Spondylose beim Hund – Ursachen, Symptome, Therapie

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Bei der Spondylose kommt es zu Veränderungen der Wirbelsäule des Hundes. Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit sind die Folgen. Die wichtigsten Informationen zu der Erkrankung findest du hier.

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Die Spondylose ist eine degenerative Erkrankung des Skeletts. Der Körper entwickelt entlang der Wirbelsäule knöcherne Zubildungen, die meist an der Unterseite der Wirbel entstehen. Die Zubildungen formen sich zu sogenannten Knochenbrücken und verbinden mehrere Wirbel starr miteinander. Dies hat eine allmähliche Versteifung zur Folge.

Spondylosen werden durch den Verschleiß elastischer Bestandteile hervorgerufen. Sie entwickeln sich häufig im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule. Betroffen sind überwiegend Hunde größerer Rassen. Spondylose ist ein langsamer, unaufhaltsamer und unheilbarer Prozess. Die Symptome sind aber behandelbar und die Schmerzen lassen sich lindern, sodass die Lebensqualität des Hundes möglichst erhalten bleibt. Außerdem gibt es eine Reihe von Maßnahmen, mit denen man vorbeugend handeln kann.

Hintergrund: Anatomie der Wirbelsäule

Um das Krankheitsbild und den Verlauf zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Anatomie des Hundes. Die Wirbelsäule des Hundes besteht aus 7 Halswirbeln, 13 Brustwirbeln und 7 Lendenwirbeln. 3 weitere, miteinander verwachsene Wirbel bilden das Kreuzbein im Beckenbereich. Je nach Rasse hat der Hund 20 bis 23 Schwanzwirbel.

Die einzelnen Wirbel sind gelenkig miteinander verbunden. Bänder stützen und halten sie. Bandscheiben zwischen den Wirbeln wirken als Stoßdämpfer und fangen Belastung von außen ab. Die verschiedenen Bereiche der Wirbelsäule sind unterschiedlich stark beweglich: Im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule ist die Beweglichkeit groß, während Brust- und Kreuzwirbel eher starr sind. Die Schwachpunkte sind die Übergänge zwischen beweglichen und starren Bereichen. Die dort ansässige letzte Bandscheibe kann die Bewegung nicht weitergeben. Hier ist die puffernde Funktion der Bandscheiben gefragt, was den Verschleiß und damit die Gefahr von Spondylosen an dieser Stelle steigert.

Spondylose-gefährdete Bereiche

Verknöcherungen und Zubildungen entwickeln sich deshalb zunächst an den besonders belasteten Bereichen. Sie verbinden benachbarte Wirbel miteinander, um die Instabilität zu beheben. Folgeerkrankungen wie Bandscheibenvorfälle und eine damit einhergehende Lähmung des Hundes sollen verhindert werden. Kurz gesagt: Der Körper versucht, bei fortgeschrittenem Verschleiß mit einer Reparatur der betroffenen Wirbel Stabilität zu schaffen. Die dafür gebildeten Verknöcherungen bringen den Wirbeln und Wirbelkörpern zwar Einbußen in Sachen Elastizität ein, schaffen aber Stabilität.

Der Prozess der Verknöcherung kann mitunter sehr schmerzhaft verlaufen. Muskelschwäche, neurologische Ausfälle und Inkontinenz können damit einhergehen. Grund dafür: Zwischen den Wirbeln treten sogenannte Spinalnerven aus dem Wirbelkanal. Wenn eine Knochenbrücke auf die Nerven drückt, ist das für den Hund mit starken Schmerzen verbunden und kann zu entzündlichen Prozessen führen.

Mit Blick auf einen Bandscheibenvorfall ist die Gefahr nach Abschluss der Verknöcherungen an der betreffenden Stelle zunächst gebannt. Der Hund ist dann in der Regel wieder schmerzfrei. Die Belastung wird jedoch an benachbarte Wirbel weitergegeben, weshalb sich der Prozess der Verknöcherung fortsetzt. Unter Umständen entstehen so ganze Knochenbrücken entlang der Wirbelsäule.

