16/05/2017 

Wer mit seinem Hund regelmäßig trainiert oder an Wettkämpfen teilnimmt, sollte auch auf die Fütterung achten. Doch nicht jede sportliche Aktivität verlangt gleich ein Spezialfutter.

Ob Agility, Canicross, Mantrailing oder Schlittenhundesport: Sporthunde leisten je nach Disziplin sehr Unterschiedliches. Für kurze, intensive Belastungen wird Energie anders bereitgestellt als bei langen Laufeinheiten. Entscheidend sind Trainingsumfang, Dauer und Intensität – nicht allein Rasse oder Körpergröße.

Eine feste Vorgabe, wie viele Stunden Bewegung ein Hund täglich braucht, gibt es nicht. Alter, Gesundheit, Temperament und individuelle Bedürfnisse spielen eine große Rolle. Ein gesunder, ausgewachsener Hund mit normaler Alltagsbewegung benötigt meist kein besonderes Sporthundefutter. Steigen Training und Energieverbrauch jedoch deutlich, muss die Futterration angepasst werden. Andernfalls nimmt der Hund ab, baut Muskulatur ab oder erholt sich schlechter.

Energie: Fett ist bei Ausdauersport wichtig

Fett liefert besonders viel Energie. Es spielt deshalb vor allem bei ausdauernden Belastungen wie Zughundesport, langen Wanderungen oder Jagdeinsätzen eine wichtige Rolle. Kohlenhydrate können bei kurzen und intensiven Leistungen schneller verfügbare Energie liefern. Hunde können Kohlenhydrate grundsätzlich gut verwerten, sofern das Futter ausgewogen und gut verträglich ist.

Eiweiß, auch Protein genannt, liefert Bausteine für Muskeln und andere Körpergewebe. Mehr Protein bedeutet aber nicht automatisch mehr Leistung. Wichtig ist eine ausreichende Menge hochwertiger, gut verdaulicher Proteine im Verhältnis zum gesamten Energiebedarf.

Nicht nur die Kalorien zählen

Sportliche Hunde brauchen ein vollwertiges Alleinfutter, das den erhöhten Energiebedarf deckt und alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthält. Werden einfach nur größere Mengen eines normalen Futters gegeben, steigt auch die Aufnahme einzelner Nährstoffe. Deshalb ist bei dauerhaft hoher Belastung ein auf aktive Hunde abgestimmtes Futter manchmal sinnvoll.

Ob ein Hund passend versorgt ist, zeigt nicht nur die Waage: Er sollte sein Gewicht halten, eine gute Muskulatur haben, leistungsfähig bleiben und sich nach Belastung gut erholen. Auch Kotmenge, Fell, Haut und Appetit liefern Hinweise.

Ein Training pro Woche reicht meist nicht aus, um die Fütterung umzustellen. Auch wer 2- oder 3-mal wöchentlich Agility, Mantrailing oder eine ähnliche Sportart betreibt, muss die Ration eines gesunden Hundes in der Regel nicht erhöhen. Entscheidend ist, ob sich Gewicht, Körperform, Leistungsfähigkeit oder Erholung verändern. Nimmt der Hund ungewollt ab, kann seine Tagesration schrittweise angepasst werden.

Gelenke: Training und Gewicht sind entscheidend

Sport belastet Muskeln, Sehnen und Gelenke. Für gesunde Sporthunde gibt es aber keinen überzeugenden Beleg, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Glucosamin, Chondroitin, Kollagen oder Grünlippmuschel Gelenkprobleme sicher verhindern. Wichtiger sind ein gesundes Körpergewicht, ein alters- und trainingsgerechter Belastungsaufbau, gutes Aufwärmen sowie ausreichend Erholungszeit.

Zeigt ein Hund Lahmheit, Steifheit, Bewegungsunlust oder Schmerzen, sollte die Belastung pausieren und die Ursache abgeklärt werden. Ergänzungsmittel können in einzelnen Situationen sinnvoll sein, ersetzen aber weder eine Diagnose noch ein angepasstes Training.

Fütterung rund ums Training

Direkt vor intensiver Belastung sind große Mahlzeiten keine gute Idee. Sie können den Magen belasten und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Plane die Hauptmahlzeit daher mit ausreichendem Abstand zum Training ein. Nach der Belastung sollte der Hund erst zur Ruhe kommen, Wasser trinken können und dann eine angemessene Portion erhalten.

Frisches Wasser muss immer verfügbar sein – besonders bei Wärme, langen Trainingseinheiten und Ausdauersport. Ergänzungsmittel versprechen oft viel, sind aber für die meisten Sporthunde nicht nötig. Eine ausgewogene Ration, ein sinnvoll aufgebautes Training und ausreichende Erholung bleiben die wichtigste Grundlage für Leistung und Gesundheit.