Angetestet: Geschmackvolle Zahnpflege

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Liebe geht durch den Magen, und Leckerlis und Futter passen da auch immer rein. Doch vorher wandert alles durch die Hundeschnauze … und natürlich wollen wir, dass dort alles bestens ist. Wie gut Zähneputzen ist und was Redaktionshündin Paula davon hält, verrät euch unser Angetestet mit dem Set zur Zahnpflege von Virbac und den "VeggieDent Fr3sh" Kaustreifen.

Test & Text: Susanne C. Steiger, Fotos & Video: Lena Schwarz

Wenn Podengo portugues Paula eines kann, dann auf jeden Fall ordentlich kauen. Das bedeutet aber auch, dass ihr Futter bitte nicht ausschließlich aus großen Fleischstücken bestehen darf. Denn muss die magenschonend fressende Hundedame zu viel erst einmal kleinbeißen, dauert ihr das Fressen zu lange und sie hört damit auf. Egal, ob da noch was im Napf ist oder nicht. Leckerli werden ebenfalls gekaut und dann erst geschluckt – Paula beschäftigt ihre Zähne also ganz ordentlich. Doch auch bei so einer Schmalschnauze mit viel Biss bleibt es nicht aus, dass sich an den Zähnen Belag bildet und festsetzt – trotz gelegentlichem Knochenkauens & Co.

Zahnpflege: regelmäßig Belag entfernen

Kurz und knapp: Auch Paula muss regelmäßig die Zähne blecken. Die Belohnung: Schutz vor Zahnstein, Zahnplaque, schlechtem Atem und gesundheitlichen Beschwerden (bis hin zur Herzmuskelerkrankung bei sehr schlechten Zähnen). Für unser Angetestet stellt daher nun das CET Zahnpflege-Set von Virbac ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis: Fingerling, Zahnbürste und Hundezahnpasta. Praktischerweise kommen Fingerling und Zahnbürste im Set mit der enzymatischen Zahnpasta mit Geflügelaroma.

Was ist eine CET Zahnpasta?

C.E.T. Zahnpasta enthält ein duales Enzymsystem, um die natürlichen Verteidigungsmechanismen der Maulhöhle zu unterstützen. Durch das im Idealfall tägliche Zähneputzen mit der C.E.T. Zahnpasta wird Zahnbelag (Plaque) vermindert und damit der Bildung von Gingivitis (Zahnfleischentzündungen) und Zahnstein bei Hunden und Katzen vorgebeugt.

Das Zahnpflegeset von Virbac mit Anleitung, zweiköpfiger Zahnbürste, Fingerling und Zahnpasta.

Das Set für die Zahnpflege

Für jede Maulgröße ist etwas dabei: Die Zahnbürste ist mit einer kleineren und einer größeren Bürste bestückt. Der Fingerling hat an einer Fläche ebenfalls kleine Borsten, nicht wie viele andere Noppen rundum. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, führt aber dazu, dass man mit dem Finger wirklich bis dorthin kommt, wo man hin möchte.

Es handelt sich um eine Einheitsgröße, die auch bei etwas schmaleren Fingern noch gut sitzt und nicht abrutscht. Wir haben alle 3 Helferlein ausprobiert und im Laufe der Testphase abgewechselt. Aufgrund von Paulas schmalem Fang und der teils kleinen Zähne fiel die Wahl vor allem auf den Fingerling und den kleineren Bürstenkopf. Wie der Vergleich im Video unten zeigt, passt der einfach besser zu Paulas Gebiss.

Schlecken, schmecken, putzen

Vor dem Putzen steht das Bekanntmachen mit den Mitteln auf dem Plan. So gab es vorab einen ersten „Geschmackstest“ mit der Zahnpasta. Dieser lief absolut erfolgreich. Vom ersten Tube-Schlecken zum Ins-Maul-Streichen mit dem Fingerling war der Weg nicht weit. Auch mit diesem ließ sich die Pasta gut verteilen. Sie rutschte zwischen die Borsten und kam so erst nach und nach zum Einsatz. Praktisch: Sie wirkte auch nach den Putzbewegungen noch auf die Zähne ein. Die kleine Zahnbürste ließ sich ebenfalls gut an alle Stellen der Hundeschnauze führen. Sogar die Kauflächen und die Zahninnenseiten erreichten wir damit.

