Sommer Rallye 2020: Wie und was sehen Hunde?

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Diese Station der Sommer Rallye 2020 präsentiert dir:

Für Menschen ist die Welt bunt. Für Hunde steht die optische Wahrnehmung wohl eher an zweiter oder sogar dritter Stelle. Wenn du weißt, was und wie dein Hund sieht, kannst du es ihm leichter machen, dich wahrzunehmen.

In der Dämmerung sehen ist kein Problem

Die Netzhaut im Auge eines Hundes besteht, ebenso wie die der Menschen, aus Zapfen und Stäbchen, allerdings in einem anderen Verhältnis. Die Stäbchen sind für die Lichtempfindlichkeit der Augen zuständig. Davon haben Hunde weit mehr. Sie benötigen daher weniger Licht von außen, um das Gleiche zu sehen. Sich in der Dämmerung zurechtzufinden ist daher gut möglich.

Durch eine besondere Schicht auf der Netzhaut wird das einfallende Licht zudem noch verstärkt. Allerdings gibt es Hunde, bei denen diese Schicht vermindert ist oder teilweise komplett fehlt. Es ist zu vermuten, dass diese Hunde im Dunkeln weniger gut zurechtkommen wie Artgenossen ohne diesen Gendefekt. Dazu gehören zum Beispiel Hunde mit dem Merlefaktor. Dieser ist etwa bei Autralian Shepherds zu finden oder auch bei Catahoulas.

Bewegung ist besser

Hunde sind von Natur aus darauf ausgelegt, Objekte auf Wichtigkeit zu selektieren. So können sie ein sich bewegtes Objekt schärfer sehen als ein unbewegtes. Das Auge des Hundes ist nämlich darauf ausgerichtet, den Horizont nach Bewegung zu scannen. Ein sich bewegender Hundehalter ist dem Hund somit eine große Hilfe.

Der Bereich des schärfsten Sehens, der sogenannte gelbe Fleck, unterscheidet sich in seiner Form übrigens je nach der Schädelform des Hundes. Das bedeutet, dass Hunde, die zu brachyzephalen (kurzschnäuzigen) Rassen gehören anders sehen als Hunde mit längeren Köpfen, wie Windhunde. Die kurzköpfigen sehen auf kurze Distanz und wenn sie geradeaus schauen, schärfer. Windhunde hingegegen sind dazu in der Lage, sich Bewegendes einfacher zu verfolgen und müssen dafür ihren Kopf nicht bewegen.

Welche Farben sehen Hunde?

Hunde besitzen nur zwei verschiedene Zapfenarten. Diese sind für das Sehen von Blau-Violett und Gelb verantwortlich. Daraus ergibt sich, dass Hunde die Farbe Rot und auch die Farbe Grün nicht so wahrnehmen können, wie wir Menschen es tun. Sie sind, wenn man so will, rotgrünblind. Rote Objekte werden dem Hund dementsprechend als gelbe angezeigt und grüne erscheinen ihm ebenfalls in einem Gelbton. Ein rotes Spielzeug auf grüner Wiese hebt sich also nur für uns Menschen deutlich sichtbar ab. Hunde können aber wohl Gegenstände gut sehen und voneinander unterscheiden, die Blau oder Violett sind.

Das Sichtfeld von Hunden

Ähnlich wie beim gelben Fleck hängt der Bereich, den ein Hund sehen kann, von seiner Schädelform ab und damit zusammenhängend von der Position seiner Augen. Das Sichtfeld kann sich bis zu 240 Grad erstrecken. Je länger der Kopf und seitlicher die Augen, desto größer ist das Sichtfeld. Dabei büßt aber das räumliche Sehen ein. Bei runden Köpfen und kurzen Nasen ist das Sichtfeld deutlich kleiner.

Lena Schwarz

… schnüffelt als Redakteurin für DER HUND durch die faszinierende Welt der Caniden, löchert Fachleute mit Fragen, trifft außergewöhnliche Vierbeiner und deren Menschen und teilt die Geschichten und Bilder online sowie im Printheft. Besonders gern ist sie mit Hund wandernd unterwegs.