Der beste Freund des Menschen – So sah er vor 4.000 Jahren aus

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Aus 4.000 Jahre alten Schädelknochen, die auf den schottischen Orkney-Inseln gefunden wurden, haben Wissenschaftler einen ganzen Hundekopf rekonstruiert. Sie griffen dabei auf 3-D-Technik zurück.

Der Hundeschädel ist 4.000 Jahre alt und wurde bereits vor mehr als 115 Jahren gefunden. Er befand sich zusammen mit 23 anderen in einer Grabhöhle auf der Hauptinsel der Orkney-Inseln. Allerdings sind die Knochen deutlich älter als die rund 2.500 Jahre alte Höhle in Cuween Hill. In zwei weiteren Höhlen wurden unter anderem rund 36 Rotwildskelette sowie etliche Seeadler gefunden. Um solche Funde kümmert sich Historic Environmental Scotland (HES). Diese Institution ist für die Erhaltung und Pflege archäologisch und historisch bedeutsamenr Stätten in Schottland verantwortlich. Warum diese Tiere in die Grabhöhle gelegt wurden, ist noch ungeklärt.

Die „Hunde-Leute” von Cuween

Die Funde gaben aber Anlass, sich mit dem Vorkommen der Hunde und den Zusammenleben der frühen Inselbewohner mit ihnen auseinanderzusetzen. Alison Sheridan, Kuratorin für die archäologische Forschung des National Museum of Scotland, kann sich vorstellen, dass die Menschen aus der Region um Cuween sich selber als „Hunde-Leute“ betrachteten. Sie könnten die Knochen daher als eine Art Totem angesehen und deshalb in der Höhle bestattet haben. Doch sicher ist sie sich nicht.

So groß wie ein Collie und dem europäischen Wolf ähnlich

Aus den Hundeknochen wollten die HES-Forscher einen möglichst realistischen Kopf gestalten. Sie arbeiteten bei der Nachbildung mit der Edinburgh University’s Royal School of Veterinary Studies zusammen. Dabei dienten CT-Scans als Grundlage für ein 3-D-Modell des Kopfes. Diese Scans kommen auch bei der Rekonstruktion menschlicher Köpfe für die Aufklärung von Verbrechen zum Einsatz.

Amy Thomson, eine forensische Künstlerin, gestaltete den Kopf dann komplett mit realistischen Muskeln, Haut und Haaren. Sie orientierte sich dabei am europäischen Wolf, wie von den Forschern empfohlen. Rückschlüsse aus dem Schädelknochen ergaben, dass der Hund wohl so groß war wie ein heutiger großer Collie.

Das Modell soll später auf Orkney ausgestellt werden. Es soll dabei helfen, die früheren Siedler zu verstehen, die sich um Hunde gekümmert und sie verehrt haben. Laut Steve Farrar, Mitarbeiter der HES, „ hatten Hunde offensichtlich einen wichtigen Platz im neolithischen Orkney, da sie als Haustiere und Wächter gehalten und ausgebildet wurden und Landwirten sie möglicherweise einsetzten, um beim Hüten der Schafe zu helfen.“ Mit der Rekonstruktion des Hundes habe die Forschung einen weiteren Schritt zum besseren Verständnis der historischen Entwicklung der Orkney-Inseln erreicht.

Quellen: BBC, The Guardian

Lena Schwarz

... ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.

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