Puppy Diaries 2 – die Entwicklungsphasen des Hundes

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Wir begleiten diese 8 Würmer der Zucht White Classics beim Wachsen und Gedeihen. Außerdem berichten die Züchterinnen Jenny und Sabine von den Entwicklungsphasen der kleinen Cocker Spaniels und den jeweiligen Aufgaben eines Züchters. Schaut immer mal wieder rein und seid live dabei wenn die Babies groß werden. Der Beitrag wird laufend ergänzt.

19.8.2019

Es geht in die dritte Lebenswoche und damit startet nun auch die nächste wichtige Lebensphase der kleinen Cocker Spaniel Welpen: die Übergangsphase.

Die Übergangsphase (3. Lebenswoche)

In dieser Zeit wenden sich die Welpen langsam der Außenwelt zu. Sie wird auch Transitive Phase oder die “Zeit des Erwachens der ersten Umweltreaktionen” genannt (nach Feddersen-Petersen). Nach und nach öffnen sich Augen und Ohren, das audiovisuelle System gewinnt von Tag zu Tag an Kapazität. Die Bewegungen werden gezielter, die Koordination verbessert sich. Die ersten Milchzähne brechen durch, der Hund kann seine Körpertemperatur nun selbst regulieren und endlich auch ohne Hilfe der Mutter Kot und Urin absetzen. In der Übergangsphase beginnen die Welpen mit der Mutterhündin und ihren Geschwistern zu interagieren. Erste Spielversuche starten und langsam wagen sich die Kleinen auch aus der Wurfkiste.

Aufgaben des Züchters

Langsam werden die Welpen aktiv und wollen beschäftigt werden. Erstes Spielzeug wie Bälle, Stofftiere, Beißringe und Rasseln werden in die Wurfkiste gelegt. Dann werden die Welpen mit Alltagsgeräuschen wie Staubsauger, Waschmaschine, Fernsehr, Föhn etc. vertraut gemacht. In der dritten Woche lernen die Welpen – mit der Einhaltung gewisser Hygienemaßnahmen – erste Besucher kennen. Sie werden von ihnen hochgehoben, gestreichelt und gebürstet. Gegen Ende der dritten Woche kann mit der Zufütterung begonnen werden. Beliebt ist rohes Rindfleisch das von Hand gefüttert wird.

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5. August 2019

Herzlich Willkommen! Hündin Pie hat am Abend 8 Welpen auf die Welt gebracht. 4 Buben und 4 Mädchen sind es, alle in der Farbe Blauschimmel. Was jetzt noch aussieht wie Dalmatiner-Fell, wird später schwarz/weiß meliert sein. Es heißt übrigens ‘Blauschimmel’, weil die Haut unter dem melierten Fell leicht bläulich schimmert. Obwohl Mutter Pie eine Orangeschimmel-Hündin ist, haben ihre Kleinen alle die Farbe des Vaters Scott abbekommen. Pie hat die Geburt entspannt und souverän gemeistert – obwohl es ihre erste war. Die Babies trinken fleißig und jetzt hoffen alle, dass sie die ersten kritischen Tage gut überstehen.

Die neonatale Phase (ca. 1. bis 2. Lebenswoche)

Die neonatale Phase ist die zweite Entwicklungsphase des Hundes. Sie folgt auf die pränatale Phase, also die vorgeburtliche Entwicklung der Welpen. Nach der Geburt sind die Hunde noch blind, ihre Ohren sind geschlossen und der Geruchssinn ist kaum entwickelt. Die Welpen können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren und brauchen viel Wärme. Sie können noch nicht selbst Kot und Urin absetzen – die Mutter leckt ihnen den Bauch, um die Verdauung anzuregen und schleckt die Ausscheidungen weg.

Das Leben der Welpen besteht hauptsächlich aus Fressen und Schlafen. Mithilfe des sogenannten Suchpendelns finden sie die Zitzen der Mutter. Man nennt die neonatale Phase auch die Phase der inneren Zuwendung (nach Dr. Dorit Feddersen-Petersen). Da die Sinne sich erst langsam ausprägen, ist der Welpe noch maßgeblich mit sich selbst beschäftigt. Kontaktliegen mit Wurfgeschwistern und der Mutter ist bereits zu beobachten.

Aufgaben des Züchters

Der Welpe ist in der neonatalen Phase zwar hauptsächlich mit schlafen und trinken beschäftigt, dennoch ist es wichtig, dass der Züchter in dieser Zeit mehrmals täglich in Kontakt mit ihnen tritt. Er sollte den Welpen halten, auf den Schoß nehmen und streicheln. Dieses sogenannte ‘Handling’ wirkt sich positiv auf die Sozialisation an den Menschen aus. Der Hund gewöhnt sich automatisch an Geruch und Geräusche des Menschen.  Außerdem sollte der Welpe ab sofort regelmäßig gewogen werden um die Gewichtszunahme im Auge behalten zu können. Es sollte sichergestellt werden, dass alle Welpen genug zu trinken bekommen und die Mutterhündin – gerade wenn es ihr erster Wurf ist – nicht überfordert und sie möglichst keinem Stress ausgesetzt ist.

 

 

 

Veronika Rothe

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