Wiederholen bis es blitzt!

Gut, Begeisterung sieht anders aus – und unsere Redaktionshündin ist ziemlich erfahren, sich Zugriffen rund um die Schnauze zu entziehen – aber in entsprechend nicht zu langen Zahnputzsessions ließ sie es sich gefallen. Auch das spricht für die Borsten (nicht zu hart) und die Zahnpasta (echte geschmackliche Ablenkung).

Mit einem Mal ist es natürlich nicht getan, also stand für den Test das regelmäßige (mehr oder weniger tägliche) Putzen auf dem Programm. Mit der Zeit entwickelte sich eine gute Routine bei Hund und Putzender, die mal mit Fingerling, mal mit Bürste dabei war. Zum Glück gibt es die Zahnpasta auch einzeln zu erwerben, denn die ist doch schneller leer als die Bürsten zu schwach werden.

Lecker polieren, bitte!

Ergänzend zum Zähneputzen kam in der Testphase noch ein zusätzlicher Helfer ins Spiel: der "VeggieDent Fr3sh". Der Z-förmige Kaustick von Virbac ist für Paula ein wahrer Leckerbissen. Die sonst gar nicht gemüseliebende Hündin kaute ihn mit wahrer Begeisterung und Hingabe feinsäuberlich klein und auf.

Die als Ergänzungsfuttermittel gekennzeichneten Kaustreifen sollte man allerdings auf die Tagesration anrechnen, denn ganz gehaltlos sind die aus 19 % Rohprotein bestehenden Leckereien nicht.

Unerwartete Begeisterung bei der Fleischfresserin

Der Stick in Medium-Größe für 10-30 kg schwere Hunde ist recht groß, sodass Paula ihn nicht als Ganzes zwischen den Backenzähnen zerkaute. So konnte die Z-Form vielleicht nicht die ganze Wirkung entfalten – wir können das jedoch nicht wirklich feststellen.

Laut Beschreibung soll er zur Zahnsteinkontrolle und für gesunden frischen Atem sorgen – das ist im Fall von Paula ein Nebeneffekt, den sie gerne hinnimmt. Erfreulicherweise bringt er keinen unnatürlichen Geruch ins Hundemaul und auch in der Packung duftet nichts nach dem üblicherweise für frischen Atem stehenden Minze oder ähnlichem. Wenn überhaupt, dann riecht es darin leicht nach Lakritze. Sprich: der Hundeatem ist einfach neutralisiert, wenn keine Plaque und Zahnstein mehr die ausgehechelte Luft parfümieren.

Glänzend mit kleinen Abstrichen

Alles in Allem waren wir mit dem Ergebnis der mechanischen Zahnpflege sehr zufrieden und können auch dem Kombi-Einheitsset etwas abgewinnen – auch, wenn eine Bürstengröße im Fall von Paula reichen würde. Andere Hunde beziehungsweise deren Zahnpflegeassistenz können vielleicht mit beiden Bürstenköpfen arbeiten.

Etwas aufwändig ist die Verpackung samt mehrsprachigem Erklärungsheftchen, dass beim Nachkauf der Bürste definitiv zu viel ist und auch durch die Blisterverpackung beim Thema Nachhaltigkeit etwas für Abstriche sorgt. Bei der Wahl der Kaustreifen eignet sich das Körpergewicht des Hundes nicht für jeden als alleiniges Kriterium, um die passenden Version auszuwählen. Aber mit der richtigen Beratung sollte das auch kein größeres Problem sein. Paula würde sowohl Zahnpflegeset als auch Kaustreifen weiterempfehlen – aber sie fragt ja keiner 😉