Welches Krankheitsbild zeigt sich?

Dass ein Hund unter Spondylose leidet, fällt oft erst auf, wenn die Erkrankung schon in vollem Gange ist. Betroffene Hunde möchten sich unter Umständen nicht mehr so gern bewegen und ihr Gangbild wirkt steif. Sie haben Schwierigkeiten beim Aufstehen, Hinlegen oder Hinsetzen. Bestimmte Bewegungsabläufe wie das Einsteigen ins Auto, Treppensteigen oder ein einfaches Sitz verweigern sie. Wer einen Verdacht hegt, sollte seinen Hund aufmerksam beobachten.

Häufige Symptome Spondylose:

  • falsche Stellung einer oder beider Hinterpfoten
  • Instabilität im Stand bis hin zum Umfallen des Hundes
  • Schwierigkeiten beim Beinheben des Rüden
  • Verspannung der gesamten Rückenmuskulatur
  • Sichtbare Schmerzen - Hund zeigt einen gewölbten, "aufgezogenen" Rücken
  • verändertes Gangbild, zum Beispiel Nachziehen eines Beines, Humpeln oder steifer Gang
  • Zittern, Schwäche in der Hinterhand und leichte Lähmungserscheinungen
  • Überempfindlicher Hund - Schmerzen bei Berührungen

Erkrankte Hunde bevorzugen das entlastende Liegen. Sie haben aber gleichzeitig Schwierigkeiten, eine bequeme Liegeposition zu finden. Reagiert ein Hund bei bestimmten Bewegungen sehr schmerzhaft mit einem Aufschreien oder Jaulen, sollte der Verdacht tierärztlich abgeklärt werden. Im fortgeschrittenen Stadium können schwere Symptome wie Lähmungserscheinungen auftreten. Auch Harnträufeln und Inkontinenz werden beobachtet.

Diagnose: Wie wird Spondylose festgestellt?

Häufig ist die Spondylose ein Zufallsbefund, der in Zusammenhang mit anderen Beschwerden beim Tierarzt fällt. Besteht der Verdacht einer Spondylose, beginnt die Suche nach den charakteristischen Anzeichen. Zunächst müssen Erkrankungen mit ähnlichem Erscheinungsbild ausgeschlossen werden. Hunde-Röntgen wird oft zu einer Diagnose eingesetzt. Eine Röntgenuntersuchung der gesamten Wirbelsäule bringt Klarheit. Je nach Schweregrad zeigt das Röntgenbild Verknöcherungen der einzelnen Wirbelkörper oder ganze Knochenbrücken.

Man unterscheidet fünf Schweregrade:

  • 0. Grad: spondylosefrei
  • I. Grad: leichte Form, Knochenzacken an den Wirbeln
  • II. Grad: mittlere Form, Knochenzacken ("Papageienschnäbel")
  • III. Grad: schwere Form, isolierte Brücken
  • IV. Grad: schwerste Form, geschlossene Knochenplatten ("Bambuswirbelsäule")

Ursachen für Spondylose bei Hunden:

  • Bei zunehmendem Alter
  • Genetische Veranlagung
  • Übergewicht
  • Zu frühe Belastung des jungen Hundes
  • Starke Belastung über einen längeren Zeitraum (Sport-, Arbeits- und Gebrauchshunde)
  • Zucht unnatürlicher Körperformen

Einige Risikofaktoren begünstigen das Auftreten einer Spondylose. Grundsätzlich sind Hunde größerer Rassen wie z. B. der Deutsche Schäferhund oder der Boxer häufiger betroffen als Hunde kleinbleibender Rassen. Durch einen Hunde-DNA-Test lässt sich die genetische Veranlagung beim Hund festgestellt werden. Übergewicht ist ein weiterer bedeutender Risikofaktor. Es gilt also, auf die passende Ernährung zu achten und Leckerli verantwortungsvoll einzusetzen. Weil Spondylose in Zusammenhang mit Verschleißerscheinungen steht, tritt sie oftmals ab der mittleren Lebenshälfte eines Hundes auf.

