Tschechoslowakischer Wolfshund

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Tschechoslowakische Wolfhunde sehen auf den ersten Blick aus wie hochbeinige, wolfsfarbene Deutsche Schäferhunde. Und tatsächlich: die  Zucht des tchechoslowakischen Wolfhunds begann im Jahre 1955 als wissenschaftliches Experiment – mit einer Kreuzung des Deutschen Schäferhundes mit dem Karpatenwolf.

Tschechoslowakische Wolfshunde werden jedoch schon seit vielen Jahren nicht mehr mit Wölfen verpaart. Den Schwerpunkt legen Züchter vor allem auf gute Arbeitseigenschaften und Gesundheit. Der heutige Wolfshund ist trotz seiner Entstehungsgeschichte ein Haushund und mit Wolfshybriden nicht zu vergleichen. Dennoch hat er sich viel an Körpersprache  und ursprünglichen Verhaltensweisen des Wolfes erhalten. Unerwünscht ist besonders das scheue Verhalten der Wölfe, welches schon zu Beginn der Zuchtselektion bekämpft wurde. Wichtig sind die Diensthundeeigenschaften des Schäferhundes.

Kein "gewöhnlicher" Hund

Hunde brauchen körperliche und geistige Beschäftigung, nicht anders bei einem Wolfshund! Besonders beim Hunden mit Wolf-Genen sollte man dies nicht außer Acht lassen: Sie beginnen sich mit allen möglichen Unfug selber zu beschäftigen! Da ist das Öffnen von Türen und Schubladen nur das kleinste Übel. Wolfshunde-Haltende berichten davon, wie abgeschlossene Autoschiebetüren und gekippte Fenster mit heruntergelassenen Rollläden ohne großen Aufwand geöffnet wurden.

Die Erziehung des Tchechoslowakischen Wolfshunds erfordert enorm viel Zeit, Geduld, Konsequenz und Hunde-Intelligenz. Wichtig ist, dass der Wolfshund seinen Menschen respektiert. Schon ein kleiner "Wolf" braucht eine konsequente Erziehung! Er hat sie immer genau im Blick und ist gewillt, jeden Blödsinn auszuprobieren! Tschechoslowakische Wolfshunde sind sehr energievolle Hunde einer großen Rasse, die eine überdurchschnittliche Intelligenz aufweisen.

Pflege und Ernährung

Bei der Pflege des Wolfshundes ist der Arbeitsaufwand nicht besonders groß. Die Futterrationen sollten wie bei allen Hunden dem Energieverbrauch angepasst werden. Neben der geeigneten Portionierung sollte man natürlich auch auf Ausgewogenheit achten. Da man mit diesem Hund viel laufen und arbeiten muss, sollte natürlich seine Ernährung dementsprechend angepasst werden.

Tchechoslowakischer Wolfshund in der Stadt

Wolfsverhalten steckt auch noch heute in den Genen dieser Hunde. Daher sollte man ihn auch schon sehr früh mit vielen, verschiedenen Umwelteinflüssen und Menschen konfrontieren und ihn gut sozialisieren. Aggressivität wird er gegenüber Menschen in der Regel nicht zeigen, doch Hunden gegenüber ist er oft rauflustig eingestellt. Aufgrund des außergewöhnlichen Charakters dieses sehr ursprünglichen, freiheitsliebenden Hundes eignet er sich nicht unbedingt für ein Leben in der Stadt. Ein schönes Haus im Grünen, mit langen Spaziergängen und viel Beschäftigung wären ideal für ihn.

Tschechoslowakische Wolfshunde im Hunderassen-Steckbrief:

  • Herkunft: Slowakei
  • Widerristhöhe: 60 bis 75 cm
  • Gewicht: Rüden zwischen 23 und 30 kg, Hündinnen 20 bis 25 kg
  • Fellfarben: wolfsfarben
  • Besondere Merkmale:
    • sehr hochbeinig
    • stockhaarig, mit einem leichten, eleganten Bau
    • mittelgroße, stehende Ohren
    • bellen nicht gern, eher Heul-, Jaul- und Brummlaute
    • Hündinnen werden meist nur einmal im Jahr läufig
    • ein direktes Wolserbe
  • FCI-Klassifikation:
    • Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
    • Sektion 1 Schäferhunde

Bildquelle: wikimedia commons Urheber: Cronmig