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Xylit, auch Xylitol, Birkenzucker oder E 967 genannt, steckt in vielen zuckerfreien Lebensmitteln und Produkten. Für Menschen ist der Süßstoff in üblichen Mengen verträglich. Für Hunde kann schon eine kleine Menge lebensgefährlich werden.
Golden-Retriever-Hündin Maggie genoss den Trubel einer Kindergeburtstagsfeier, besonders den Kuchen: In einem unbeobachteten Moment fraß sie ein großes Stück. Zunächst wirkte das auf ihre Menschen harmlos. Doch der Kuchen war mit Xylit gesüßt.
Symptome: Unterzuckerung und Leberschäden sind möglich
Bei Maggie traten die schweren Symptome verzögert auf: Sie erbrach heftig, war sehr durstig, matt und bewegte sich kaum. Ihre Schleimhäute waren gelblich verfärbt, ein Hinweis auf Gelbsucht.
Die Blutuntersuchung in der Tierklinik zeigte:
- stark erhöhte Leberwerte
- erhöhtes Bilirubin als Zeichen einer Gelbsucht
- eine Hypoglykämie, also Unterzuckerung
Zusammen mit dem Hinweis auf den xylithaltigen Kuchen ergab sich der Verdacht: Maggie hatte eine Xylit-Vergiftung.
Gefährlicher Zuckerersatz
Xylit ist ein Zuckeralkohol und wird als kalorienärmerer Ersatz für Haushaltszucker verwendet. Er hat eine ähnliche Süßkraft wie Zucker, liefert aber weniger Energie. Enthalten sein kann Xylit z. B. in zuckerfreiem Kaugummi, Bonbons, Backwaren, Desserts, Proteinprodukten, manchen Erdnussbuttern, Zahnpflegeprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten. Auf Verpackungen steht nicht immer „Xylit“, auch „Xylitol“, „Birkenzucker“ oder „E 967“ sind gebräuchliche Bezeichnungen.
Beim Hund löst Xylit eine starke Insulinausschüttung aus. Dadurch kann der Blutzucker gefährlich absinken. Das geschieht oft bereits innerhalb von 30 bis 60 Minuten, manchmal auch später. Erste mögliche Symptome sind Erbrechen, Schwäche, Zittern, Taumeln, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit.
Ab etwa 0,1 g Xylit pro Kilogramm Körpergewicht wird eine Unterzuckerung beschrieben; höhere Mengen können zusätzlich eine akute Leberschädigung bis hin zum Leberversagen auslösen. Da der Xylit-Gehalt je nach Produkt stark schwankt, sollte jede vermutete Aufnahme sofort tierärztlich abgeklärt werden.
Hund hat Xylit gefressen: Was tun?
Wenn dein Hund Xylit aufgenommen haben könnte, rufe sofort eine Tierarztpraxis, Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst an. Wichtig sind:
Was wurde gefressen?
Welche Menge?
Wann?
Wie viel wiegt dein Hund?
Nimm die Verpackung oder das Rezept mit, falls du sie hast. Bitte löse Erbrechen nie selbst aus und gib keine Hausmittel. Ob Erbrechen sinnvoll ist, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt. Das ist abhängig von Zeitpunkt, Zustand des Hundes und aufgenommenem Produkt.
In der Klinik werden Blutzucker, Leberwerte, Elektrolyte und Gerinnung überwacht. Häufig braucht der Hund Infusionen und Glukose, um die Unterzuckerung zu behandeln oder zu verhindern. Bei Verdacht auf Leberschäden können zusätzliche Medikamente zum Leberschutz und eine engmaschige Kontrolle nötig sein.
Es gibt kein einfaches Gegengift gegen Xylit; die Therapie ist umso erfolgreicher, je früher sie beginnt. Je nach Menge und Befund kann eine stationäre Überwachung über einen Tag bis mehrere Tage nötig sein. Maggie hatte Glück und erholte sich wieder.
Xylitvergiftung vorbeugen
Bewahre xylithaltige Produkte immer außer Reichweite deines Hundes auf. Das gilt auch für Handtaschen, Jackentaschen, Rucksäcke und Nachttische, wenn du darin z. B. Kaugummis oder Bonbons hast. Achte besonders bei zuckerfreien Produkten auf die Zutatenliste. Wenn du für Menschen mit Xylit backst, sollte dein Hund keinen Zugang zur Küche, zum Gebäck oder zu Resten bekommen. Informiere auch Familie, Besuch, Hundesitter und Trainingsgruppen: Für Hunde ist Birkenzucker kein harmloser Zuckerersatz.