Neben der genetischen Veranlagung spielt auch die durch Zucht beeinflusste Anatomie des Hundes eine Rolle. Hunde, die im Bereich des Sports oder der Diensthundarbeit eingesetzt werden, sind zum Teil starken Belastungen ausgesetzt. Sie haben ein deutlich höheres Risiko, degenerative Veränderungen der Wirbelsäule zu entwickeln. Mikrotraumata stehen in direktem Zusammenhang mit dem Auftreten einer Spondylose.

Möglichkeiten der Behandlung

Wird bei einem Hund die Erkrankung Spondylose festgestellt, ist Hilfe nötig. Aus der Diagnose lassen sich Konsequenzen für den Alltag  ableiten. Zwar ist Spondylose nicht heilbar, es ist aber möglich, die Auswirkungen zu mildern und weitere Schübe zu vermeiden.

Sofern ein Hund unter Übergewicht leidet, sollte er dieses auf eine veterinärmedizinisch abgeklärte Art reduzieren. Die Rückkehr zum Normalgewicht mindert die Belastung des Bewegungsapparates.

Ballspiele sollten von der Beschäftigungsliste verschwinden. Denn die abrupten Starts und Stopps wirken massiv auf die angegriffenen Wirbelgelenke ein. Ebenso verhält es sich mit dem wilden Spiel mit anderen Hunden: Tiere mit einem starken Schweregrad sollten darauf verzichten. Auch Springen, Hüpfen, häufiges Aufrichten und übermäßiges Treppensteigen sollte vermieden werden.

Kälte und Nässe können die krankheitsbedingten Beschwerden verstärken. Die Halter:innen erkrankter Hunde sollten diese deshalb mit einen Regenmantel vor Nässe schützen oder nach dem Spaziergang abtrocknen. Wichtig ist darüber hinaus, das Voranschreiten nach der Diagnose durch regelmäßige Folgeuntersuchungen im Abstand von ein bis zwei Jahren zu überwachen. Weiterführende Fragen dazu beantwortet der/die Tierarzt/Tierärztin.

Wie kann man Spondylose vorbeugen?

Um einer Spondylose vorzubeugen, kann man mit seinem gesunden Hund einige sinnvolle Maßnahmen in den Alltag integrieren. Generell sollte die Muskulatur durch ein gesundes Maß an Bewegung trainiert werden. Besonders wichtig ist eine starke Rückenmuskulatur. Ein zu hohes Gewicht solltest du aus zahlreichen gesundheitlichen Aspekten vermeiden. Nimmt dein Hund aktiv an einem Hundesport wie Agility teil, solltest du ihn vor dem Training hinreichend aufwärmen. Sprünge aus großer Höhe sind zu vermeiden, ebenso Fehl- oder Überlastungen sowohl im Welpenalter als auch bei Junghunden und erwachsenen Hunden.

Vorhandene Verspannungen und Blockaden des Rückens sollten gelöst werden. Hilfreich kann dafür der Besuch eines Tierphysiotherapeuten sein. Achte zudem darauf, ein gut sitzendes Geschirr zu nutzen.

Ernährung bei Spondylose

Die Ernährung spielt in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Rolle. Die Grundlage der Gesundheit bis ins Alter bildet eine ausgewogene, bedarfsgerechte Ernährung in jeder Lebensphase. Schon im Welpen- und Junghundalter ist darauf zu achten, dass sich Körpergewicht und Skelettwachstum im Einklang entwickeln. Eine Überlastung durch ein zu hohes Gewicht kann zu bleibenden Schäden des Bewegungsapparates führen.

Darüber hinaus gibt es im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel und Futterzusätze verschiedene Präparate mit sogenannten Gelenknährstoffen, z. B. Glucosamin und Chondroitin. Ihnen werden positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Gelenke nachgesagt. Sie können sowohl vorbeugend als auch nach erfolgter Diagnose sinnvoll sein. Dein:e Tierarzt/Tierärztin kann dich dazu beraten und individuelle Fragen beantworten.