14/01/2022 

Wie wir Menschen können auch Hunde an einer Bronchitis erkranken. Dabei entzünden sich die Bronchien, also die luftleitenden Wege in der Lunge. Typisch ist Husten: trocken, würgend oder mit Schleim. Eine akute Bronchitis kann infektiös sein und wieder abklingen; chronischer Husten sollte jedoch immer tierärztlich abgeklärt werden, damit sich keine dauerhaften Atemwegsprobleme entwickeln.

Eine akute Bronchitis oder Tracheobronchitis wird häufig durch einen Erregerkomplex ausgelöst. Dazu können Viren, Bakterien wie Bordetella bronchiseptica oder Mykoplasmen gehören. Solche infektiösen Atemwegserkrankungen sind ansteckend und treten besonders dort leichter auf, wo viele Hunde Kontakt haben. Das sind z. B. Hundeschulen, Pensionen, Tierheime oder Hallen, in denen Ausstellungen stattfinden. Welpen und junge Hunde sind anfälliger. Daneben können Rauch, Staub, starke Duftstoffe, reizende Gase, Allergien, Fremdkörper oder Parasiten Husten und Bronchialreizungen auslösen. Sind Luftröhre und Bronchien betroffen, spricht man von einer Tracheobronchitis.

Symptome und Anzeichen

Typisch ist Husten, der trocken, rau, würgend oder schleimig klingen kann. Manche Hunde würgen nach dem Husten Schaum oder Schleim hervor. Weitere mögliche Anzeichen sind Müdigkeit, geringere Belastbarkeit, Atemgeräusche, vermehrtes Hecheln oder Fieber. Atemnot, bläuliche Schleimhäute, hohes Fieber, starke Schwäche oder blutiger Auswurf sind Notfallzeichen. Auch wenn der Husten länger als wenige Tage anhält, sich verschlimmert oder immer wiederkehrt, sollte dein Hund tierärztlich untersucht werden.

Behandlung einer Bronchitis

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Die Tierärztin oder der Tierarzt kann den Hund abhören und je nach Befund weitere Untersuchungen empfehlen. Dazu zählen z. B. Röntgen, Bluttests und Erregernachweise. Antibiotika sind nur sinnvoll, wenn eine bakterielle Infektion wahrscheinlich oder nachgewiesen ist. Bei viralen Infekten steht meist unterstützende Behandlung im Vordergrund: Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und eine reizstoffarme Umgebung.

Bei chronischer oder allergisch mitbedingter Bronchitis können entzündungshemmende Medikamente, Inhalation oder bronchienerweiternde Mittel nötig sein. Bitte gib keine Hustenstiller oder Hausmittel ohne tierärztliche Rücksprache, vor allem nicht, wenn Schleim abgehustet werden muss.

Was du zuhause tun kannst

Halte deinen Hund ruhig, vermeide Rauch, Staub, Parfüm, Sprays und starke Temperaturschwankungen. Ein Brustgeschirr ist bei hustenden Hunden oft angenehmer als Zug am Halsband. Feuchte Raumluft kann manchen Hunden helfen, sollte aber keine tierärztliche Behandlung ersetzen. Wärme darf angenehm sein, aber Wärmflaschen sollten nie zu heiß sein und nicht direkt auf dem Hund liegen.

Bronchitis vorbeugen

Nicht jede Bronchitis lässt sich verhindern. Das Risiko sinkt jedoch, wenn Hunde nicht dauerhaft Rauch, Staub oder reizenden Duftstoffen ausgesetzt sind. Für Hunde mit viel Kontakt zu Artgenossen kann eine Impfung gegen bestimmte Erreger des Zwingerhusten-Komplexes sinnvoll sein. Ob und wann sie für deinen Hund empfehlenswert ist, solltest du in deiner Tierarztpraxis besprechen.