Laika lernt, mit Hunden klarzukommen

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Heute zieht Laika beileibe nicht mehr so stark wie früher. Foto: Guido Krisam

Laikas neue Halter hatten Hornhaut an den Händen, so stark zog die ehemalige Kettenhündin an der Leine. Draußen war sie außer sich, reagierte aggressiv auf Hunde und alles andere als hundefreundlich. Trainerin Angela Koch von der Nürnberger Hundeschule Advo-Canis hilft der Schäferhündin und ihren Haltern Michael Trübger und Petra Herzing auf dem Weg in ein ruhiges Leben.

Schäferhündin Laika steht schwanzwedelnd an der Wohnungstür, ihren bunten Quitsche-Knochen im Maul. Das soll die Hündin sein, die einst an der Kette lebte und das Leben ihrer neuen Halter durch ihr Verhalten beim Spaziergang durcheinandergewirbelt hat?

„Sie ist ein unruhiger Geist, wenn wir draußen sind“, sagt Michael Trübger. Eine harmlose Umschreibung, wenn er an die Verwandlung zurückdenkt, die seine Hündin vor Monaten noch durchmachte, als es zur Haustür hinausging. Laika reagierte extrem erregt auf Umweltreize wie Lichter und Geräusche. Sie zog an der Leine, stieg auf die Hinterläufe und bellte, sobald sie einen Hund sah. Auch wenn dieser noch hunderte Meter entfernt war. Auf ihre Halter reagierte Laika dann nicht mehr. Petra Trübger konnte mit der Hündin nicht spazierengehen. Michael legte sein Berufsleben auf Eis, um der Hündin Auslauf zu verschaffen.

Das Paar fürchtete, es könnte draußen etwas passieren. Denn auf den Gassirunden waren viele freilaufende Hunde unterwegs, deren Halter sie nicht abrufen konnten oder wollten. Der Stress, den Laikas Verhalten auslöste, belastete die Beziehung des Paares, aber Laika abzugeben kam nicht in Frage. „Sie hätte keine Zukunft gehabt“ betont Petra. Es war Zeit, eine Fachperson zu Rate zu ziehen. Die ersten beiden Trainer, die Michael und Petra um Hilfe baten, überzeugten nicht. Erst Angela Koch konnte helfen.

Training in Schrittchen

Leinenführ-Übung: Michael führt Laika durch einen Slalomparcours. Foto: Guido Krisam

Die Trainerin spricht Klartext: Es gäbe keine schnelle Lösung; das Training werde rund ein Jahr dauern. Seit März 2016 arbeitet Angela mit Laika, Michael und Petra. Erst wöchentlich, mittlerweile alle zwei bis drei Wochen. „Laika soll ruhig direkt an anderen Hunden vorbeigehen“, beschreibt Petra das Trainingsziel.Foto: Guido Krisam

Auf dem Plan stehen: Leinenführtraining für Laika und ihre Halter und Desensibilisierung. Für letztere fährt das Paar mit der Hündin zu einer Wiese. Dort kann Laika anderen Hunden in einem Abstand begegnen, bei dem sie ruhig bleibt. Sie soll Artgenossen bewusst wahrnehmen, aber kein aggressives Verhalten zeigen. Tut sie es doch, geht’s zurück ins Auto. Angela hat die Übungen genau auf Laika und ihre Halter abgestimmt, sodass sie auch im Alltag üben können.

Wie genau Angela das Training für Hund und Halter aufgebaut hat, und welche Fortschritte Laika schon gemacht hat, lesen Sie in Ausgabe 10/2016 von DER HUND.

Die Ausgabe 10/2016 von DER HUND gibt es auch online.

Lena Schwarz

... ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.