Prof. Dr. Ádám Miklósi begeistert Hundemenschen

Zum zweiten Mal durften wir den renommierten Hundeforscher aus Budapest – Prof. Dr. Ádám Miklósi – bei uns im Verlagshaus begrüßen. Am 23. und 24. März fand das Workshop-Wochenende zu den Themen „Akustische Kommunikation“ und „Aggressionsverhalten“ statt. Es war gut besucht, die Teilnehmenden durchweg gut gelaunt, motiviert und lernbegierig. Mitarbeit war von den Zweibeinern nicht nur erwünscht, sondern ausdrücklich gefordert, damit vor Ort Wissenschaft entstehen konnte.

An Tag 1 war eine der Aufgaben, verschiedene Bell-Laute zu kategorisieren und sie möglichen Situationen zuzuordnen. Die Frage: Können wir Menschen anhand der Tonaufzeichnung erkennen, warum dieser Hund bellt und wie er sich gerade fühlt?

Die möglichen Kategorien:

  • Bellt der Hund einen Fremden an?
  • Bellt er, weil er allein gelassen wurde?
  • Bellt er, weil er einen Ball möchte?
  • Bellt er, weil er Futter möchte?
  • Macht er gerade Schutzdienst-Training?
  • Bellt er vielleicht, weil er sich auf seinen Spaziergang freut?

Eine anspruchsvolle Aufgabe, die im Nachgang ausgewertet wurde.

Thematisiert wurde unter anderem auch, ob Jagdhunde bei der Präsentation unterschiedlicher Tiere auch unterschiedlich bellten. Klingt ein Terrier etwa genau gleich, egal ob er ein Huhn oder ein Wildschwein sieht? Eine Studie fand heraus, dass sich diese Belllaute unterscheiden. Warum das so ist, darüber gibt es Spekulationen. Vielleicht, weil ein Huhn nicht so bedrohlich wirkt wie ein Wildschwein? Wir wissen es (noch) nicht … Auch spannend war die Erkenntnis, dass beim Training mit der Pfeife verschiedene Pfiff-Abfolgen sich besser für besondere Signale eignen als andere. So ist es ratsam – möchte ich den Welpen heranrufen – dabei viele kurze Töne hintereinander zu nutzen. Dieser Studie lag der Nutzung der Pfeife von Schaf-Hirten und ihren Hütehunden zugrunde.

Aggressionsverhalten im Fokus

Tag 2 war voll und ganz dem hündischen Aggressionsverhalten gewidmet. Was ist eigentlich Aggression, welche Funktionen erfüllt sie und warum gehört sie zum ganz normalen Verhaltensspektrum? Das Aggressionsverhalten von Wölfen wurde ebenfalls beleuchtet. Der vergleichende Versuchsaufbau: Wie reagiert ein Hundewelpe, wenn ich ihm ein Stück Fleisch wegnehmen will und was macht ein Wolfswelpe? Das Ergebnis: Der Hundewelpe zeigte im Video keine Aggression, als der Mensch sich näherte, das Fleisch berührte und nehmen wollte. Der (an den Menschen gewöhnte) Wolfswelpe zeigte jedoch direkt knurrend seinen Unmut. Warum? Es geht ums Überleben. Ein Wolfswelpe ohne Durchsetzungskraft stirbt in freier Wildbahn.

Sehr hilfreich und praxisbezogen waren die Diskussionen mit den Gast-Referentinnen. Am Samstag bereicherte die erfahrene Hundetrainerin Nadia Winter das Programm und erzählte unter anderem von den unbedingt ernstzunehmenden Vokalisationen ihrer Herdenschutzhündin. Sonntags wurde zudem mit Bundespolizistin, Forscherin und Hundetrainerin Jennifer Falke gefachsimpelt. Sie erklärte z. B., dass Diensthunde in der Lage sein sollten, kleineste Veränderungen in der Umwelt wahrzunehmen und idealerweise eher mit „nach vorne Gehen“ (fight) auf potenzielle Bedrohungen reagieren müssten. Weiterer Gast war Wissenschaftlerin Hanna Tebelmann, die derzeit bei einem Forschungsprojekt zu verwilderten Haushunden mitarbeitet. Sie ordnete das Aggressionsverhalten von Wölfen, Straßenhunden und Familienhunden erklärend ein. Und ergänzte treffend, dass wir heutzutage in unserer Gesellschaft den Hunden schon sehr viel abverlangten, was häufig zu Konflikten führe, die wir vermeiden könnten.

Mit freundlicher Unterstützung von

Als weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Tiergesundheit sieht Zoetis es als seine Aufgabe, Tiergesundheit zu fördern, um so unsere Welt für Mensch und Tier zu einem besseren Ort zu machen. Mit über 70 Jahren Innovation in der Vorhersage, Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Tierkrankheiten steht Zoetis an der Seite derjenigen, die Tiere auf der ganzen Welt halten und versorgen. So liegt ihnen besonders die Aufklärung rund um das Thema der chronischen Erkrankung Arthrose am Herzen. Denn Schätzungen zufolge sind rund 40 % aller Hunde im Laufe ihres Lebens von Arthrose betroffen, manche auch schon in jungen Jahren. Es gibt viele Anzeichen für Arthrose-bedingte Schmerzen. Ist Ihr Hund betroffen? Jetzt online checken!

Eindrücke der Teilnehmenden

Hildegard Stepberger, Hundetrainerin

“Es ist doch immer wieder gut zu hören, dass Aggressionsverhalten eigentlich Normalverhalten ist und dass man nicht so hohe Ansprüche an seine Hunde stellen sollte. Mal wieder eine richtig gute Auffrischung!”

Simone Paul, Hundetrainerin

“Das Seminar war sehr wissenschaftlich und ich finde das gehört zu unserem Beruf auch dazu. Ich wollte Ádám unbedingt mal live erleben und bin sehr begeistert von seinem Wissen.”

Arne Winkler, Hundetrainer

“Es freut mich immer wieder zu hören, welche neue Erkenntnisse es gibt. Ich freue mich, dass es mehr in die Richtung geht, die Gründe und Bedürfnisse von Aggressionsverhalten zu untersuchen und man nicht mehr wie früher gänzlich alles abbrechen möchte.”

Sabrina Satra, Hundetrainerin

“Wir erleben viel in der Praxis und es war toll, heute mal die Forschung dahinter und das theoretische Wissen mitzubekommen. Nicht jeder Hund kann mit jedem und muss das auch nicht. Für mich auch die Bestätigung, dass wir mit unserem Training auf dem richtigen Weg sind!”

Nadine Arend, Hundetrainerin und Tierpflegerin

“Ich fand es sehr lehrreich und interessant! Ein noch ausführlicherer und praxisbezogener Austausch mit den Trainern wäre noch toll gewesen. Vor allem die zahlreichen Unterschiede zwischen Hund und Wolf nehme ich mit, das Wissen ist bei mir nun deutlich gefestigt.”

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