Zähne beim Hund

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Zerren an Spielzeugen und Beißen auf Steine

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Auch heftiges Zerren an Spielzeugen oder das Beißen auf Steine sind mögliche Ursachen für Zahnprobleme. Dadurch können Teile eines Zahns oder der ganze Zahn abbrechen, man spricht dann von einer Zahnfraktur. Liegt danach die Zahnpulpa mit den Nervenfasern frei, besteht die Gefahr einer Entzündung. Eine unbehandelte Entzündung greift das umliegende Zahnfleisch an und kann im schlimmsten Fall sogar den Knochen auflösen. Durch abgebrochene Zähne können sich an den Wurzeln auch Zahnfisteln bilden, die sich mitunter über den inneren Augenwinkel entleeren. Karies tritt fast nur an der breiten, gefurchten Kaufläche der Backenzähne auf, wo sich Speisereste und Bakterien ansammeln. Letztere wandeln Nahrungsbestandteile wie Zucker in Säure um, die den Zahn angreift und zerstört. Zahnfleischwucherungen (Epulis) entstehen durch meist gutartige Tumoren in der Maulhöhle. Dies kann so weit gehen, dass ganze Zähne oder komplette Zahnreihen davon überdeckt werden. Möglich sind auch Wurzelabszesse oder Wurzelspitzenvereiterungen am Hundezahn, die in der Regel durch Speisereste in den Zahnfleischtaschen entstehen.

Behandlung

„Grundsätzlich ist in der Tiermedizin alles möglich, was auch beim Menschen möglich ist“, sagt Tierarzt und Zahnspezialist Dr. Jan Schreyer. Prinzipiell steht also dem Einsatz von Plomben, Kronen und Zahnersatz nichts entgegen. Für wesentlich wichtiger hält der Experte allerdings die Entfernung von Zahnstein und Zahnbelägen sowie die Behandlung von Entzündungen, damit es erst gar nicht zum Zahnverlust kommt. Ähnlich wie beim Menschen erfolgt die Behandlung durch den Einsatz zahnmedizinischer Handinstrumente. Plaque und Zahnstein werden abgetragen und entzündete Zahnfleischtaschen durch desinfizierende Spülungen gereinigt. Auch Zahnfleischwucherungen werden entfernt. Dabei befindet sich der Hund in Narkose. Kariöse Zähne erhalten eine Füllung, abgebrochene Zähne werden überkappt, geglättet oder entfernt. Auch Wurzelbehandlungen sind möglich. Je nach Schweregrad der Erkrankung wird der Tierarzt ein Antibiotikum verschreiben. In Einzelfällen muss Knochenmasse mittels Ersatzmaterialien neu aufgebaut werden. Schwierige Behandlungen sollte ein auf Zahnmedizin spezialisierter Tierarzt durchführen.

Vorbeugung

Mund eines stehenden Hundes
Karies und andere Zahnerkrankungen beim Hund. Foto: Farinoza/Fotolia.com

Tägliches Zähneputzen und die regelmäßige Zahnuntersuchung beim Veterinär beugen Zahnerkrankungen zuverlässig vor (siehe S. 14). Vermeiden Sie Spiele mit Knochen und Steinen und füttern Sie keine zuckerhaltigen Leckereien.

Ken Knabe

... führt seit 1992 Retriever, Hundeausbildung ist sein Hobby. Der Diplom-Politologe hat nach einem Tageszeitungsvolontariat für eine große Kinozeitschrift in Hamburg gearbeitet, ehe er sich auch beruflich Hunden widmete.