27/05/2026 

Vor allem im Sommer, aber auch an wärmeren Tagen im Herbst und Frühjahr kann Hitze Hunden zu schaffen machen. Wir geben Tipps, mit denen du für eine angenehm kühle Wohnung sorgst und klären, wie du bei einem Hund mit Hitzschlag Erste Hilfe leistest.

Hunde können nicht auf die gleiche Weise schwitzen wie wir Menschen, sie regulieren ihre Körpertemperatur vor allem übers Hecheln. Bei hohen Atemfrequenzen mit bis zu 400 Atemzügen pro Minute gibt der Hund Feuchtigkeit über Zunge Maulschleimhäute und Atemwege ab. Durch die Verdunstung wird das zirkulierende Blut gekühlt. Das kostet den Hund jedoch Energie und hilft nur begrenzt. Erhitzt sich der Körper zu stark (die normale Temperatur liegt bei erwachsenen Hunden für gewöhlich zwischen 38 und 39 Grad), droht im schlimmsten Fall ein Hitzschlag. Dieser kann schnell lebensgefährlich werden. Besondere Vorsicht gilt in folgenden Fällen:

Hitzefalle Auto

Der Innenraum eines Autos kann sich schon bei einer Außentemperatur von nur etwa 20 Grad Celsius innerhalb einer Stunde auf 46 Grad aufheizen. Auch auf Fähren und in schlecht belüfteten Tiefgaragen kann das Auto zur Hitzefalle werden.

Asphalt

Asphaltierte Wege gehören für die meisten Hunde zur täglichen Gassirunde. Doch bei hohen Außentemperaturen kann Asphalt über 60 Grad heiß werden. Zu Verbrennungen ersten Grades kann es bereits ab einer Temperatur von 50 Grad kommen. Gassirunden sollten deshalb an heißen Tagen nur morgens und abends stattfinden. Du bist dir unsicher? Lege deinen Handrücken für ein paar Sekunden auf den Boden. Fühlt sich das unangenehm heiß an, ist der Untergrund auch für Hundepfoten ungeeignet.

Überanstrengung  

An heißen Tagen solltest du auf Hundesport verzichten. Verlege Spaziergänge auf die frühen Morgenstunden und den Abend. Manche Hunde rennen und toben auch noch, wenn es für sie schon nicht mehr gesund ist. Für diese Vierbeiner müssen wir mitdenken und auf Pausen bestehen.

Herz-Kreislauf-Probleme

Hunde mit einem schwachen Herz-Kreislauf-System sind bei Hitze besonders gefährdet. Dazu zählen kranke und alte Hunde, aber auch Hunde mit Übergewicht. Bei ihnen sollte besondere Vorsicht gelten.

Hitze: nicht nur im Hochsommer

Das größte Risiko für eine Überhitzung des Hundes besteht in den Monaten Mai bis September. Der Deutsche Wetterdienst dokumentiert seit Jahrzehnten eine deutliche Erwärmung in Deutschland. Je nach Vergleichszeitraum unterscheiden sich die genauen Werte, aber klar ist: Heiße Tage und Wärmeperioden sind ein wachsendes Thema. In der Praxis heißt das: An Hitzeschutz ist auch außerhalb der klassischen Sommermonate zu denken.

Tipps gegen zu hohe Temperaturen in der Wohnung

Auch ohne dass es zu akuter Überhitzung kommt, können hohe Temperaturen für Hunde sehr unangenehm sein. Insbesondere in Städten, Dachgeschosswohnungen, Räumen mit großen Glasflächen oder nach Süden ausgerichtete Fenster schnellt das Thermometer ruckzuck nach oben. Mit einigen einfachen Maßnahmen lassen sich die Temperaturen im Wohnraum jedoch reduzieren:

