Käthe und ich: Exklusiver Blick hinter die TV-Kulissen

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In „Käthe und ich“ (ARD) hat Aussie Hoonah die Hauptrolle – neben Schauspieler Christoph Schechinger. Die neuen Folgen laufen am 11. und 18. September, jeweils um 20:15 im Ersten. Wie Hoonah zum Filmhund wurde, wie sich ihr menschlicher Partner auf sie und die Rolle als Therapeut mit tierischer Unterstützung vorbereitet hat und wie Dreharbeiten in Coronazeiten möglich waren, liest du in diesem Interview mit ihm und Tiertrainerin Carolin Zeidler.

Christoph, sind Sie selbst mit Hunden groß geworden oder haben einen?

Nein, ich selbst habe keinen Hund. Dort wo ich aufgewachsen bin, hatte unsere Nachbarin immer Hunde auf ihrem Grundstück, auf die sie wohl aufgepasst hatte. Da gab es eine Golden Retriever- Hündin, die hieß Nelli, die mochte ich besonders gern und ich durfte sie immer besuchen und mit ihr spielen.

Dafür haben Sie sich eine ganze Woche vor Drehbeginn Zeit genommen, Hoonah alias Käthe kennenzulernen?

Ja, ich hatte den größten Respekt vor der Situation, wie mich Hoonah finden würde, wie sie auf mich reagieren könnte und ob sie mich überhaupt akzeptieren würde. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier, die ja sehr wichtig ist, um die Einheit „Paul und Käthe“ zu erzählen, wollte ich sehr ehrlich gestalten – also auch möglichst eine echte Bindung aufbauen und diese nicht einfach nur behaupten. Darum habe ich mich mit Carolin Zeidler und Hoonah getroffen. Wir verbrachten die Tage miteinander, wir waren spazieren und ich hatte den „magischen“ Beutel mit der Wurst immer an meiner Seite. Wir haben zusammen gegessen, gespielt und viel gekuschelt, alles, was dazugehört, um Bindung aufzubauen.

Mit einem Hund kann man nicht stundenlang drehen – wie lief das ab?

Hoonah hat natürlich nur ein zeitlich reduziertes „Arbeitspensum". Die ganzen Drehtage wurde darauf ausgerichtet, was man dem Hund zumuten und wie man Hoonah den Spaß an der Arbeit bewahren kann. Wir haben anspruchsvollere Szenen häufig am Vormittag geprobt und gedreht – und auch bei den Proben schon die Kameras mitlaufen lassen, einfachere Szenen mit Routinemustern am Nachmittag. Hoonah hatte zwischendurch immer die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und auszuruhen.

Mariele Millowitsch, Hoonah und Christoph Schechinger
Foto: ARD Degeto/Britta Krehl

Gab es auch schwierige Situationen oder Tage beim Filmen mit Hoonah/Käthe?

Ich hatte ja keine Erfahrung mit Tieren am Set, aber Hoonah ist eine extrem intelligente und energievolle Partnerin – ich glaube, in den 42 Drehtagen mit ihr gab es höchstens zwei Tage, an denen man das Gefühl hatte, sie wäre nicht so gut drauf gewesen. Sie hat immer sehr schnell verstanden, worauf es ankommt. Viele Szenen hatten ja auch Muster, die sich wiederholten. Die hat sie sehr schnell gelernt und auch parat gehabt, beispielsweise das gemeinsame Gehen, also das dicht bei Paul bleiben, oder das gemeinsame Hinsetzen oder das Verharren bei einem Patienten.

Wie funktionierte es, Kommandos zu geben? Kamen die von Ihnen oder der Tiertrainerin?

Kommandos gebe ich zum Großteil selbst – das hat mit Hoonah prima geklappt, sie hat das schnell akzeptiert und angenommen. Die Tiertrainerin als absolute Vertrauensperson war dabei, und übernahm, wenn es komplexere Abläufe gab. Hoonah begriff innerhalb kürzester Zeit gelernt, was „Bitte“ und „Danke“, also das deutsche „Action“ und „Cut“, beim Set bedeuten. Wenn die Szene vorbei war und „Danke“ vom Regisseur kam, ging sie sich erst einmal ein Leckerchen abholen.

