Übergewicht beim Hund

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Adipositas betrifft auch den Hund

Adipositas (Fettleibigkeit) ist ein Wohlstandsproblem, von dem nicht nur viele Menschen, sondern auch Hunde betroffen sind. Um schweren Folgeerkrankungen und einer verkürzten Lebenszeit vorzubeugen, heißt es in solchen Fällen: Unbedingt abspecken!

Rund 40 Prozent aller Hunde in Industrieländern sind einer Studie zufolge übergewichtig. Das heißt, sie haben 10 bis 20 Prozent zu viel Gewicht, manchmal sogar noch mehr. Von wenigen medizinischen Ursachen wie Schilddrüsenunterfunktion abgesehen, ist fast immer der Halter verantwortlich für den Zustand seines Hundes. Weniger über das Hauptfutter, als vor allem über Leckerli werden viel zu viele Kalorien „nebenbei“ verabreicht.

Was ist das Idealgewicht?

Der Körper speichert überschüssige Energie als Fett – je nach Alter, Rasse und Haltungsart beim einen mehr, beim anderen weniger. Als Folgen drohen Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenk- und Hauterkrankungen, eine verringerte Immunabwehr sowie ein erhöhtes Auftreten von Krebs und eine um 20 Prozent verkürzte Lebenserwartung. Das Gewicht des Hundes sollte zumindest bei jedem Tierarztbesuch kontrolliert werden. Auch optisch lässt sich der Hund beurteilen. Das Idealgewicht sieht wie folgt aus: Der Hund ist gut proportioniert, von oben kann man eine Taille erkennen, von der Seite sollte sich die Bauchlinie nach oben ziehen. Die Rippen müssen bei leichtem Druck zu ertasten sein. Ist der Hund zu dick, sollte er pro Woche etwa ein bis zwei Prozent seines Gewichts abnehmen. Dazu muss die Kalorienzufuhr um 30 bis 40 Prozent gesenkt werden.

Friss die Hälfte funktioniert nicht

„Die Tiere müssen zunächst lernen, dass es nicht bei jedem Betteln etwas gibt – oder zumindest etwas anderes“, weiß die Ernährungsexpertin Dr. Julia Fritz. „Da hilft nur Konsequenz. Meiner Erfahrung nach wird dies mit einem aktiveren und fröhlicheren Hund belohnt.“ Einfach weniger zu füttern – nach dem Motto „Friss die Hälfte“ – funktioniert leider nicht. Dadurch wird nämlich auch die Nährstoffzufuhr verringert und der Körper des Hundes baut Muskulatur ab, um an Eiweiß zu kommen. Dadurch verliert er zwar Muskelgewicht, aber kein Fett. Besser ist der Einsatz eines speziellen Diätfuttermittels vom Tierarzt. Dieses zeichnet sich durch einen geringeren Energiegehalt bei hoher Nährstoffdichte aus. Achtung: Lightfutter aus dem Fachhandel ist nicht das Gleiche wie Diätfutter. „Light“ bedeutet nur, dass dieses Futter im Vergleich zu anderen Produkten des Herstellers den niedrigeren Energiegehalt hat. „Das Lightfutter von Hersteller X kann also genauso viele Kalorien enthalten wie das normale Futter von Hersteller Y“, so Dr. Fritz. Nach der erfolgreichen Diät darf der Hund auf keinen Fall wieder wie zuvor gefüttert werden – sonst setzt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt ein.

Ken Knabe

... führt seit 1992 Retriever, Hundeausbildung ist sein Hobby. Der Diplom-Politologe hat nach einem Tageszeitungsvolontariat für eine große Kinozeitschrift in Hamburg gearbeitet, ehe er sich auch beruflich Hunden widmete.

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