Weihnachtsessen für den Hund: Genuss ohne Reue

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An Weihnachten essen wir üppig und gut. Da wollen wir auch unseren Hunden etwas ganz Besonderes zu fressen vorsetzen: Vielleicht ein Stück Weihnachtsgans, oder ein Mettwürstchen. Unsere Menus können Hunden aber mehr schaden, als sie ihnen schmecken.

„Aufgrund seiner evolutionären Entwicklung ist die Verdauungsphysiologie des Hundes nicht für die Speisen und Gerichte des Menschen geeignet. Scharfe Gewürze, Salz, Geschmacksverstärker, Essig und Zucker haben in der Hundenahrung nichts zu suchen“, erklärt Tierarzt Dr. Hans Oberwallner. Die Verdauungsenzyme des Hundes seien nicht darauf ausgerichtet, mit solchen Inhaltsstoffen umzugehen. Verdauungsstörungen und Durchfall können unter anderem die Folge sein.

Knochen sind ein Risiko

Der Tiermediziner rät auch, mit Knochen vorsichtig zu sein. Sie seien generell als Hundefutter ungeeignet und insbesondere für Hunde, die diese Nahrung nicht gewohnt sind, ausgesprochen gefährlich. „Insofern Hunde in der Lage sind, den Knochen zu zerkleinern, besteht die Gefahr einer Kotstauung im Dickdarm, die nur mit großem medizinischen Aufwand zu beheben ist.“ Noch schwerwiegender sind die Komplikationen beim Abschlucken größerer Knochensplitter, die zum einen die Speiseröhre nicht passieren und zum anderen im Magen-Darm-Trakt zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen können.

Weihnachtszeit, Plätzchenzeit?

Auch der weihnachtliche Gabenteller mit seinen Plätzchen und Lebkuchen ist nicht die richtige Leckerei für den Hund. „Zuckerhaltige Plätzchen sind für den Hund nicht geeignet, da die häufige Gabe von Zuckerhaltigem nicht nur appetitsteigernd wirkt, sondern auch die Gefahr von Diabetes erhöht.“ Der Gedanke, dass ein Plätzchen oder ein Stück der Leckerei schon nicht schaden wird, kann fatale Folgen haben. Bestimmte Nahrungsmittel sollten für den Hund grundsätzlich tabu sein: „An erster Stelle stehen hier Rosinen beziehungsweise Weintrauben, die schon in sehr kleinen Mengen über ein irreversibles Nierenversagen zum Tode führen können“, so der Tierarzt. „Das Gleiche gilt für kakaohaltige Schokolade, die eine negative Wirkung auf das kardiale System hat.“

Der Magen rebelliert

Was aber passiert im Körper des Hundes, wenn wir ihm Speisen geben, die für seinen Magen-Darm-Trakt nicht geeignet sind? „Die Verfütterung von Speiseresten führt in der Regel zunächst einmal zu Magen-Darm-Entzündungen mit Durchfall, Übelkeit und gelegentlichem Erbrechen“, weiß Dr. Oberwallner. „Nicht zu unterschätzen ist nach unserer Erfahrung die Reaktion der Bauchspeicheldrüse. Jede Pankreatitis stellt auch für den Hund eine ernst zu nehmende bis lebensbedrohliche und akut verlaufende Erkrankung dar. Nur mit großem Aufwand sind betroffene Patienten durch Intensivbehandlung zu therapieren.“ Wer seinem Hund etwas Gutes tun will, sollte nach Ansicht des Mediziners lieber das ganze Jahr hindurch auf eine ausgewogene Ernährung des Hundes achten.

Selbstgemachtes statt Braten

Wenn es trotzdem ein Weihnachtsmenü geben soll, dann sollte dieses extra für den Vierbeiner gekocht werden und kein Salz, keinen Essig und keinen Zucker enthalten, auch auf andere Gewürze sollte man verzichten. Ein hundegerechtes Menü wäre zum Beispiel gekochtes Hähnchenfilet mit Reis und Gemüse. Ein hoher Frischfleischanteil im Weihnachtsmenü ist für den Hund nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund und wertvoll.

Für Hunde verboten

Rosinen und Weintrauben können schon in kleinen Mengen zu Nierenversagen fuhren. Warum manche Tiere besonders sensibel reagieren und andere nicht, ist nicht abschließend erforscht. Deshalb: lieber kein Risiko eingehen!
Schokolade und alle anderen kakaohaltigen Speisen enthalten Theobromin. Da Hunde nicht in der Lage sind, den Inhaltsstoff abzubauen, sind Vergiftungen die Folge.
Der Verzehr von Macadamia-Nüssen führt beim Hund zu Zittern und Fieber.
Muskatnuss löst in höherer Dosis Rauschzustande aus.
Bittermandeln bilden im Magen giftige Blausäure.
Obstkerne von Pflaumen & Co. bilden im Magen Blausäure und können zu Vergiftungen führen.
Erdnüsse können epileptische Anfälle auslosen.
Manche Avocado-Sorten sind unbedenklich, viele enthalten allerdings Persin. Der Inhaltsstoff ist für Hunde toxisch, eine entsprechende Vergiftung ist meistens tödlich.

 

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