17/08/2025 

Impfungen gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, um Hunde vor schweren Infektionskrankheiten zu schützen. Welche empfohlen werden und wann – darum geht’s hier.

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt, jeden Hund zuverlässig gegen Staupe, Parvovirose und Leptospirose zu schützen (Core-Vakzine). Diese Krankheiten können schwer oder sogar tödlich verlaufen. Leptospirose kann außerdem auf Menschen übertragen werden. Die ansteckende Leberentzündung (HCC) kommt bei uns nur noch sehr selten vor. Daher stuft die StIKo Vet sie nicht mehr als unbedingt nötig an. Eine HCC-Komponente findet sich laut der Leitlinie allerdings noch in vielen Kombinationsimpfstoffen.

Ein gültiger Tollwutschutz ist für Reisen in viele Länder vorgeschrieben und kann auch bei Kontakt mit Wildtieren oder importierten Tieren relevant sein. Bleibt der Hund Zeit seines Lebens in Deutschland, ist eine Tollwutimpfung nicht zwingend nötig. Deutschland gilt als frei von der terrestrischen Tollwut, die bei Tieren wie Füchsen vorkommen kann. In Fledermäusen kommen zwar teilweise Viren vor, welche die sogenannte Fledermaustollwut auslösen können, Übertragungen auf Mensch oder Hund sind aber selten. Vermeide den Kontakt zu den Tieren.

Nach einer vollständigen Grundimmunisierung müssen nicht alle Impfungen jährlich wiederholt werden. Bei Staupe, Parvovirose und HCC sind – abhängig vom zugelassenen Impfstoff – oft Abstände von bis zu 3 Jahren vorgesehen. Bei Tollwut gilt der im Heimtierausweis eingetragene Gültigkeitszeitraum des verwendeten Impfstoffs. Gegen Leptospirose ist in der Regel eine jährliche Wiederholungsimpfung nötig, weil der Impfschutz kürzer anhält. Den passenden Impfplan legst du gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis fest: Entscheidend sind neben dem verwendeten Impfstoff das Alter, der Gesundheitszustand, das Lebensumfeld und deine Reisepläne.

Grundimmunisierung bei Welpen

Alle Impfungen, die ein Hund innerhalb seiner ersten beiden Lebensjahre erhält, gelten als Grundimmunisierung. Welpen brauchen mehrere Impfungen. Antikörper, die sie vor allem über die erste Milch nach der Geburt aufnehmen, können den Impferfolg in den ersten Lebenswochen noch beeinträchtigen. Deshalb erfolgen die Impfungen in mehreren Schritten.

Die StIKo Vet empfiehlt für Welpen Impfungen ab einem Alter von 8 Wochen und weitere Termine etwa mit 12 und 16 Wochen. Eine weitere Impfung im Alter von etwa 15 Monaten schließt die Grundimmunisierung ab. Welche Impfstoffe zu welchem Termin gegeben werden, hängt auch vom verwendeten Präparat ab. Deine Tierarztpraxis dokumentiert den individuellen Plan im Heimtierausweis.

Für Reisen innerhalb der EU gilt: Die erste Tollwutimpfung darf frühestens im Alter von 12 Wochen erfolgen. Bei einer Erstimpfung wird sie für die Einreise in der Regel erst 21 Tage später anerkannt. Informiere dich vor jeder Reise zusätzlich über die Regeln des Ziellandes.

Zusätzliche Impfungen nach Lebensstil

Einige Impfungen können sinnvoll sein, wenn ein Hund ein erhöhtes Ansteckungsrisiko hat. Dazu gehören Impfungen gegen Erreger des sogenannten Zwingerhustens, insbesondere Bordetella bronchiseptica und das canine Parainfluenzavirus.

Sie kommen z. B. für Hunde infrage, die regelmäßig eine Hundeschule, Tierpension oder Ausstellung besuchen, im Tierheim leben oder häufig engen Kontakt zu vielen Artgenossen haben. Die Impfungen können das Risiko einer Erkrankung und die Schwere der Symptome senken, schützen aber nicht gegen alle Erreger von Atemwegsinfektionen. Es gibt Lebendimpfstoffe, die über die Nase oder das Maul verabreicht werden und einen inaktivierten Impfstoff, der dem Hund gespritzt wird.

Für Zuchthündinnen kann eine Impfung gegen das canine Herpesvirus sinnvoll sein. Sie soll vor allem neugeborene Welpen schützen. Bei Reisen in Regionen mit Leishmaniose oder nach einem Import prüft die Tierarztpraxis individuell, ob eine Leishmaniose-Impfung passt. Sie ersetzt keinen sorgfältigen Schutz vor Sandmücken. Auch eine Borreliose-Impfung kann regional sinnvoll sein, ersetzt aber nicht die Zeckenprophylaxe.

Ältere und kranke Hunde

Auch ältere Hunde brauchen einen passenden Impfschutz. Alter allein ist kein Grund, Impfungen grundsätzlich auszulassen. Gerade bei ihnen können Infektionen schwer verlaufen. Bei chronischen Erkrankungen, einer laufenden Behandlung oder früheren Impfreaktionen wägt die Tierärztin oder der Tierarzt Nutzen und Risiko besonders sorgfältig ab.

Schwere Impfreaktionen sind selten. Zeigt dein Hund nach einer Impfung Atemnot, starke Schwellungen im Gesicht, wiederholtes Erbrechen, Kollaps oder ausgeprägte Schwäche, hol sofort tierärztliche Hilfe.

Kurz zusammengefasst: Ein guter Impfplan schützt gezielt statt pauschal. Lass den Impfstatus deines Hundes regelmäßig überprüfen, sprich Veränderungen im Alltag oder geplante Reisen an und bewahre den Heimtierausweis gut auf.