Saarloos Wolfhund

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Saarloos-Wolfhunde haben ihren Namen von dem Niederländer Leendert Saarloos. Dieser begann in den 20er Jahren mit der Zucht dieser Rasse, da er fand, dass unsere Haushunde zu degeneriert und kränklich sind. Sein Gegenrezept: Wolfsblut!

Saarloos-Wolfhunde entstanden bei dem Versuch, den Deutschen Schäferhund zu verbessern: Durch die Einkreuzung von Wölfen sollte der ultimative Gebrauchshund – stabil, hart, ausdauernd, gesund – gezogen werden. Doch so simpel funktioniert Genetik nun einmal nicht. Das Produkt von Wolfskreuzungen sind Überraschungspakete: Während die einen Nachkommen eher wie normale Haushunde wirken, haben andere besonders viel von einem Wolf, sind schreckhaft und misstrauisch gegenüber Menschen. Wolfmischlinge gelten heute als gescheitertes Experiment und sollten nach Meinung von Wolfsexperten verboten werden.

Da die Einkreuzung von Wölfen bei dem Saarloos-Wolfhund schon so viele Generationen zurückliegt, gilt diese Hunderasse als reiner Haushund. Dennoch sollte sie Kennern vorbehalten bleiben. Wichtig ist, dass der Hund gerade in der Prägungsphase eine ausreichende Sozialisation bekommt, um eventuell angeborene Skepsis und Scheue entgegen zu wirken. Der Saarloos Wolfhund eignet sich daher nicht gerade für Anfänger:innen. Auch Zwingerhaltung kommt nicht infrage. Denn Saarloos Wolfhunde haben den Freiheitsdrang der Wölfe immer noch in sich. Werden sie ihrer Freiheit beraubt oder eingeengt, kann das zu massiven Verhaltensstörungen führen.

Sehr zeitaufwändige Haltung

Der Saarloos Wolfhund kann ein treuer Freund und Begleiter des Menschen werden. Ausschlaggebend sind Prägung und Erziehung. Es erfordert eine Menge Zeit, Liebe und Geduld um ihn gut zu sozialisieren und vor allem: um ihn an sich zu binden! Investiert man jedoch gerade zu Beginn viel Zeit, entsteht sogar eine solch starke Bindung, dass er das Alleinsein nur noch schwer erträgt. Um ihn daran zu gewöhnen, sollte man bereits früh in kleinen Schritten damit beginnen, ihn allein zu lassen. Alles nur in Maßen, da er sonst starken Trennungsängsten ausgesetzt sein kann. Optimal ist es für, wenn wenigstens ein Familienmitglied ständig bei ihm sein kann. Welcher Hund wünscht sich das nicht?

Pflege und Fressen

Bei der Pflege des Wolfhundes ist der Arbeitsaufwand nicht besonders groß. Im Grunde braucht dieser Hund keine besonderen Pflegeeinheiten. Die Futterrationen sollten dagegen, wie bei allen Hunden, zum Energieverbrauch passen und die individuellen Bedürfnisse erfüllen. Neben der geeigneten Portionierung sollte man natürlich auch auf Ausgewogenheit achten. Wer viel arbeitet, will natürlich auch gut und ausgiebig fressen. Wer viel schläft, sollte natürlich weniger fressen.

Saarloos-Wolfhund in der Stadt: eine schwierige Kombination

Wolfsverhalten steckt auch noch heute in den Genen dieses Hundes. Frühe Kontakte mit Menschen und Umwelteinflüssen sind bei der Erziehung daher unverzichtbar! Erwünscht ist bei dieser Rasse ein gesundes Misstrauen bzw. eine gewisse Reserviertheit. Was dem Leben in der Stadt nicht unbedingt zum Vorteil gereicht. Aggressiv gegenüber Menschen sind diese Hunde im Allgemeinen nicht, doch bei der Begegnung mit anderen Hunden kann es eventuell zu Raufereien kommen.

Gründe, die klar gegen eine Hunde-Haltung in der Stadt mit viel Verkehr, Menschen und Hunden sprechen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Abenteuer ganz nach Wolf-Art, durch Wälder und Wiesen, sind für solche Hunde natürlich die bessere Alternative!

Saarloos-Wolfhunde im Hunderassen-Steckbrief:

  • Name: Saarloos Wolfhund
  • Herkunft: Niederlande
  • Widerristhöhe: 60 bis 75 cm
  • Gewicht: zwischen 36 und 41 kg
  • Fellfarben: wolfsgrau, waldbraun, cremeweiß, weiß
  • Besondere Merkmale:
    • kräftig gebaut
    • lange Gliedmaßen
    • Mittelgroße, stehende Ohren
    • Bellen nicht gern, eher Heul-, Jaul- und Brummlaute
    • Hündinnen werden meist nur einmal im Jahr läufig – ein direktes Wolfserbe
  • FCI-Klassifikation
    • Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde
    • Sektion 1 Schäferhunde