Pflanzenheilkunde: Altes Wissen neu entdeckt

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Die pflanzliche Hausapotheke

Fazit

Die Veterinärphytotherapie ist als eine Ergänzung zur klassischen Schulmedizin zu sehen. Ausgebildete Tierärzte und Tierheilpraktiker können mit pflanzlichen Stoffen vieles sehr gut behandeln. Auch der Hundebesitzer kann mit einigen Heilpflanzen sehr viel für seinen Liebling tun. Eine Heilpflanzenhausapotheke kann er zu Hause griffbreit haben und im Notfall einsetzen.

Die pflanzliche Hausapotheke

Durchfall: Verabreichen von gerbstoffhaltige Pflanzen wie Eichenrinde, Heidelbeere, Brombeerblätter. Durchfallteemischung: 10 g getrocknete Heidelbeeren, 10 g Brombeerblätter, 10 g Kamille, 10 g Fenchel, 10 g Gänsefingerkraut

  • Als Tee: für einen großen Hund 1 Esslöffel voll mörsern, aufgießen, erkalten lassen und ins Futter geben
  • Als Tinktur: dreimal täglich 5 Tropfen
  • Als Tabletten: zum Beispiel mit Kaffeekohle, Kamille, Myrrhe aus der Apotheke

Magenbeschwerden: Kamillentee oder Kaltwasserauszug aus Malven oder Eibisch: 1 Esslöffel auf ein Glas kaltes Wasser – 30 Minuten stehen lassen, abseihen und eingeben

Erbrechen bei Autofahrt: Ingwertabletten aus der Apotheke (Kinderdosis)

Hautekzeme: Eine Hand voll frischer Walnussblätter mit kochendem Wasser aufgießen, erkalten lassen und damit Hautekzeme und juckende Stellen zweimal täglich waschen und betupfen – wirkt juckreizlindernd und entzündungshemmend.

Wundbehandlung

  • Propolistinktur: verdünnt oder pur auf Wunden auftragen, zur Desinfektion
  • Ringelblumentinktur (Calendula Essenz): verdünnt oder pur auf Wunde auftragen
  • Spitzwegerich: unterwegs pflücken, zerquetschen und reiben, bis Saft austritt, diesen auf kleinere Wunden auftragen. Stillt die Blutung, desinfiziert und wirkt wundheilfördernd
  • Schafgarbe: Tee (frisch oder als Teekraut) zubereiten und Wunde damit waschen

Rezeptur für eine Wundsalbe: Gut zwei Hände voll Ringelblumenblüten (frisch gesammelt oder getrocknet aus der Apotheke) in 100 ml Olivenöl geben und in einem Topf erwärmen (nicht über 70 °C). Nun 30 bis 60 Minuten unter Rühren ausziehen lassen. Vorsicht – die Blüten nicht frittieren! Danach die Kräuter abgießen, Reste gut auspressen. 10 g Bienenwachs hinzugeben und zum Schmelzen bringen, alles gut verrühren und dann in einen Salbentiegel geben. Die Salbe pflegt die Pfoten im Winter und eignet sich wunderbar zur Wundversorgung, da sie die Wundheilung anregt.

Dieses und viele weitere Rezepte finden Sie in Dr. Alexandra Nadigs Buch „Heilpflanzen für Hunde – Wirkungsweise, Rezepturen und Anwendung“, erschienen im Kosmos Verlag (19,99 Euro).