Die Fellpflege beim Hund ist abhängig von Rasse, Haarlänge und Struktur des Haarkleides. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass bei kurzhaarigen Rassen weniger Pflege erforderlich ist als bei langhaarigen Hunden. Tierarzt Dr. Seeburg verrät mehr. 

Hunde wechseln unter normalen Umständen in Frühjahr und im Herbst ihr Fell. Dies ermöglicht ihnen, sich an die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen des Sommers und des Winters anzupassen. Die dicke Unterwolle des Winters lockert sich im Frühjahr und sollte durch Bürsten oder Auskämmen aus dem Haarkleid regelmäßig entfernt werden. Die regelmäßige Fellpflege stellt auch eine Massage für die Haut dar, sie fördert die Durchblutung und somit die Versorgung der Haarwurzeln und der Talgdrüsen der Haut mit Nährstoffen. Gleichzeitig werden abgestoßene Partikel der Hornhaut gelöst, der Talg aus den Drüsen gedrückt und der sich daraus entwickelnde schützende Fettfilm über die Haut verteilt. Dieser hält die Haut gesund und verleiht dem Haarkleid seinen seidigen Glanz.

Hautgesundheit ist auch vom pH-Wert abhängig

Damit die Haut gesund bleiben kann, ist der passende pH-Wert wichtig, der sich je nach Rasse deutlich unterscheiden kann. So beträgt der normale pH-Wert der Haut beim Labrador 6,8, beim Golden Retriever 7,6 und beim deutschen Schäferhund 8,6. Dieses steht im Gegensatz zum Menschen, bei dem auf Grund der Schweißabsonderung der pH-Wert der Haut deutlich niedriger liegt, nämlich zwischen 5,5 bis 5,8. Wird dieses feine Mikroklima durch häufiges Waschen oder Verwendung eines falschen Shampoos (z.B. Babyshampoo) gestört, kann es zu Erkrankungen der Haut kommen.

Da Hunde über keine Schweißdrüsen in der Haut verfügen, ist das Mikroklima von deren Haut besonders anfällig. Dieses Mikroklima wird durch Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze gebildet, die in Kommensalismus (Fressgemeinschaft) mit dem jeweiligen Wirt leben. Sie sind grundlegend für die Erhaltung des physiologischen pH-Wertes der Haut verantwortlich und tragen damit grundlegend zur Gesunderhaltung der Haut bei.

Hundehaut: Welche Aufgaben hat sie eigentlich?

Die Haut bildet die äußere Hülle und somit den Schutz der Organe vor Umwelteinflüssen; auch ist sie eine effiziente Barriere gegen Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten. Gleichzeitig ist sie selbst ein Organ, durch dessen Elastizität und Fettpolsterung sich zum Beispiel auch mechanische Stöße abfedern lassen.

Durch Aufstellen der Haare wird eine Art Luftpolster erzeugt, mit dem der Hundekörper vor der Kälte geschützt ist. Dabei werden gleichzeitig die Blutgefäße der Haut so verengt, dass diese sich kalt anfühlt. So geht nur wenig Körperwärme verloren. Bei Hitze weiten sich die kleinen Blutgefäße und die Haut wird wärmer, da es zu einer stärkeren Durchblutung der Hautoberfläche kommt. Der Körper gibt Wärme an die Umgebung ab. Durch diese und andere Mechanismen kann der Hund seine Temperatur im Inneren des Körpers konstant halten. Des weiteren ist auch bei unseren Hunden die Haut ein wichtiges Sinnesorgan, mit Hilfe dessen er Reize aus seiner Umwelt wahr nimmt. Somit ist die Haut unentbehrlich für den sozialen Kontakt zwischen Hunden und zwischen Hund und Mensch. Die wohltuende Fellpflege verstärkt nur die Bindung.

Durch regelmäßige Pflege lassen sich u. A. Verfilzungen vorbeugen, die, wenn sie sich erst einmal gebildet haben, zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen (häufigste Beeinträchtigungsquellen: Achseln, Pfoten-Ballen), Hauterkrankungen und schlechtem Fellbild führen. Oft kann auch ein ungepflegtes Fellkleid das Verhältnis zur eigenen Familie wie auch zu anderen Mitmenschen erheblich beeinträchtigen.

Hundegeruch

Dabei ist es natürlich erstmal völlig normal, dass ein regennasser Hund meist wie abgestandene Erbsensuppe müffelt und der taktisch geschickt ausgeklügelte Intensivkontakt (langsam zurückfallen lassen, Unaufmerksamkeit von Frauchen/Herrchen abwarten und Entfernungsvorteil nutzen) mit Kuhfladen oder verwesendem Fisch auch beim Haltenden mittelschweren bis kaum noch kontrollierbaren Brechreiz auslöst.

Von diesen Extrembeispielen mal abgesehen, kann aber auch ein gepflegter Hund die menschliche Nase beleidigen; vornehmlich die der Nichthundehalter:innen. Hier gilt es, ein für alle Beteiligten annehmbares (Duft-)Verhältnis herzustellen. Den armen Hund aber mit Parfüm oder vergleichbar stark mit für den Menschen angenehmen Essenzen “einzunebeln”, ist keine Lösung!

Allergien, chronische Hautreizungen und mitunter auch Verätzungen der Nasenschleimhaut sind nahezu zwangsläufig die Folge. Mal abgesehen davon, dass für die Hundenase diese Riechstoffe von derart durchdringender Penetranz sind, dass er die nächstbeste Gelegenheit nutzt, um eine für uns stinkende Gegenmaßnahme einzuleiten.
Hier gilt wie so oft: Weniger ist mehr. Das richtige Futter, artgerechte Fellpflegemittel in Maßen angewendet und auch mal ein zwischenmenschlicher Kontakt ohne Hundebegleitung lautet die für alle Beteiligten annehmbare Verträglichkeitsformel.