  • Lüfte nur am frühen Morgen und abends, um keine warme Luft in die Wohnung zu lassen.
  • Räume dicke Teppiche im Sommer weg, Textilien speichern Wärme.
  • Bringe einen Sonnenschutz/Hitzeschutz am Fenster an, z. B. mit einem thermoisolierenden Wabenplissee, denn durch direkte Sonneneinstrahlung heizen sich Wohnungen am meisten auf. Außenliegender Sonnenschutz wirkt in der Regel besser als innenliegender.
  • Hänge feuchte Baumwolltücher über einen Stuhl oder ans Fenster. Beim Trocknen entziehen die Tücher der Umgebung Wärme und kühlen die Luft somit etwas ab. Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann dieser Effekt jedoch begrenzt sein – und zu viel Feuchtigkeit macht Räume schnell schwül.
  • Elektrogeräte geben Wärme ab. Deshalb lohnt es sich, an heißen Tagen nur das einzuschalten, was wirklich gebraucht wird. Auch Backofen, Herd und Trockner heizen Räume zusätzlich auf
  • Ein Ventilator kann helfen, Luft zu bewegen. Er sollte aber so stehen, dass dein Hund ausweichen kann und nicht dauerhaft direkt angepustet wird. Kabel sollten hundesicher liegen.

Hitzeschlag: Erste Hilfe

Starkes Hecheln mit langgestrecktem Hals, Koordinationsstörungen, Zittern, Nervosität, eingefallene Augen, hellrotes Zahnfleisch, Krämpfe und Erbrechen sind Symptome eines Hitzschlags. In so einem Fall muss unverzüglich Erste Hilfe geleistet werden:

  • Bringe den Hund sofort an einen kühlen, schattigen und gut belüfteten Ort.
  • Rufe eine Tierarztpraxis oder Tierklinik an und kündige den Notfall an. Ein Hitzeschlag kann auch dann lebensgefährlich sein, wenn der Hund nach der ersten Kühlung wieder wacher wirkt.
  • Senke die Körpertemperatur des Hundes mit kühlem (nicht eiskalten) Wasser an Pfoten, Beinen und Brust.
  • Decke den Hund nicht zu, auch nicht mit feuchten Tüchern.
  • Ist der Hund ansprechbar, gib ihm die Möglichkeit, zu trinken, zwinge ihn aber nicht dazu.
  • Halte die Atemwege bei bewusstlosen Hunden frei.
  • Bringe den Hund schnellstmöglich zu einem Tierarzt/einer Tierärztin: Überhitzung ist ein Notfall!

Hitzeschlag vorbeugen: Die wichtigsten Regeln

  • Plane Spaziergänge bei Hitze früh morgens oder spät abends
  • Vermeide die Mittagshitze
  • Habe immer Wasser für deinen Hund und dich dabei
  • Geht am besten im Schatten
  • Lasse deinen Hund niemals im Auto
  • Meide heißen Asphalt
  • Lasse Hundesport bei Hitze ausfallen
  • Schütze kurznasige, alte, kranke oder übergewichtige Hunde besonders
  • Halte die Wohnung möglichst kühl
  • Achte auf Warnzeichen
  • Brich lieber früher ab als es später zu bereuen

Dürfen Hunde bei Hitze schwimmen?

Ja, wenn das Wasser sicher ist und der Hund nicht übertreibt. Achte auf Pausen, Blaualgenwarnungen, Strömung und darauf, dass dein Hund nicht zu viel Wasser schluckt.

Sollte ich meinen Hund im Sommer scheren?

Nicht pauschal. Fell schützt auch vor Sonne und kann isolieren. Bei manchen Felltypen kann Kürzen sinnvoll sein, bei anderen eher schaden. Kläre das am besten individuell mit deiner Tierarztpraxis oder in einem professionellen Hundesalon ab.

Hilft Eis für Hunde?

In kleinen Mengen kann ein geeignetes Hunde-Eis eine nette Abkühlung sein, ist aber keine Alleinmaßnahme bei Wärme/Hitze. Es sollte keine für Hunde schädlichen Zutaten enthalten, etwa Xylit/Birkenzucker, Schokolade oder große Mengen Zucker.

Ist ein Ventilator für Hunde nützlich oder gefährlich?

Ein Ventilator ist für Hunde nicht grundsätzlich gefährlich. Er wälzt die Luft im Raum um und transportiert somit feuchte, warme Luft im Bestfall vom Hund weg, kühlt ihn aber nicht direkt. Der Hund sollte ausweichen können und nicht dauerhaft direkt im Luftzug liegen müssen. Kabel sollten sicher verlegt sein.

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