Freund? Feind? Beute?

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Grenzen des Trainings

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Grenzen des Trainings

Benutzt ein Hund das Beißen als Ventil für angestaute Frustration, wird es schwierig. Der Hund zeigt in diesem Fall nämlich kein Aggressionsverhalten. Er überspringt die Stufen, auf die man reagieren kann, und handelt unvermittelt und ungehemmt. Eine Chance für den Hund gibt es, wenn die Stressfaktoren klar identifiziert und eliminiert werden können. „Zu mir wurde einmal eine Hündin gebracht, die mit einer anderen Hündin bei einer Familie lebte“, erzählt Sandra Schmelzer. „Ihr Stressauslöser war die ungeklärte Rangordnung der beiden Hunde. Die Lösung war schlussendlich, sie in einer anderen Familie unterzubringen. Mit dem dort lebenden Hund kommt sie super klar. Dennoch wurden die neuen Halter aufgefordert, wachsam zu sein. Denn wenn der Hund einmal gemerkt hat, dass eine massive Beißattacke ihm Erleichterung verschafft, sind wir schon beim erlernten Verhalten.“


Aggressionsverhalten ...

... ist Kommunikation zwischen zwei Individuen. Welpen lernen es ab der Geburt.

Ziel: Überleben und Arterhaltung

Motivation:

  • Ich möchte etwas behalten, das ich bereits habe.
  • Ich möchte etwas bekommen, das du hast.
  • Das kann sein: Futter, Spielzeug, Territorium, Sozial- und Sexualpartner, körperliche Unversehrtheit

Eskalationssignale:

  • Anstarren / Fixieren
  • Lautäußerungen
  • Deutliche Mimik und Körpersprache in unterschiedlichen Stufen

Laut: Aggressionsverhalten wird fast immer von Geräuschen begleitet. Ausnahme ist der Ernstkampf.

Beutefangverhalten ...

... geschieht ohne Kommunikation. Es ist eine sehr zielgerichtete Handlung. Welpen lernen es spielerisch.

Ziel: Überleben

Motivation: Nahrungsbeschaffung

Eskalationsstufen:

  • Suchen (optisch und/oder mit der Nase)
  • Anstarren/Fixieren
  • Verfolgen
  • Lauern
  • Hetzen
  • Packen
  • Ggf. Kampf
  • Töten und Fressen

Laut: Alles geschieht normalerweise lautlos, da die Beute nicht gewarnt werden soll. Ausnahme sind Spurlaut gebende Meutehunde.

Imponierverhalten

Wendet sich bei der Kommunikation zwischen zwei Hunden einer ab, zeigt der andere schwächere Aggressionssignale und dafür oft Imponierverhalten. Wechsel zwischen diesen beiden Verhaltensarten sind sehr schnell möglich.

Imponierverhalten ist – anders als Aggressionsverhalten – immer ohne Blickkontakt!

Mögliche Zeichen: Groß machen, Knurren, gesträubtes Fell, steifer Gang.