
Foto: AnetaPics/stock.adobe
Zecken können viele verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter Anaplasmen. Viele Hunde zeigen keine Symptome einer Infektion. Wenn Fieber, Mattigkeit oder Lahmheit auftreten, sollte Anaplasmose aber mitgedacht werden.
Anaplasmose wird durch Bakterien verursacht, z. B. Anaplasma phagocytophilum. Der Erreger wird durch Zecken übertragen, besonders durch den Gemeinen Holzbock. Er befällt bestimmte weiße Blutkörperchen, die zur Immunabwehr gehören. Viele Hunde kommen mit dem Erreger in Kontakt, ohne zu erkranken. Die Häufigkeit solcher Kontakte schwankt je nach Region, Zeckenaufkommen und Studie deutlich.
Symptome einer Anaplasmose
Die Symptome einer Anaplasmose sind unspezifisch. Möglich sind Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Bewegungsunlust, Lahmheit, Gelenkschmerzen oder geschwollene Lymphknoten. Seltener kommen Erbrechen, Durchfall, Atemwegsbeschwerden oder neurologische Auffälligkeiten vor. Manche Hunde haben zu wenige Blutplättchen. Diese Blutplättchen (Thrombozyten), sind wichtig für die Blutgerinnung. Viele Infektionen verlaufen aber ohne erkennbare Beschwerden.
Ähnliche Erkrankungen wie Borreliose, Ehrlichiose oder Babesiose müssen ausgeschlossen werden. Wichtig sind Blutbild und klinische Symptome. Häufig fällt eine niedrige Zahl an Blutplättchen auf. Antikörpertests zeigen, ob der Hund Kontakt mit Anaplasmen hatte. Eine PCR kann Erbgut des Erregers nachweisen, vor allem in frühen oder aktiven Phasen. Ein positiver Test allein bedeutet nicht automatisch, dass der Hund deshalb krank ist.
Behandlung
Erkrankte Hunde erhalten meist ein Antibiotikum über mehrere Wochen. Zusätzlich richtet sich die Therapie nach dem Zustand des Hundes. Bei schweren Blutbildveränderungen, Blutungen oder starkem Krankheitsgefühl können weitere Maßnahmen nötig sein. Kortison wird nicht standardmäßig gegeben, kann aber in besonderen Fällen sinnvoll sein, etwa bei immunvermittelten Komplikationen.
Vorbeugung
Der beste Schutz ist konsequente Zeckenprophylaxe. Dazu gehören Spot-ons, Halsbänder oder Tabletten sowie regelmäßiges Absuchen nach Spaziergängen. Zecken sollten möglichst früh entfernt werden. Einen Impfstoff gegen Anaplasmose für Hunde gibt es derzeit nicht.
