Seltene Muskelschwäche: Myasthenia Gravis

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Die Erkrankung Myasthenia gravis führt bei Hunden zu bewegungsabhängiger Muskelschwäche. Tierärztin Dr. Jennifer Nehls erklärt, welche Symptome mit der neurologischen Erkrankung einhergehen und was hinter ihr steckt.

Myasthenia kann angeboren oder erworben sein. Häufiger ist die erworbene Variante. Sie tritt meist bei Hunden im Alter zwischen anderthalb und sieben Jahren auf. Während beide Geschlechter gleichermaßen betroffen sind, scheinen manche Rassen anfälliger zu sein.

Dazu gehören neben Deutsch Kurzhaar und Deutschem Schäferhund auch Chihuahua, Dackel, Golden Retriever und Labrador. Von der angeborenen Form der Myasthenie sind vor allem Rassen wie Jack Russell Terrier und Springer Spaniel betroffen.

Symptome der Muskelschwäche

Betroffene Hunde bewegen sich unauffällig, nur um plötzlich zu trippeln oder staksen. Sie müssen sich hinsetzen oder brechen zusammen. Nach einer kurzen Pause stehen sie auf und gehen weiter. Dann wiederholen sich die Symptome. Auch die Speiseröhre kann von der Krankheit betroffen sein.

Was geht im Körper des kranken Hundes vor?

Damit sich ein Hund bewegt, ist Muskelarbeit nötig. Die Nerven senden Information an die Skelettmuskulatur, ihre Muskeln verkürzen und dehnen sich entsprechend. Diese Übertragung funktioniert bei einer Myasthenia gravis nicht richtig, da die Rezeptoren an den Muskelzellen blockiert und zerstört werden. Der Impuls zur Verkürzung kommt nicht ausreichend an und die Muskulatur erschlafft.

Diagnose

Kraftlosigkeit und Schwäche können auch Symptome anderer Erkrankungen wie Vergiftungen, Tumoren und Herzversagen sein. Diese muss der Tierarzt daher ausschließen. Er nimmt eine allgemeine und eine neurologische Untersuchung des Hundes vor. Bleibt der Verdacht auf Myasthenia erhalten, schließt sich ein weiterer Test an.

Der Verlauf der Erkrankung ist nicht vorhersehbar. Verschiedene Präparate können bei der Therapie einer Myasthenia gravis eingesetzt werden. Während bei manchen Hunden die Krankheit fortschreitet, sind andere gut therapierbar.

Erfahren Sie in Ausgabe 11/2016 von DER HUND mehr darüber, wie die Speiseröhre von Myasthenia gravis betroffen sein kann. Begleiten Sie Dr. Nehls auf einen Ausflug in die Physiologie des Hundes und den Diagnose der Muskelschwäche.


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Lena Schwarz

... ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.