Tiertrainerin Carolin Zeidler mit Hündin Hoonah, die Käthe spielt
Foto: ARD Degeto/Britta Krehl

Carolin, Sie haben Hoonah zum Casting für die Serie mitgenommen, als sie noch kein Jahr alt war – war das nicht viel zu jung für einen Filmhund?

Im Drehbuch war ursprünglich ein großer Hund, eine Dogge, angedacht – aber im Gespräch mit der Drehbuchautorin Brigitte Müller stellte sich heraus, dass ein kleinerer, sehr arbeitswilliger Hund viel ausdauernder die Aufgaben eines Therapiehundes in der Serie erfüllen kann. Darum kam ich mit einem Border Collie und Coda, einem erwachsenen Australian Shepherd, zum Casting, und nahm Hoonah einfach mit. Eigentlich war zunächst der erfahrenere Coda im Gespräch, aber Hoonah hat sich während unserer Unterhaltung einfach an die Regie gekuschelt und war sehr offen. Brigitte Müller kannte die Rasse vorher nicht – aber bei der Entscheidung für Hoonah spielte auch die Ausstrahlung eine Rolle, und das nicht nur, weil Hoonah mit ihrer Art sowieso alle verzaubert. Hoonah ist sehr einfühlsam und passt dadurch sehr gut zu ihrer Rolle.

Haben Sie dann gleich mit dem Training für die Serie begonnen?

Das spielerische Training mit einem so jungen Hund und noch dazu einem Hütehund beinhaltet nicht nur, Tricks zu lernen. Gerade bei arbeitswilligen Tieren gehört es auch dazu, ihnen erst einmal Ruhe beizubringen – also auch stillhalten und entspannen zu können. Mit der Vorbereitung auf die Filmrolle haben wir daher nicht sofort begonnen. Die endgültige Zusage für Hoonah und die Rolle als Käthe kam erst gut viereinhalb Monate vor Drehbeginn. Ab diesem Zeitpunkt haben wir natürlich schon einige vorbereitende Übungen gemacht. Gerade bei einer doch so großen Rolle über mehrere Folgen war es sehr vorteilhaft, einen jungen, lernwilligen Hund zu haben und ihn schon frühzeitig mit Aufgaben vertraut zu machen. Das erleichterte ihr das spätere Arbeiten am Set.

Für die ersten Folgen von „Käthe und ich“ haben Sie bereits 2019 gedreht. Dann kam Corona. Was unterschied sich zum regulären Filmen, Carolin?

Eigentlich gibt es kaum Unterschiede im Ablauf. Aber natürlich gibt es einige Einschränkungen und Auflagen, die sich an den offiziellen Empfehlungen für Dreharbeiten orientieren. Das bedeutet: Abstand halten, nicht zu nah aneinander stehen und Maskenpflicht für das gesamte Team – außer für die Schauspieler, wenn sie gerade gemeinsam vor der Kamera stehen. Dann müssen sie sich abseits des Drehs aber zusätzlich in Quarantäne befinden und werden durch regelmäßige Tests abgesichert. Außerdem gibt es jeden Morgen einen Gesundheitscheck, bei dem sichergestellt wird, dass sich keiner krank fühlt, Fieber oder andere Symptome zeigt.

Foto: ARD Degeto/Britta Krehl // In der Folge "Zurück ins Leben" (11.09.20) helfen Käthe und Paul einem vereinsamten Jugendlichen.

Und Hoonah?

Hunde stecken zum aktuellen Wissen Stand keine Menschen an. Deswegen gibt es keine besonderen bzw. abweichenden Hygienemaßnahmen für den Hund. Natürlich wird Hoonah regelmäßig tierärztlich untersucht und durch uns beobachtet, sodass auch ihre Gesundheit sichergestellt ist.

Wie war das mit den Masken für Ihre Hunde?

Ich habe die Hunde natürlich vorher daran gewöhnt, sodass es für sie nicht komisch ist. Ein Hund liest normalerweise auch viel über Mimik ab, aber Hoonah kennt es auch, nur auf Handzeichen oder Stimme zu reagieren, dadurch sind die Masken für sie kein Problem.

Lena Schwarz

… schnüffelt als Redakteurin für DER HUND durch die faszinierende Welt der Caniden, löchert Fachleute mit Fragen, trifft außergewöhnliche Vierbeiner und deren Menschen und teilt die Geschichten und Bilder online sowie im Printheft. Besonders gern ist sie mit Hund wandernd unterwegs.