symptome sind nie beweisend, aber immer ein Grund für eine rasche tierärztliche Abklärung.

Untersuchung der Milz

Bei Verdacht auf eine Milzerkrankung sind körperliche Untersuchung, Blutwerte und Bildgebung wichtig. Ultraschall ist meist besonders hilfreich, um Milzvergrößerungen, Knoten, freie Flüssigkeit oder Blut im Bauchraum zu erkennen. Röntgen kann ergänzend sinnvoll sein, etwa bei großem Bauchumfang oder zur Suche nach Hinweisen auf Metastasen. Eine Punktion der Bauchhöhle kann zeigen, ob Blut im Bauchraum ist. Ob eine Milzveränderung gut- oder bösartig ist, lässt sich häufig erst nach Entfernung und feingeweblicher Untersuchung sicher sagen.

Ursachen: Trauma, Milztumor oder andere Veränderungen

Ein Milzriss kann durch ein starkes Trauma entstehen, z. B. durch einen Unfall oder einen heftigen Stoß gegen den Bauch. Häufiger stehen bei älteren Hunden jedoch Milzveränderungen im Mittelpunkt, darunter gutartige Knoten, Blutergüsse, Milzvergrößerungen oder Tumoren. Besonders gefürchtet ist das Hämangiosarkom, ein bösartiger Tumor der Blutgefäße, der in der Milz entstehen und plötzlich bluten kann. Eine erhöhte Anfälligkeit ist unter anderem für Deutsche Schäferhunde, Golden Retriever und Labrador Retriever beschrieben. Grundsätzlich kann aber jeder Hund betroffen sein.

Behandlung und Prognose

Bei einer akuten Blutung zählt jede Minute. Der Hund wird zunächst stabilisiert, meist mit Infusionen, Schmerztherapie, Sauerstoff und bei Bedarf Bluttransfusion. Häufig muss die Milz operativ entfernt werden; dieser Eingriff heißt Splenektomie. Nach der Operation wird das Gewebe im Labor untersucht. Die Prognose hängt stark von der Ursache ab: Bei gutartigen Veränderungen oder traumatischen Verletzungen kann sie gut sein. Bei einem Hämangiosarkom ist sie deutlich vorsichtiger, weil dieser Tumor häufig früh streut. Je nach Befund kann eine Chemotherapie besprochen werden.

Kann man Milzerkrankungen vorbeugen?

Traumatische Verletzungen lassen sich durch vorsichtigen Umgang, sichere Autofahrten und Schutz vor Tritten oder Stößen reduzieren. Tumorbedingten Milzerkrankungen kann man jedoch meist nicht gezielt vorbeugen. Sinnvoll sind regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen, besonders bei älteren Hunden und Risikorassen. Wird dein Hund plötzlich schwach, bekommt blasse Schleimhäute oder bricht zusammen, ist das ein Notfall.