Kommunikation: Die Kraft der Gedanken

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Hund und Halter stehen sich in Problemsituationen oft selbst im Weg – weil es Missverständnisse in der Kommunikation gibt. Sind diese erst einmal aus der Welt geschafft, kann Mentaltraining zusätzlich helfen, den Alltag – mit all seinen Tücken – entspannt zu meistern.

Zweieinhalb Jahre lang war Asco eine Seele von Hund. Verspielt, lieb zu Artgenossen, leicht abzurufen. Doch seit ein paar Wochen hat Frauchen Kirsten ein mulmiges Gefühl, wenn sie sich zum Gassigehen bereit macht. „Asco zeigt auf einmal eine ganz andere Seite, die ich vorher nicht kannte: Er attackiert andere Rüden, ist dominant. Es kam auch schon zu Beißereien. Mittlerweile habe ich schon Angst, hinter einer Kurve einem Rüden zu begegnen“, erzählt Kirsten Dieckmann. Die 27-Jährige kann sich Ascos Sinneswandel kaum erklären.

Dass er seit ein paar Wochen beim Spaziergang kaum wiederzuerkennen ist, bereitet Kisten Dieckmann große Sorgen. So sehr, dass sie sich mental mittlerweile in einem richtigen Teufelskreis befindet: „Ich habe Angst, dass sich Asco mit anderen Hunden anlegt und ich ihn nicht halten oder zurückrufen kann. Hat er sich nämlich einmal reingesteigert, bin ich für ihn Luft.“

Wie ihr geht es vielen Hundebesitzern. Die Gründe für Angst beim Gassigehen können vielfältig sein – nicht immer muss es sich um Keilereien unter jungen Rüden handeln. Manche Hunde jagen Jogger oder Fahrradfahrer, andere lassen sich in brenzligen Situationen nicht mehr abrufen, verfolgen eine Fährte bis tief in den Wald, jagen Rehe und Hasen oder bellen vorbeireitende Pferde an. Der Kontrollverlust jagt Frauchen oder Herrchen Angst ein, die schließlich zum alles bestimmenden Thema zwischen Hund und Halter wird.

Ein Teufelskreis dieser Art entsteht meist so: Der Hund ist aggressiv zu anderen Hunden – das Frauchen/Herrchen hat zunehmend Angst vor solchen unschönen und gefährlichen Zusammentreffen – diese Unsicherheit überträgt sich wiederum auf den Hund und lässt ihn nur noch aggressiver werden. Befinden sich beide Partner schon mitten in diesem Negativ-Kreislauf, kann Mentalcoaching helfen, den Alltag mit Vierbeiner wieder sorgenfrei zu genießen.

Mehr in Ausgabe 4 / 2014  von DER HUND!

Ken Knabe

... führt seit 1992 Retriever, Hundeausbildung ist sein Hobby. Der Diplom-Politologe hat nach einem Tageszeitungsvolontariat für eine große Kinozeitschrift in Hamburg gearbeitet, ehe er sich auch beruflich Hunden widmete.